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Einsatz in Afghanistan

Kritiker: Streitkräfte spielen Gefahren herunter

Publicerat torsdag 7 oktober 2010 kl 10.51
Wie groß ist die Gefahr wirklich, in der sich Schwedens Truppen befinden?

Schwedens Truppen in Afghanistan befinden sich in wesentlich größerer Gefahr als in der Heimat dargestellt wird. Das schreibt die Tageszeitung Svenska Dagbladet nach umfassenden Recherchen. Spekuliert wird, dass die zurückhaltende Berichterstattung mit den Diskussionen über einen eventuellen Truppenabzug aus Afghanistan zusammenhängen.

Das Thema Afghanistan gehört für den neu gewählten schwedischen Reichstag zu den schwierigsten Knackpunkten der bevorstehenden Sitzungsperiode. Am 4. November wird Ministerpräsident Reinfeldt eine Gesetzesvorlage zur Verlängerung des Einsatzes vorlegen, so lange dieser notwendig ist. Doch für den Vorschlag gibt es keine Mehrheit, da das rot-grüne Bündnis bereits im Wahlkampf angekündigt hat, schon 2011 mit dem Truppenabzug beginnen zu wollen. Die Schwedendemokraten sind ebenfalls für einen sofortigen Rückzug aus allen Krisengebieten.

30 Feuergefechte

Zugleich kommen aus Afghanistan zögernd Berichte, dass sich die schwedisch-finnische Truppe im Norden des Landes, derselben Gegend, in der sich auch Deutschlands Truppen befinden und der bisher als relativ ruhig galt, in immer brenzligerer Lage ist. So veröffentlichte die Tageszeitung Svenska Dagbladet am Donnerstag einen großen Artikel, in dem es heißt, seit Mai seien die schwedischen Truppen 30 Mal in zum Teil mehrere Tage andauernde Feuergefechte und 15 Mal in Bombeneinsätze verwickelt gewesen. „Der Grund ist eine Veränderung der Taktik der ISAF-Truppen in Nordafghanistan. Man hat begonnen, die Hochburgen der Taliban in dem ländlichen Gebiet anzugreifen. Man hat sich sozusagen in ein Wespennest begeben“, beschreibt der Artikelautor der Zeitung, Mikael Holmström den Hintergrund. Holmström bezieht sich mit seinen Angaben auf den amtierenden Befehlhaber der schwedischen Truppen, Oberst Gustaf Fahl. Fahl erklärt in dem Artikel, die schwedisch-finnische Truppe sei mehr als zehn Mal in Situationen gewesen, in denen man Luftunterstützung von den amerikanischen Verbündeten angefordert habe. US-Jagdbomber hätten in den meisten Fällen durch den Abwurf von Fackeln die Gefechte beenden können, es sei jedoch auch mehrfach zu Bombenabwürfen gekommen. Fahl hebt auch hervor, dass der Auftrag der ISAF-Truppen sei, die Zivilbevölkerung vom Terror der Taliban zu befreien, daher sei es notwendig, sich in diese gefährlichen Gegenden zu begeben.

Streitkräfte schweigen

Vor diesem Hintergrund findet Mikael Holmström erstaunlich, dass über die Vorfälle seitens der schwedischen Streitkräfte überwiegend Stillschweigen herrsche. „Das Bild, das beispielsweise auf der Homepage der Streitkräfte von der Lage in Afghanistan gezeichnet wird, sieht ganz anders aus.“ Holmström gibt ein Beispiel: So sei auf der Homepage eine „Explosion“ auf einem Weg beschrieben, in deren Nähe ein schwedisches Fahrzeug gekommen sei. Auf Nachfrage stelle sich heraus, dass es sich um einen Selbstmordangriff auf eine Fahrzeugkolonne gehandelt hatte, bei dem zwar keine schwedischen Sohldaten, dafür aber ein afghanisches Kind ums Leben kam und 29 Teilnehmer einer afghanischen Hochzeitsgesellschaft, die sich in der Nähe befand, verletzt wurden. Zunehmende zivile Verluste bestätigt laut dem Zeitungsartikel auch Oberst Fahl.

Streitkräfte weisen Kritik zurück

Mikael Holmström spekuliert, das Schweigen der Militärs könnte einen Zusammenhang mit der Uneinigkeit über die Fortsetzung des Einsatzes in Afghanistan haben. Eine Vermutung, die der Informationsdirektor der Streitkräfte, Eric Lagersten zurückweist. „Wie die Politiker die Lage beschreiben, das ist ihre Sache. Wir sind sehr deutlich gewesen und haben die Entwicklung der Ereignisse in Afghanistan beschrieben und auch deutlich gemacht, dass die Sicherheitslage schlechter geworden ist. Wenn sich in Afghanistan etwas ereignet, das unsere Truppen betrifft, dann beschreiben wir das.“

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