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Vorwurf aus Island

Nordische Solidarität in der Finanzkrise zerbröckelt

Publicerat fredag 8 oktober 2010 kl 11.22

Schweden hat sich während der Finanzkrise zu wenig für die Belange Islands und seiner Bürger eingesetzt. Diese Kritik hat die von der isländischen Regierung beauftragte Eva Joly formuliert. Die in Norwegen geborene und vor allem als Bekämpferin der Korruption bekannt gewordene Französin soll untersuchen, was eigentlich passiert ist, als die isländischen Banken in den Strudel der Finanzkrise hineingezogen wurden.

Seit dem Zusammenbruch der isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir lastet auf den rund 320.000 Isländern eine nahezu astronomische Schuldenlast. Der Staat hatte auf internationalem Druck hin die Banken unterstützt, mit dem Ergebnis, dass die Schulden jetzt der isländische Steuerzahler tragen muss.

Eva Joly soll im Auftrag der isländischen Staatsanwaltschaft untersuchen, was alles falsch gelaufen ist. Joly hat sich bereits einen Namen gemacht, als sie in Frankreich die umfassende Korruption im Mineralölkonzern Elf schonungslos aufgedeckt hat. Und auch in Island hält sie mit ihrer Kritik nicht zurück und erklärt, was alles gemacht wurde: „Die Kontrolleure sollen kontrollieren und nicht Golf mit den Leuten spielen, die sie kontrollieren sollen. Außerdem sollten Wirtschaft, Politik und Kontrollorgane streng voneinander getrennt sein.“

IMF zu leicht nachgegeben

Doch nicht nur in Island sei sehr viel falsch gelaufen. Auch die nordischen Bruderländer hätten sich viel zu leicht den Forderungen des Internationalen Währungsfonds IMF gegenüber Island angeschlossen, meint Joly: „Die skandinavischen Nachbarn haben sehr wenig Solidarität bewiesen. Sie haben die Situation nicht selbst analysiert. Es ist doch ungerecht. Es sind doch nicht die Steuerzahler, Leute wie Jonas der Fischer in Vestfjorden, die von den Geschäften der Banken profitiert haben. Dass jetzt das Geld der Steuerzahler dafür hergenommen wird, macht die Leute auf Island wütend.“

Vor allem Schweden habe Druck auf Island ausgeübt, die Banken zu stützen und damit die Last der Schulden den isländischen Steuerzahlern aufgebürdet. Joly, die unlängst ihre Kandidatur für die Grünen zum französischen Präsidentenamt verkündet hat, weilt zurzeit in Schweden um ihr neues Buch mit dem Namen „Vardagshjältar“ (Helden des Alltags) vorzustellen. Darin geht es um Bürger mit Zivilcourage, die nicht geschwiegen und Missstände und Korruption in ihrer Umgebung aufgedeckt haben.

Dieter Weiand

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