Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Krankenhäuser

Chronische Überbelegung mit tödlichen Folgen im schwedischen Krankenwesen

Publicerat fredag 8 oktober 2010 kl 12.46
1 av 2
100.000 Krankenhausplätze sind in Schweden abgeschafft worden
2 av 2
Gustav Neander

Überbelegung und unerfahrenes Leihpersonal haben vermutlich zum Tod zweier Patienten im Stockholmer Krankenhaus Danderyd beigetragen. Seit über zehn Jahren klagen viele schwedische Krankenhäuser über Betten- und Personalmangel.

Der Chef der Orthopädischen Abteilungen in Danderyds Krankenhaus, Gustav Neander, bedauert das Geschehene:

„Wir nehmen diese Todesfälle sehr ernst, und die Leitung des Krankenhauses hat sie auf einer Sitzung diskutiert. Selbstverständlich müssen wir Maßnahmen ergreifen, um die vorhandenen Mängel zu beseitigen. Die Sache ist ernst und wir wollen alles tun, was in unserer Macht steht, um die Situation zu verbessern.“

Zwei neunzigjährige Patienten lagen mit gebrochenem Bein und gebrochener Hüfte mehrere Tage auf der überbelegten orthopädischen Station des Krankenhauses Danderyd. Weil die Abteilung Planungstage hatte bestand ein Teil der Schwestern und Pfleger aus unroutiniertem Leihpersonal.

Fehlbehandlung
Beide Patienten erhielten falsche medikamentöse Behandlung. Zudem versäumte das Pflegepersonal, ihr Erbrochenes auf Blutspuren zu untersuchen.
Nach Ansicht von Socialstyrelsen, dem Zentralamt für Gesundheitswesen, kann die Überbelegung - verbunden mit hoher Arbeitsbelastung und ungeübtem Personal - zum Tod der Patienten beigetragen und für sämtliche Patienten der Station große Risiken bedeutet haben.

Bettenabbau
Dieser Zustand ist an sich nichts Neues in Schweden. Das Land hat die niedrigste Zahl Krankenhausbetten der Welt, stellte eine Studie der Regionalverwaltungen in diesem Jahr fest. Auf 1 000 Einwohner kommen 2,1 Krankenhausbetten. In Deutschland beispielsweise sind es 5,7 Betten. In den vergangenen 30 Jahren sind nahezu 100.000 Krankenhausplätze abgeschafft worden. Trotzdem behandeln die Krankenhäuser heute mehr Patienten als vor 20 Jahren. Die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthalts ist um ungefähr ein Viertel verkürzt worden, von acht auf sechs Tage. Aber die effizientere Behandlung kann die Überbelegung nicht beseitigen.

Gustav Neander gesteht das Problem ein: „Gefährliche Situationen werden riskanter, wenn man viele Patienten hat. Wir tun viel um die Überbelegung in Danderyd zu minimieren. In einem Projekt haben wir ein Patientenhotel benutzt und Patienten schneller in die geriatrische Pflege weitergeschleust.“

Mehr Druck nötig
Der Generaldirektor der Aufsichtsbehörde Socialstyrelsen, Lars-Erik Holm, hat den allgemeinen Mangel an Pflegplätzen schon lange gerügt und meint, die Krankenhausleitungen selbst müssten mehr tun und den zuständigen Regionalpolitikern klar machen, dass der Mangel an Krankenhausplätzen die Patienten gefährde: „Die Überbelegung ist seit mehr als zehn Jahren chronisch. Ärzte und Krankenschwestern haben immer wieder darauf hingewiesen, dass sie eines der größten Risiken für die Patientensicherheit ist. Am Ende kommt es dann zu Fällen wie diesen. Ich meine, die Verantwortlichen haben versagt. Sie begreifen nicht richtig, welchen Risiken sie die Patienten durch Überbelegung aussetzen“, kritisiert Lars-Erik Holm von Socialstyrelsen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".