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Kunst-Coup Malmö

Gelegenheit macht Diebe

Publicerat torsdag 21 oktober 2010 kl 13.40
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Kunstmuseum Malmö in der Festung Malmöhus
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Begehrenswert: „Zwei Freunde" von Edvard Munch (Schätzwert: 1,1 Millionen Euro)

Die Stadtverwaltung Malmö schickte Diebe als Praktikanten ins Kunstmuseum. Was die Täter mit ihrer Beute machen wollten, ist ungeklärt.

„Das war ein Schock für mich! Ich war völlig überrascht. Wie konnte das passieren, was so nicht passieren darf?“, fragte der erschütterte Direktor des Kunstmuseums in Malmö, Göran Christenson, als die Polizei ihn vor zwei Wochen darüber informierte, dass sie drei wertvolle Gemälde aus den Sammlungen des Hauses bei einem Hehler gefunden hatte.

Die Entwendung der Werke, darunter ein Bild des expressionistischen Künstlers Edvard Munch mit dem Titel „Zwei Freunde", war erst ans Licht gekommen, als die Polizei eine Hausdurchsuchung in der Nachbarstadt Landskrona machte. Das Museum hatte die Gemälde noch gar nicht vermisst.

Sie waren kurz nach einer Ausstellung in einem Zwischenlager abgestellt und von dort entwendet worden, bevor sie wieder ins reguläre Magazin des Museums kamen.

Artnapping befürchtet
„Wir müssen sofort intern herausbekommen, was geschehen ist. Wir müssen wissen, um welche Art von Dieben es sich handelt, und welche Kontakte sie haben“, forderte der überrumpelte Museumsdirektor. Ganz offensichtlich vermutete Christenson, dass es sich um einen weiteren Fall von Artnapping handelte, also den Versuch, ein Lösegeld für die Bilder zu erpressen.

Beim Artnapping werden ausgewählte und wegen ihres Bekanntheitsgrades schwer verkäufliche Kunstgegenstände entwendet und dem Besitzer gegen ein Lösegeld zurückgegeben, das knapp unter dem Versicherungswert liegt. Schon 1996 wurde dem Kunstmuseum Malmö das Gemälde „Alles tot“ des schwedischen Malers Bruno Liljefors gestohlen und dann zum Kauf angeboten. Das Museum konnte die geforderte Summe jedoch nicht schnell genug aufbringen, der Kontakt brach ab und das Werk ist seit 14 Jahren spurlos verschwunden.

„Wir haben angenommen, dass sie den Müll rausbringen würden.“
Göran Christenson, Chef Konstmuseum Malmö

Ob es sich bei dem jetzt gelösten Coup auch um Artnapping handeln sollte, ist nicht bekannt. Museumsdirektor Christenson weiß aber inzwischen, wie die Diebe an die Bilder gekommen sind, berichtet die Tageszeitung Svenska Dagbladet: Es handelte sich um einen Insiderjob.

Rehabilitierungsauftrag
Die Stadtverwaltung Malmö hatte dem Kunstmuseum wie sonst auch ein paar Hilfskräfte zum betrieblichen Arbeitstraining geschickt. Normalerweise sind das Menschen mit Behinderungen, Langzeit-Krankgeschriebene oder andere Rehabilitierungsbedürftige. Über den Hintergrund dieser Praktikanten wird die Institution dabei nicht informiert. Bei den Kunstdieben in Malmö handelte sich allerdings um „Knackies“, die wieder in den Arbeitsalltag integriert werden sollten.

Bei ihm Arbeitstraining wählten die neuen Museumsassistenten im Zwischenlager Gemälde von Edvard Munch, Gustaf Rydberg und Pär Siegård aus, steckten sie in Plastiksäcke und trugen sie aus dem Gebäude. Das andere Personal glaubte, die Assistenten würden den Abfall wegbringen.

„Sie zum Arbeitstraining ins Kunstmuseum zu schicken, ist ungefähr genauso dumm, wie trockenen Alkoholabhängigen Arbeit im Spirituosenhandel zu geben“, seufzt Göran Christenson.

Sybille Neveling

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