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Gerichte

Deutscher Kaufmann lässt russische Handelsvertretung beschlagnahmen

Publicerat onsdag 27 oktober 2010 kl 15.25
Erwies sich als gewiefter Ratgeber: Putin, damals noch Vizebürgermeister von St. Petersburg

Ein hartnäckiger deutscher Geschäftsmann namens Franz Sedelmayer sorgt derzeit in Schweden und in Russland für Schlagzeilen. Der Mann hat in erster Instanz einen Prozess gegen einen ungleich größeren Kontrahenten, nämlich die russische Föderation, für sich entschieden. In dem Prozess ging es um Verluste in Millionenhöhe – seit der damalige russische Präsident Boris Jelzin den erfolgreichen Kaufmann kurzerhand enteignen ließ. Doch so schnell gibt Russland nicht auf.

Diese Geschichte von David und Goliath geht zurück in die 1990er Jahre. Der Bayer Franz Sedelmayer investierte ausgiebig und erfolgreich in St. Petersburg. Sein russisch-deutsches Sicherheitsunternehmen versorgte das russische Militär  mit allerhand Kostspieligem wie überaus Nützlichem, darunter Uniformen, kugelsichere Westen, mobile Kriminallabore und Wanzen.

Neben dem geschäftlichen Engagement in St. Petersburg ließ Sedelmayer eine historische Villa umbauen. Auf diesen Wohnsitz sollte er zugunsten von Präsident Jelzin verzichten, weigerte sich und wurde aus dem Land komplimentiert. Der heiße Tipp, wie er an das verlorene Geld gelangen könnte, kam von keinem Geringen als Wladimir Putin, damals Vizebürgermeister von St. Petersburg: Er empfahl die Beschlagnahmung von russischen Auslandsimmobilien. 

Schiedsgericht in Stockholm fordert Entschädigung 

Schon 1998 verurteilte das Internationale Schiedsgericht mit Sitz in Stockholm die Supermacht zu einer stolzen Entschädigungszahlung von knapp fünf Millionen Euro. Weil Sedelmayer noch immer keinen Cent davon gesehen hat, ließ er schließlich das Gebäude der russischen Handelsvertretung in Stockholm beschlagnahmen - ein Haus, das bei einer Zwangsversteigerung immerhin zwei bis drei Millionen Euro einbringen würde.Moskau zog vor Gericht, und wohl zu aller Erstaunen lehnte das Stockholmer Amtsgericht die Klage ab. Vielmehr befanden die Richter, dass so viel russisches Eigentum beschlagnahmt werden dürfe, bis die Entschädigungssumme erbracht sei. 

Ein Unding aus russischer Sicht, bestätigte Mikhail Petrik, russischer Handelsattaché, gegenüber Radio Schweden. Das von Sedelmayer beschlagnahmte Gebäude gehöre zur Russischen Botschaft in Schweden und sei also durch diplomatische Immunität geschützt. Dies führe mit sich, dass das Haus nicht konfisziert werden könne. Eine Zuwiderhandlung sei ein Übergriff auf Russlands Souveränität, so Mikhail Petrik. 

Russland ist nicht gerade bekannt dafür, ein umgänglicher Verhandlungspartner zu sein, und so gibt die Föderation auch diesmal nicht einfach klein bei. Wie Handelsattaché Petrik gegenüber Radio Schweden ankündigte, werde man eine Berufungsklage einreichen. Dann geht der Prozess vor dem Oberlandesgericht weiter.

Liv Heidbüchel/Olga Maxe

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