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Gleichberechtigung

Mehr Effizienz dank Frauen in Männerberufen

Publicerat torsdag 28 oktober 2010 kl 14.13
„Am Anfang war der Widerstand kompakt"
(4:43 min)
Ordentlich schrauben (hier bei SAAB in Linköping) können nur Männer, denken erfreulicherweise immer weniger

Frauen gehören auch im gleichberechtigten Schweden in der Gruben-, Forst- und Energiebranche immer noch zu den Ausnahmefällen. Daran will die nordschwedische Provinz Västerbotten nun etwas ändern, denn sie hat die Gleichstellung als produktivitätsfördernden Faktor erkannt. „Mehr Frauen an der Basis" heißt das Projekt. In der 5.000-Seelen-Gemeinde Vindeln gibt es ein Unternehmen, das bereits seit einigen Jahren mehr Frauen anstellt. Mit Erfolg.

Bei Indexator in Vindeln herrscht Hochbetrieb. Die Talsohle der Niedrigkonjunktur ist auch beim Hersteller von Drehmotoren für Forstwirtschaft, Stückgut und Förderanlagen durchschritten. Das freut insbesondere die Frauen im Betrieb, die als Neuzugänge die ersten waren, die während der Wirtschaftskrise ihren Hut nehmen mussten.

Eine, die seit dem Frühjahr wieder Rotatoren montiert, ist Åsa Wiklund. Früher arbeitete sie als Altenpflegerin. Ihre neue Tätigkeit hat weit mehr Vorteile.

„Da ist zum einen die Chance, Vollzeit beschäftigt zu sein. Aber auch die Arbeitszeiten sind viel besser. Keine Wochenendarbeit zum Beispiel. Das bedeutet mehr Zeit gemeinsam mit der Familie."

Fabrikneubau erforderte neues Denken

Laut Unternehmenschef Pär Lärkeryd begann alles mit dem Bau einer neuen Fabrik vor einigen Jahren. Die Vision: Eine Fabrik, die es auch in vielen Jahrzehnten noch geben wird. Es stellte sich unweigerlich die Frage, wer in der Fabrik arbeiten soll. Zu diesem Zeitpunkt waren 90 Prozent der Angestellten Männer, nur 10 Prozent Frauen.

„Wir überlegten, dass wir unseren Zugang zur lokalen Arbeitskraft verdoppeln, wenn wir auch Frauen rekrutieren", erinnert sich Chef Lärkeryd. „Seit wir die Arbeit konkret aufgenommen haben, sehen wir noch viel mehr positive Effekte, die wir uns zu Beginn des Projektes nicht hätten träumen lassen. Das gesamte Unternehmen leistet mehr als noch vor einigen Jahren. Der Krankenstand ist gesunken, die Effektivität ist gestiegen und auch die Zuverlässigkeit bei Lieferungen. Natürlich haben wir neben diesem Gleichstellungsprojekt auch an anderen Stellen nachgebessert, aber dem Projekt haben wir viel zu verdanken."

Klassische Vorurteile überwinden...

Arbeitsleiter des Pilotprojekts „Gleichgewicht" unter der Schirmherrschaft der Führungskräfteakademie der Wirtschaft ist Robert Hedman. Zu Beginn war er selbst überaus skeptisch.

„Eigentlich habe ich nicht ganz verstanden, warum wir das überhaupt gemacht haben. Ich meine, alles war doch gut so wie es war. Es war doch bekannt, dass Mädels für solche Arbeiten zu schwach sind, dass sie das nicht können und auch gar nicht wollen. Und der typische Monteur ist ein großer, starker Mann. Die klassischen Vorurteile eben. Am Anfang war der Widerstand von allen Seiten kompakt."

Dann traf auch Projektleiter Hedman die Einsicht, dass 95 Prozent der männlichen Mitarbeiter auch nicht dem klassischen Bild des großen, starken Mannes entsprachen. Das Argument, Frauen seien zu klein und zu schwach, hielt also der näheren Betrachtung nicht stand.

... und die Stimmung heben

Positiv ins Gewicht fiel von Anfang an neben der gestiegenen Effektivität auch der allgemeine Ton am Arbeitsplatz, betont Hedman.

„Die Stimmung war super. Ein weicherer Umgangston, keine harten Worte und keine Witze unter der Gürtellinie, so dass alle lachen konnten und Spaß hatten."

Der Erfolg spricht für sich. Bei Indexator stieg die Zahl der weiblichen Beschäftigten innerhalb von nur zwei Jahren von gerade mal elf Prozent auf 21 Prozent an. Doch dann kam die Wirtschaftskrise. Die zuletzt Angestellten mussten zuerst gehen, und das waren die Frauen. Für das Verständnis, wie wichtig und geschätzt Frauen als Kolleginnen sind, war die Krise sinnvoll, erklärt Projektleiter Hedman.

„Das erste, was die Arbeiter bei unseren Mitarbeitergesprächen nannten, waren die Kolleginnen. Wann können wir wieder anstellen, wann kommen die Frauen zurück? Das heißt, die Kolleginnen wurden wirklich vermisst, und das ist natürlich äußerst positiv."

Erst am Anfang

Indexator hat sich inzwischen erholt und etliche der überzähligen Mitarbeiterinnen wieder eingestellt. Damit ist die Quote wieder enorm gestiegen. 18 Prozent der Mitarbeiter bei dem Drehmotorenhersteller sind weiblich. Der Weg zu einem Arbeitsplatz für Männer und Frauen war nicht leicht, betont Unternehmensleiter Pär Lärkeryd, und die Arbeit an Fragen der Gleichstellung hört nie auf.

„Das sind keine leichten Fragen. Man könnte denken, dass das die natürlichste und einfachste Sache der Welt ist. Ist es aber nicht. Das ist ein ganz schön weiter Weg. Hier bei Indexator sind wir noch lange nicht gleichberechtigt. Auch wenn uns viele als gutes Beispiel hervorheben, stehen auch wir noch ganz am Anfang. Wenn man Erfolg haben will, muss die höchste Leitung aktiv Stellung beziehen. Hält man sich daran, ist der Gewinn umso größer."

Liv Heidbüchel/Agneta Johansson

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