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Archäologie

Maritimes Erbe wiederentdeckt

Publicerat fredag 29 oktober 2010 kl 12.58
Abtauchen zum Wrack Luleå 13
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Nordhafen Luleå: Eduardo Roa taucht vom Wrack auf
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Das Wrack im Nordhafen von Luleå

Einen Schatz zu bergen ist wohl der Traum vieler. Für die Marinearchäologen des Seehistorischen Museums in Stockholm ist das tägliche Arbeit. Im Nordhafen von Luleå erforschen sie gerade ein Schiff, das vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Auf dem Grund der Ostsee schlummern noch viele relativ gut erhaltene Wracks. Nun wird Wrack Luleå 13 genauer unter die Lupe genommen.

Sie sehen aus wie gewöhnliche Kuhmarken, die Jens Lindström da gerade in der Hand hält. Und es sind genau jene Plastikmarken, die Kühe im Ohr tragen, die ins Wrack genagelt werden und so seiner Vermessung dienen. Jens Lindström ist einer von drei Marinearchäologen, die aus Stockholm angereist sind, um nach dem Wrack im Nordhafen zu tauchen, das nahe der Tauch-Plattform auf dem Grund der Ostsee liegt. Von der Plattform aus sieht man die Stadtsilhouette Luleås, rechts das Theater, in der Mitte die Domkirche, links geht es zur Autobahn. Jens Lindström zeigt auf eine Skizze, die ein Taucher des örtlichen Tauchklubs gezeichnet hat:

„Diese Skizze ist ziemlich gut. Sie zeigt, dass das Schiff etwas Schlagseite hat, also geneigt liegt und zwanzig Meter lang ist. Es ist etwas zerfallen, an der Seite ist ein Spant abgebrochen und viele Planken sind aus der Verstrebung geraten und liegen außerhalb des Wracks."

Vor mehr als zwanzig Jahren wurde das Wrack entdeckt. Im Verzeichnis der Denkmalschutzbehörde heißt es schlicht Luleå 13, im Volksmund das Wrack im Nordhafen. Der Sporttaucher Ingart Forsberg hat es entdeckt, im Sommer 1988, während der Segel-Weltmeisterschaft in Luleå.

„Bei der WM gab es auch eine kleinere Regatta für Kleinsegler im Nordhafen, dabei waren zwei Motorsegler gesunken. Wir vom Tauchklub bekamen den Auftrag, die Boote zu bergen. Wir fuhren schnell rüber zur Tankstelle am Ufer, um einen Anker zu kaufen, dabei setzten wir das Echolot an. Und siehe da, auf dem Weg zur Tankstelle lag was auf Grund."

Rätselraten über Herkunft

Luleå 13 war gefunden und wartete seitdem auf seine Erforschung. Nun hat das Seehistorische Museum in Stockholm von seinem Freundeskreis für die Untersuchungen Geld bekommen, mehr als 15.000 Euro werden veranschlagt, ohne Arbeitskosten für die Forscher. Endlich meint Sven-Olov Hederyd, Pressesprecher der Stadt, die sich an den Kosten beteiligt:

„Es ist doch wichtig zu wissen, wie alt das Boot ist, woher es kam. Kam es aus Holland, England oder sogar von hier? Und wo wuchsen die Bäume, aus dem es gebaut wurde? Es besteht ja aus Kiefern. Es ist so interessant zu erfahren, ob das Schiff vielleicht in Dänemark gebaut wurde, oder im Baltikum, oder in Finnland oder sogar auf einer der Werften auf Luleås Landzunge Gültzauudden?"

Das wollen die Forscher herausfinden, in dem sie es vermessen und Holzproben nehmen. Auf der Plattform im Nordhafen macht sich Eduardo Roa bereit für den ersten Tauchgang. Mit Kuhmarken, Hammer und Maßband in der Tüte taucht er ab, oben auf Plattform hält Kollege Jens Lindström Kontakt mit ihm. Was ist es für ein Schiff, das Wrack im Nordhafen? Ein gewöhnliches Bötchen nur oder eine Sensation, die die Forscherwelt beglücken wird? Jens Lindström lächelt ein wenig verschmitzt:

„Das ist das Dilemma in der maritimen Geschichtsforschung, dass sich alles irgendwie an der Wasa misst. Das Schiff hier ist durchaus von archäologischem Wert, aber mit 20 Metern sehr viel kleiner. Vermutlich ist es ein Lastenkahn, mit dem welche Fracht auch immer transportiert wurde. Es ist das erste Wrack hier im Norden, das wir gründlich untersuchen, und es liegen noch einige hier auf Grund."

Bessere Vermarktung

Ja, die Wasa, das prächtige Schlachtschiff, das 1628 bei der Jungfernfahrt auf Grund lief. Das um das Schiff herum gebaute Museum in Stockholm lockt immerhin jedes Jahr mehr als eine Million Besucher. Luleå liegt auch am Wasser, an der Mündung des Lule-Flusses in den Bottnischen Meerbusen. Die Ostsee sieht man auch von der Einkaufsstraße und doch scheint sich die Stadt nicht viel aus ihrer allerbesten Lage zu machen. Immerhin thront das neue Haus der Kulturen mit der Stadtbibliothek am Ufer und im Nordhafen wurde die Kaje zur schicken Spazierstrecke. Soll man das Wrack heben und ihm auch ein Museum widmen?

„Ich glaube, die Stadt hat ganz viel Geld übrig", scherzt Marinarchäologe Lindström. „Wenn sie ihr Geld loswerden wollen, gerne. Aber das ist teuer."

„Man weiß ja, dass ein Wrack bei der Bergung den größten Schaden nimmt", meint Pressesprecher Sven-Olov Hederyd. „Wir haben ja gesehen, welche Probleme es bei der Wasa gab trotz aller Konservierungsmittel. Es liegt wohl gut da unten."

Von da unten taucht Eduardo Roa gerade auf. Es lief bestens, die Sicht war gut. Die Forscher werden noch Proben ziehen und die Jahresringe im Holz untersuchen, um das Baujahr von Luleå 13 genauer zu bestimmen. Bisher gehen sie davon aus, dass das Schiff zwischen 1550 und 1850 gebaut wurde.

Ein anderer Teil des maritimen Erbes der Stadt ist bereits gerettet: Der Hafenkran im Südhafen wurde auf Protest der Bevölkerung nicht abgerissen, sondern wird unter Denkmalschutz gestellt. Er kündet von der Schiffsbautradition der Stadt. Und was wird aus dem Wrack im Nordhafen? Die Debatte um das maritime Erbe der Seestadt Luleå hat gerade erst begonnen.

Katja Güth

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