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Nordische Zusammenarbeit

Breite Zustimmung für gemeinsamen Staat

Publicerat tisdag 2 november 2010 kl 13.58
„Gespräche über 'realistische Utopie' haben gerade erst begonnen"
(3:42 min)
Aus fünf Staaten mach einen (Foto: Henrik Montgomery/Scanpix)

Die Vorstellung von einem gemeinsamen nordischen Staat findet mehr Anhänger in den fünf skandinavischen Ländern als vermutet. Einer jüngsten Umfrage zufolge sind 42 Prozent der Einwohner Schwedens, Norwegens, Finnlands, Dänemarks und Islands offen für eine gemeinsame Regierung und ein gemeinsames Parlament.

Als Gunnar Wetterberg, gesellschaftspolitischer Leiter der Akademikergewerkschaft (Saco), vor einem Jahr ein ähnliches Szenario skizzierte, waren die Reaktionen niederschmetternd. Absolut unrealistisch, befand eine Mehrheit damals. 

Nun lanciert der Nordische Rat die Idee aufs Neue, und zwar in einem eigens verfassten Buch aus der Feder Gunnar Wetterbergs. Darin werden nicht nur die Richtlinien für einen zukünftigen nordischen Staat festgesteckt, auch eine Vision wird vermittelt: Zusammen könnten die nordischen Länder weit mehr Einfluss auf den Lauf der Welt nehmen. Auf internationaler Bühne würde es schwieriger, sie einfach zu überstimmen. Mit seinen gut 25 Millionen Einwohnern wäre der Norden die zehntstärkste Wirtschaft der Welt. Ein Forschungsrat würde an der Bildung von gemeinsamen Top-Universitäten von Weltklasse arbeiten, um nur einige Beispiele zu nennen. 

Aus einem bisher unerfindlichen Grund hat sich der Wind gedreht. Die Bevölkerung reagiert nunmehr positiv auf diese „realistische Utopie“, wie ihr Erfinder sie nennt. Am erstauntesten zeigt sich darüber Gunnar Wetterberg selbst. 

„Die Zustimmung ist viel, viel größer, als ich es mir jemals hätte träumen lassen. Meiner Ansicht nach haben die Gespräche über einen möglichen gemeinsamen Staat gerade erst begonnen. Die Einwohner der einzelnen Länder benötigen sicher noch einmal fünf bis zehn Jahre, um sich an die Vorstellung zu gewöhnen.“ 

Länder wie Kantone aufteilen 

Als Vorbild für einen möglichen nordischen Staat dient die Schweiz. Wie die Kantone würden die Länder ihre Selbständigkeit in vielen Bereichen behalten. In Fragen der Verteidigung, der Außen- und der Wirtschaftspolitik würden die nordischen Staaten eine gemeinsame Linie vertreten. 

Laut Schwedischem Rundfunk ist die Skepsis noch immer weit verbreitet, allerdings gibt es auch erste positive Stimmen von Seiten der Politiker: „Die Vorteile unserer Gesellschaften und unsere Ähnlichkeiten sind ausreichender Grund dafür, dass wir es gemeinsam besser machen können als jeder für sich allein“, sagt Maarit Feldt-Ranta aus Finnland. „Ich bin jung und optimistisch und hoffe sehr, eines Tages in so einer Gesellschaft leben zu können.“ 

Schon Schüler besser über den Norden informieren 

Ein erster konkreter Schritt hin zu besserer Zusammenarbeit zwischen den nordischen Nachbarländern ist schon getan: Der neue Lehrplan für die schwedische Grundschule bis zur 9. Klasse sieht deutlich mehr Wissen über den Norden vor als der bisherige Plan, der noch bis zum kommenden Herbst gilt. In fast allen Fächern wird der Norden nun konkret genannt. Nicht zuletzt hinsichtlich der starken Handelsbeziehungen könnte sich der verbesserte Kenntnisstand lohnen, schließlich exportiert Schweden neben Deutschland, Frankreich und den USA einen Großteil seiner Waren in die nordischen Nachbarländer.

Nicht jedes Wissen über die nordische Nachbarschaft ist jedoch für einen schwedischen potentiellen Arbeitnehmer relevant. Neuntklässler Sebastian Andersson aus Luleå kann sich vorstellen, auf einem Fischerboot in Norwegen anzuheuern. Mehr Informationen über die Landesgeschichte braucht er deshalb nicht: „Wenn ich jetzt wüsste, welche Könige Norwegen gehabt hat, würde mir das auch nichts bringen.“ 

Für ein Aufwallen der nordischen Gefühle dürfte allerdings die Frage sorgen, was im Falle eines gemeinsamen Staates mit den Königshäusern passiert. Immerhin sind die Könige in den konstitutionellen Monarchien Skandinaviens Staatsoberhäupter. Ob die Schweden so leichtfertig auf Kronprinzessin Victoria verzichten würden wie auf ihr nationales Parlament, scheint fraglich.

Liv Heidbüchel

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