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Wirtschaftsaufschwung

Mehr Unternehmensgründungen im Norden

Publicerat fredag 21 januari 2011 kl 11.00
"Im Norden dominiert die Arbeitnehmerkultur"
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Wachstum meist nur in den Städten, wie beispielsweise in Luleå (Foto: Katja Güth)
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Gutes Beispiel für den Unternehmergeist auf dem Land: Baumhotel in Harads (Foto: Katja Güth)

Mit gezielten Steuererleichterungen für Arbeitgeber, die Arbeitslose anstellen, gesenkten Einkommenssteuern und Erleichterung für Selbständige will die Regierung mehr Arbeitsplätze schaffen. Und tatsächlich hat sich Schweden von der Krise gut erholt, im letzten Jahr wurden insgesamt 65.000 Unternehmen gegründet, das sind fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Und vom Aufschwung profitieren beiweiten nicht alle Gegenden, sondern hauptsächlich die Städte. Auf dem Land und in den strukturschwachen Gebieten Nordschwedens ist die Lage schon schwieriger.

Über allen Wipfeln ist Ruh. In den Wipfeln der Kiefern im Wald nahe Harads ist eine besondere Herberge zu finden – ein Baumhotel mit vier Zimmern. Jedes eigens von Architekten entworfen. In sechs Metern Höhe hängt die einer Schwebebahn nachempfundene Kabine. Hoteldirektor Kent Lindvall zeigt auf das große Panoramafenster:

 

„Man wohnt hier wirklich hoch oben in den Wipfeln, da sieht man den Fluss und die herrliche Natur. Es schaukelt ein bisschen, aber dabei kann man besser einschlafen. Bis Windstärke acht, also zwanzig Meter pro Sekunde, vermieten wir die Kabine.“

 

Das Baumhotel in den nordschwedischen Wäldern sorgt für Schlagzeilen in der ganzen Welt, und hat Gäste aus aller Welt. Als eines von 1.165 im letzten Jahr neu gestarteten Unternehmen in Norrbotten ist es zudem ein Musterbeispiel für den oft gepriesenen Unternehmergeist. Und der muss noch viel stärker werden in Schweden, speziell in Nordschweden, meinen nicht nur die Politiker. Nils Gunnar Lundgren forscht am Zentrum für Regionalwissenschaft der Universität Umeå über die wirtschaftliche Entwicklung Nordschwedens.

 

„In Nordschweden ist eine Arbeitnehmer-Kultur weit verbreitet, das hat eine unserer Studien gezeigt. Am liebsten will man einen festen Job mit viel Freizeit, in der man seinen Hobbys nachgehen kann. Wie eine Unternehmerkultur heranwachsen kann, ist eine ganz wesentliche Frage.“

 

Sicher ist der Wunsch nach einem festen und sicheren Arbeitsplatz nachvollziehbar, schließlich war das lange Zeit auch Ideal sozialdemokratischer Arbeitsmarktpolitik. Mit hohen Steuern wurde der öffentliche Sektor finanziert und im strukturschwachen Norden wurden gezielt Behörden angesiedelt, wie zum Beispiel die Gebühreneinzugszentrale Radiotjänsten in Kiruna  Ein anderes Beispiel ist das Zentralamt für die ländlichen Gebiete in Arjeplog. Das heißt inzwischen Wachstumsbehörde, was deutlich optimistischer klingt.

 

Neue Unternehmerkultur?

 

Aber wo sollen die neuen Jobs herkommen? Die Konjunktur zieht wieder an, die Wirtschaft braucht Rohstoffe, und die gibt es in Nordschweden, wie Anna Karin Hatt Ministerin für regionale Entwicklung und IT jüngst betonte:

 

„Die Bergbauindustrie läuft ja seit einiger Zeit auf Hochtouren, sogar eine neue Grube wird eröffnet. Die Umstellung auf erneuerbare Energien bietet weitere neue Arbeitsmöglichkeiten.“

 

Einzig im Bereich der erneuerbaren Energien, der Land- und Forstwirtschaft sowie bei Finanzdienstleistungen wurden tatsächlich neue Jobs geschaffen. Die neuen Eisenerzgruben in der Nähe von Pajala brauchen 400 Leute, und auch die Grube in Kiruna wird für 1,2 Milliarden Euro erweitert. Doch auch in der Bergbauindustrie wird rationalisiert, wie Forscher Nils-Gunnar Lundgren vom Zentrum für Regionalwissenschaft betont:

 

„Die großen Rohstoffunternehmen verdienen gerade sehr viel Geld und investieren nach sechs-sieben Jahren viele Millionen Euro in den Betrieb. Nach jeder Großinvestition aber wird das Personal halbiert. Diese Unternehmen treiben eigentlich die Entvölkerung in Nordschweden voran. Allein im Bereich der Dienstleistungen können Wachstum und neue Jobs geschaffen werden. Das fordert aber große Städte, mit vielen Menschen an einem Ort, und genau das ist das Problem im Norden: Hier gibt es keine großen Städte.“

 

Die größte Stadt im Norden ist Umeå mit gut 114.000 Einwohnern. Gerade mal 507.000 Einwohner wohnen in den beiden nördlichsten Provinzen, auf einer Fläche so groß wie knapp die Hälfte von Deutschland. Was sonst aber von Nachteil ist, davon könnte eine Branche profitieren: der Tourismus. 2.000 neue Arbeitsplätze können geschaffen werden, schätzt der Interessenverband Swedish Lapland. Denn wer abseits des Gewimmels Ruhe sucht, findet sie in Nordschweden.

 

Katja Güth

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