Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
IT-Gesellschaft

Bald digitale Trauerfeiern in Stockholm

Publicerat fredag 18 februari 2011 kl 13.33
Stockholm plant Trauerfeier per Mausklick
(3:34 min)
Live-Übertragungen von Trauerfeiern im Internet etwa für Kameraden und Angehörige im Ausland

Erneut schwappt ein Trend aus den USA nach Schweden hinüber: die Trauerfeier im Internet. Was für die Kameraden eines gefallenen Soldaten in Afghanistan möglich ist, soll zu Allerheiligen auch in Stockholm umgesetzt werden können. Damit haben dann auch diejenigen, die aus den verschiedensten Gründen nicht an einer Beerdigung in der Hauptstadt teilnehmen können, die Möglichkeit, der Trauerfeier wenigstens visuell zu folgen.

Die Arbeit bei der Friedhofsverwaltung läuft auf vollen Touren. Dort müssen zunächst die technischen Voraussetzungen geprüft werden, inklusive Kostenpunkt. Im April dann werden die Ergebnisse den Senatoren im Rathaus vorgelegt, Schwierigkeiten sieht Mats Larsson von der Friedhofsverwaltung nicht. Zunächst in zwei Kapellen soll der neue Dienst angeboten werden. Gedacht ist an eine fest installierte Kamera, keine aufwändigen beweglichen Bilder. 

„Für diejenigen, die wegen Behinderung oder weil sie im Ausland leben nicht zu einer Beerdigung kommen können, soll die Übertragung der Zeremonie im Internet eine Ergänzung sein, keineswegs ein Ersatz – auch nicht auf lange Sicht. Wir halten es für einen wichtigen Aspekt der Trauerarbeit, an der Beerdigung teilzunehmen und nicht zu Hause vor dem Computer zu sitzen.“ 

Was heute vielleicht noch wie Zukunftsmusik klingt, ist in anderen Ländern längst etabliert - vor allem in den USA, aber auch in England und kleineren Ländern mit vielen Auswanderern wie etwa Slowenien. Von einem populären Trend in Europa könne man aber noch nicht sprechen, so Larsson. 

„Wie groß Nachfrage und Bedarf wirklich sind, ist noch unklar. Vermutlich wird sich die Nachfrage zunächst in Grenzen halten, aber wer weiß? Je mehr Menschen davon erfahren, umso stärker wird das Angebot sicherlich nachgefragt werden. In den kommunalen Kapellen halten wir rund 3.000 Bestattungsfeiern ab, dazu noch einmal 3.000, die die Schwedische Kirche ausrichtet. Das werden dann vielleicht fünf bis zehn sein, die monatlich im Internet übertragen werden, mehr wohl nicht.“ 

Die Friedhofsverwaltung ist lediglich für die technischen Voraussetzungen zuständig. Den Dienst als solchen bieten die Bestattungsinstitute an. Dort wird auch geregelt, wer einen Schlüssel und damit Zugang zu der Live-Übertragung der Trauerfeier bekommt – schließlich soll nicht alle Welt bei dieser privaten Angelegenheit zusehen können.

Technik hilft Wartezeiten kürzen 

Mats Larsson von der Friedhofsverwaltung hofft, dass die Übertragung von Trauerfeiern im Internet zu verkürzten Wartezeiten führt. Seit Langem ist Schweden weltweiter Spitzenreiter, was die Zeit zwischen Todestag und Bestattung anbelangt. Am langsamsten sind die Hauptstädter. Vor zehn Jahren dauerte es im Schnitt noch 20 Tage, bis sich die Angehörigen auf einen Termin für die Beisetzung einigen konnten, inzwischen sind es 30 Tage. In Zweidrittel der Fälle ist dies Larsson zufolge dem vermeintlich vollen Kalender der Stockholmer geschuldet, man räumt einer Bestattung einfach keine Zeit ein. Hinzu kommt, dass viele eine Zeremonie am Wochenende vorziehen - diesem Wunsch kann dann bei starker Nachfrage die Verwaltung nicht immer nachkommen. 

Hier könnte die Live-Übertragung im Internet für das allgemein technikfreundliche Schweden helfen. Gleichzeitig sieht Mats Larsson Nachteile mit den technischen Möglichkeiten.                                                                                                                    

„Ich habe Verständnis für die Sorge, dass längerfristig weniger Menschen zu Beerdigungen kommen und das Internet vorziehen. Das Abschiedsritual kann ja sehr unterschiedlich aussehen und muss überhaupt nicht religiös sein, aber egal ob an einem Sarg, einer Urne oder im Krankenhaus, so ist dieses Ritual sehr wichtig. Für mich ist es selbstverständlich, dass die digitale Trauerfeier die Ausnahme von der Regel sein sollte.“

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".