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Olof Palme

Mehr als ein radikaler Politiker

Publicerat tisdag 28 februari 2006 kl 11.54
Olof Palme (Foto:Scanpix Archiv)

Wer Olof Palme ermordet haben könnte, ist weiterhin unklar. Über das Warum gibt es jedoch Vermutungen. Olof Palme war und ist auch heute noch ein umstrittener Politiker. Schon lange vor seiner Zeit als Ministerpräsident polarisierte er. Seine politischen Ziele pflegte Palme mit bissiger Rhetorik vorzutragen. Selbst die politischen Widersacher des Sozialdemokraten bewunderten seinen agitatorischen Redestil. Zu einem Mord gehört natürlich mehr als Abneigung, aber Palmes oft drastische Formulierungen und damals radikale Reformen brachten viele gegen ihn auf.

Dabei sind gerade Palmes Reformen heute Sinnbild für das mustergültige Schweden: Gleichberechtigung, ein einheitliches Schulsystem, mehr Rechte für Arbeitnehmer und Sozialversicherung sind einige Bereiche, für die sich Palme stark machte - und an die man sich erinnern wird, meint Kjell Östberg, Professor für Gegenwartsgeschichte an der Hochschule Södertörn bei Stockholm:

„Olof Palme verbindet man vor allem mit einer Radikalisierung der Politik während der 60er und 70er Jahre. Außenpolitisch ist natürlich Palmes Engagement für die Dritte Welt und den Vietnam-Krieg zu nennen, innenpolitisch der enorme Ausbau des Wohlfahrtsstaates. Das alles war nicht Palmes Werk allein, aber er ist zum Symbol dafür geworden."

 Das Ende des Modells

Olof Palme steht mit seiner Politik für den Ausbau des schwedischen Modells. Für viele Schweden bedeutet sein abrupter Tod auch den Untergang dieses Modells. Historiker Kjell Östberg hält das für einen Trugschluss: „Die politischen Veränderungen in den 80er Jahren wie der aufkommende Neoliberalismus mit seinen Privatisierungen und einem schrumpfenden öffentlichen Sektor fielen mit Palmes Tod zusammen. Wenn zwei solch dramatische Ereignisse gleichzeitig stattfinden, liegt der Schluss nah, dass es einen Zusammenhang gibt."

Palme ist laut Kjell Östberg auch als Kind seiner Zeit zu sehen, die Politiker wie ihn brauchte und ermöglichte. Somit ist Palmes Rolle in der schwedischen Politik und damit vor allem in der Sozialdemokratie aus heutiger Sicht ein Stück weit überschätzt, meint der Historiker. Inzwischen ist es glücklicherweise erlaubt, an Palmes Podest zu kratzen, sagt Östberg, und das sei auch gut für Palme selbst. Tatsächlich schlagen einige neue Veröffentlichungen einen kritischeren Ton gegenüber Palme an.

Kooperation mit den Medien

Zweifellos steht allerdings fest, dass Olof Palme durch sein jahrzehntelanges Engagement auf vielen Ebenen einen vollkommen neuen Politikertypus prägte. Oft verglichen mit John F. Kennedy, war Palme seiner Zeit weit voraus in seinem gewandten Umgang mit den Medien, bestätigt Gegenwartshistoriker Kjell Östberg:  „Vor Palme scharrten die Medien noch mit den Füßen und baten Herrn Exzellenz untertänig um ein Interview und schrieben dann dankbar auf, was der Ministerpräsident zu sagen hatte. Palme und die Medien lebten in einer Symbiose, was man damals so noch nicht kannte. Die Presse entdeckte plötzlich, dass sie es mit einem Politiker und später Ministerpräsident zu tun hatte, der einen Dialog mit den Medien wollte."

Interview: Liv Heidbüchel

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