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Mord an Olof Palme

Ermitteln ohne heiße Spur

Publicerat tisdag 22 februari 2011 kl 11.59
25 Jahre Palme-Ermittlung
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Chefermittler Stig Edqvist vor 225 Metern mit Material zum Fall Olof Palme. Foto: Scanpix
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Blumen am Tatort 1986. Foto: SVT Bild

Knapp 25 Jahre nach dem Mord an Ministerpräsident Olof Palme, gibt es immer noch keinen verurteilten Täter. Die schwedische Polizei arbeitet weiter geduldig an einem der meist beachteten Fälle weltweit, ohne eine heiße Spur. Immerhin haben sich 130 Personen gemeldet und behauptet, sie seien der Mörder. Da es keine Verjährungsfrist für Mord gibt, ist es gut möglich, dass die Polizei ein weiteres Vierteljahrhundert ermittelt.

Der Polizeifunk vor 25 Jahren verdeutlicht, wie schwer es damals selbst der Polizei fiel, die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße erschossen worden war. Seitdem ist ein Vierteljahrhundert vergangen und im Keller des Polizeihauses im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen sind in Regalen 225 Meter Material und Akten im Fall Palme. Der Leiter der Palme-Ermittlungsgruppe, Stig Edqvist, zeigt das Material. Der Fall Palme ist immer noch nicht abgeschlossen.

 „Das ist nicht leicht, sich da durchzulesen. Das würde, glaube ich, 13 Jahre ohne Unterbrechung an den Wochenenden dauern, wenn man 300 Dokumente am Tag liest“, meint Edqvist. Die Polizei geht weiter Hinweisen nach. So haben sich mehr als 130 Personen selbst im Laufe angezeigt. Alle wurden jedoch von der Polizei ausgeschlossen. Es wird also weiter ermittelt

„Wir schauen immer noch, können wir das ausschließen oder können wir da weiter recherchieren“, erklärt die zuständige Staatsanwältin Kerstin Skarp.

Mörder frei gesprochen?

Die Ermordung von Ministerpräsident Olof Palme und die vor allem zu Beginn mit Pannen gesegneten Ermittlungen wurden zum Trauma Schwedens. Im Jahr 1989 schien der Fall schon geklärt, als das Amtsgericht Stockholm Christer Pettersson für den Mord an Palme verurteilte. In der zweiten Instanz kam Pettersson jedoch frei. Das vorgelegte Material hatte für eine Verurteilung nicht gereicht. Stig Edqvist ist sich jedoch fast sicher, weil es ja mit Palmes Frau eine Augenzeugin gibt: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Lisbeth Palme direkt daneben stand und auf sie selbst auch geschossen wurde. Und sie ist sich ja hundertprozentig sicher, dass es Christer Pettersson war. Daran kommt man nicht vorbei. Aber er wurde nicht verurteilt und der Oberste Gerichtshof hat die Sache nicht aufgenommen.“

Christer Pettersson ist 2004 verstorben und hat seine Wahrheit im Fall Palme mit ins Grab genommen. Die Pettersson-Spur ist nur eine von vielen, an denen die Behörden weiter arbeiten, wie Staatsanwältin Skarp ausführt: „Solange es eine Ermittlung gibt, solange gibt es auch Hoffnung. Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir nicht weiter kommen. Manchmal haben wir das Gefühl, dass es wert ist, dem weiter nachzugehen.“

Unbrauchbare Beweise

Immer wieder tauchen Gegenstände auf, die eventuell mit der Ermordung Palmes zu tun haben. Wie etwa der so genannte Mockfjärd-Revolver, der aus einem See gefischt wurde, und von dem die Polizei glaubt, es sei die Mordwaffe gewesen. Der Revolver war jedoch in derart schlechtem Zustand, dass dies kriminaltechnisch einfach nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

„Man muss einfach Realist sein. 25 Jahre sind vergangen und wir haben keine Verurteilung“, meint Stig Edqvist und räumt ein, dass die Enttäuschung darüber, nie den Mörder von Olof Palme gefasst zu haben, groß ist. „Das ist ein Versagen für alle, vor allem für die Polizei, die zusammen mit der Staatsanwaltschaft ermittelt. Es ist tragisch vor, allem wenn man daran denkt, dass es sich um den damaligen Ministerpräsidenten handelt, der erschossen wurde.“

Weiter Belohung ausgesetzt

Die Ermittlungen gehen auch ohne heiße Spur und weniger intensiv weiter. Immer noch ist eine Belohnung von gut 5,5 Millionen Euro auf Hinweise zur Klärung des Verbrechens ausgestellt. Wie lange noch ermittelt wird, kann selbst Staatsanwältin Skarp nicht einschätzen: „Im Prinzip können wir hier bis in alle Ewigkeit ermitteln. Aber ich glaube, wenn alle Menschen die etwas bezeugen könnten, tot sind, wird es schwer, sinnvoll weiterzuarbeiten.“

Gut 50 Millionen Euro hat die Arbeit am Fall Palme bislang verschlungen. Es wäre wohl das endgültige Eingeständnis einer Niederlage, wenn die Ermittlungen endgültig eingestellt würden. Dazu noch einmal Kerstin Skarp: „Es muss schon sehr deutlich werden, dass man nicht weiter kommt. Das wäre meiner Meinung nach sehr unbefriedigend. Aber irgendwann kommt man immer zu einem Punkt, wo es nicht weitergeht, und da schreibt das Gesetz vor, dass man die Ermittlungen einstellt.“

Solange die Ermittlungen laufen, sind die Unterlagen auch nicht öffentlich zugänglich. So ist es auch schwer für Außenstehende zu beurteilen, wie gut die Arbeit der Behörden war und ob nicht vielleicht doch eine wichtige Spur übersehen worden ist.

Dieter Weiand

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