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Mordfall Palme

Ermittlungen laufen weiter

Publicerat tisdag 28 februari 2006 kl 12.15
Leif GW Persson (Foto: Anders Roth SR Bild)

350 Millionen Kronen haben die Ermittlungen im Fall Palme bisher gekostet, umgerechnet etwa 36 Millionen Euro. Doch trotz fieberhafter Suche konnte die Polizei den Mord an Olof Palme in 20 Jahren nicht aufklären. Bis heute sucht eine Spezialeinheit mit derzeit 8 Mitarbeitern nach dem Täter. 700 000 Dokumente haben sie bisher zum Fall zusammengetragen, mehr als 9 Jahre bräuchte ein geschulter Jurist, um sie durchzulesen. Doch die Lösung des Falles ist alles andere als in greifbarer Nähe. Es handelt sich um die weltweit umfangreichsten Ermittlungen einer Straftat.

„Ministerpräsident Olof Palme ist tot", verkündet der schwedische Rundfunk in der Nacht auf den 1. März 1986 um 1.10 Uhr. Zu dieser Zeit ist bereits ein großes Aufgebot der Polizei mit der Sicherung der Spuren am Tatort Sveavägen Ecke Tunnelgatan in der Stockholmer Innenstadt befasst. Kollegen, die die einfachsten Regeln der Spurensicherung nicht beherrschten, schimpft Leif GW Persson. Der 59-Jährige ist seit Jahrzehnten Berater der obersten Polizeibehörde, bildet junge Polizisten aus und hat den Fall Palme auch in einem Krimi verarbeitet.

Stümperhafte Fahndung

Bei der Jagd auf den Palmemörder sei so ziemlich alles schief gelaufen, kritisiert der Kriminologe: „Der Tatort wurde nicht richtig untersucht, die Anwohner wurden nicht befragt. Niemand hat sich angeschaut, was Palme in den Tagen danach vor hatte. In den ersten Stunden hatte man gute Chancen, den Täter zu finden, wenn man sich alle vorgenommen hätte, die am Schauplatz waren. Später haben dann Leute übernommen, die von praktischer Polizeiarbeit nicht die blasseste Ahnung hatten. Das war eine sehr traurige Geschichte.“

Zufälligkeiten 

Wenige Tage nach dem Mord finden Passanten die tödlichen Kugeln. Zunächst verdächtigt die Polizei einen 33-Jährigen, den sie jedoch schon nach einer Woche wieder laufen lassen muss. Ein Jahr später verbeißt sich Fahndungsleiter Hans Holmér in die sogenannte Kurdenspur: Separatisten der kurdischen PKK sollen Palme ermordet haben, weil ihnen der Regierungschef keine Zuflucht im Norden gewähren wollte. Die Ermittler nehmen zudem Verschwörer in der Szene des internationalen Waffenhandels ins Visier. Sie verdächtigen südafrikanische Rassisten und deutsche Terroristen der RAF. Auch eine Verschwörung in den eigenen Reihen schließen sie nicht aus.

Pettersson verurteilt und freigesprochen

Knapp drei Jahre nach der Tat nimmt die Polizei dann Christer Pettersson fest. 1989 wird der vorbestrafte und drogenabhängige Mann zu lebenslanger Haft verurteilt, im Berufungsverfahren jedoch wieder freigesprochen. Das Gericht sieht die Aussage der Witwe Lisbet Palme, die die Schüsse auf ihren Mann aus nächster Nähe miterlebt hatte, nicht als ausreichenden Beweis für die Schuld Petterssons an. Zudem gibt es Pannen bei der entscheidenden Gegenüberstellung von Lisbet Palme und dem mutmaßlichen Mörder.

Palmes Sohn Mårten ist jedoch davon überzeugt, dass Christer Pettersson der Täter war: „Er war ohne Zweifel eine äußerst unangenehme Person. Er nahm Drogen. Die Ermittler vermuteten, dass er so etwas wie eine wandelnde Zeitbombe war, nach einem langen Konflikt mit der schwedischen Justiz. Und dass er diese Kränkung durch den Mord an meinem Vater rächen wollte. Ich bin überzeugt, dass er der Schuldige ist. Aber ich wüsste gern, wie er an die Waffe gekommen ist. Und was ihn wirklich zu der Tat getrieben hat.“

Christer Pettersson kann auf all diese Fragen nicht mehr antworten. Er starb im Herbst 2004. Auch die Tatwaffe, ein Revolver der Marke Smith & Wesson ist bis heute nicht aufgetaucht. In fünf Jahren verjährt der Mord an Olof Palme.

Agnes Bührig

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