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25 Jahre nach dem Mord

Die Welt erinnert sich an Palmes Erbe

Publicerat torsdag 24 februari 2011 kl 13.23
"Palme war nicht irgendein Politiker"
(7:30 min)

Am 28. Februar jährt sich der bis heute nicht gelöste Mord am damaligen Ministerpräsidenten Olof Palme zum 25. Mal. Dieses Datum ruft Erinnerungen an den streitbaren Politiker wach – in Schweden, vor allem aber in der Welt.

Zu Zeiten des Kalten Krieges war es nicht schwer, sich für außenpolitische Fragen zu engagieren. Olof Palme aber brannte für die Außenpolitik - und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Klassisch etwa die Verbalattacke gegen die Schergen des Franco-Regimes nach der Hinrichtung junger baskischer Nationalisten 1975. 

„Das Sagenhafte ist, dass es immer weiter geht… dass diese teuflischen Mörder weitermachen können.“ 

Nicht weniger berühmt ist Palmes Weihnachtsansprache von 1972. Die USA hatten die nord-vietnamesische Stadt Hanoi bombardiert, Palme verglich die Aktion mit Nazi-Verbrechen und anderen faschistischen Gräueltaten der Geschichte, deren Tatorte er aufzählte. „Nun gesellt sich ein weiterer Name hinzu: Hanoi, Weihnachten 1972.“ 

Die USA waren außer sich, unterkühlte diplomatische Verbindungen die Folge. Palmes außenpolitische Angriffe wirkten sich auch auf die Debatte im Reichstag aus: Die Außenpolitik der Sozialdemokraten unter Palme sei kontraproduktiv für ein kleines Land wie Schweden, so ein häufiger Vorwurf. Palme war jedoch kein Heißsporn, sondern wählte seine scharfen Kommentare mit Bedacht, betont Pierre Schori, Staatssekretär im Außenamt in den Jahren 1982 bis 1991. 

Scharfe Formulierungen im Reichstag nicht gelitten

„Das waren ganz bewusste Formulierungen. Ich erinnere mich an die Frage des dänischen Ministerpräsidenten Jens Otto Kragh an Palmes Vorgänger Tage Erlander, warum Palme immer so zuspitzen muss. Er wollte eine breitere Öffentlichkeit, und die bekommt man nur mit starken Worten. Dahinter lag genaues Kalkül, um für entsprechende Schlagzeilen zu sorgen. War dies erstmal geschafft, konnte die Diskussion weitergehen.“ 

Als Ergebnis seines außenpolitischen Engagements genießt Palme heute vor allem im Ausland große Aufmerksamkeit, bemerkt Schori. Mehr als im eigenen Land. 

„Anlässlich von Buchneuerscheinungen über Palme war ich im vergangenen Jahr in Spanien und Italien und erinnere mich insbesondere an eine Lesung in Rom, bei der mehrere Zuhörer anfingen zu weinen. Palme traf einen gewissen Ton beim Thema Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und auch bei Einwandererfragen. Nicht wir und die, sondern nur wir. In Schweden leben vor allem Palmes Ideen. Zu behaupten, seine Ideen seien tot, wäre dasselbe wie die UN oder die Menschenrechtserklärung für tot zu erklären, oder das Völkerrecht oder die Armutsbekämpfung. Aber sicher: Heute ist es stiller um diese Fragen geworden. Man kann Außenpolitik nicht über Twitter oder Blogs betreiben.“

Ausland erinnert sich mit Hochachtung

Mit Respekt äußern sich heute namhafte Politiker aus dem Ausland über Olo f Palme und sein Erbe, nachweislich seinen Einsatz für die Ost- und Entspannungspolitik. So sagte Lord Owen, ehemaliger britischer Außenminister und einer der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei, gegenüber Sveriges Radio International: „Ich denke, international betrachtet war der von uns verfasste außenpolitische Sicherheitsbericht zu Beginn der 1980er Jahre sehr wichtig. Denn als Gorbatschow die politische Bühne betrat, begann er in Sachen Verteidigung und Abrüstung um Rat zu fragen. Der Delegierte des Obersten Sowjet, Arbatow, nutzte als Mitglied der Palme-Kommission das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit als Ideenquelle für Gorbatschow und andere, die Veränderung wollten. Und er hatte einigen Einfluss. So manche Richtlinie klang wie ein Kapitel aus unserem Abschlussbericht.“ 

Boris Pankin, zwischen den Jahren 1982 und 1990 russischer Botschafter in Stockholm, erinnert sich:

„Palme war nicht irgendein Politiker. Er wusste jedes Gespräch besonders einzuleiten. Das waren keine formellen Treffen zwischen einem Ministerpräsidenten und einem Botschafter, sondern passten so gar nicht zu der damaligen Logik der schwedisch-sowjetischen Beziehungen. Einmal lud er mich ein, schlug sein Fotoalbum auf und zeigte mir Bilder seiner Familienangehörigen und seiner lettischen Verwandten. Plötzlich machte er das Album zu und sagte: Wissen Sie was? Ich möchte trotz allem gern die Sowjetunion besuchen und wäre überaus dankbar, könnten Sie diesen Wunsch an Moskau weiterleiten.“ 

Auch in Deutschland ist die Erinnerung an Palme lebendig – verständlicherweise insbesondere bei den Sozialdemokraten. Gegenüber Radio Schweden sagte Franz Müntefering: „Olof Palme war für mich und meine Generation so etwas wie der junge Bruder Willy Brandts. Wir waren uns sicher, Palme würde die sozialdemokratische Idee weiter in die Welt tragen. Als er ermordet wurde, waren sich alle einig, dass wir mit ihm noch viele, viele Jahre weiter Politik hätten machen können - in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Wir denken in großer Sympathie an ihn.“

Politikerwoche in Almedalen 

In der schwedischen Innenpolitik fehlt insbesondere den Sozialdemokraten ein Palme, ein Politiker mit Charisma, der die Partei künftig leiten wird. Aber nicht zuletzt während der Politikerwoche in Almedalen auf der Ostseeinsel Gotland ist Palmes Erbe spürbar. Alljährlich sammeln sich dort Politiker von Rang und Namen und geben sich von ihrer volksnahen Seite wie sonst im ganzen Jahr nicht. Zurück geht dies auf Olof Palme: Im Sommer 1968 wandte sich der damalige Bildungsminister von der Ladefläche eines Kleinlasters zum ersten Mal auf diese unkonventionelle Art und Weise an die Bevölkerung und potentiellen Wähler. Diese Tradition lebt bis heute fort.

Liv Heidbüchel/ Sveriges Radio International

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