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Palme-Verhandlung

Christer Petterson: „Warum sollte ich ihren Mann erschossen haben?“

Publicerat måndag 18 september 1989 kl 14.51

Auch bei ihrer Aussage vor dem Oberlandsgericht hat die Witwe des erschossenen Olof Palme, Lisbet Palme, heute vormittag den Angeklagten Christer Pettersson zweifelsfrei als den Mörder ihres Mannes identifiziert. Auf Nachhaken von Gerichtspräsidentin Birgitta Blom, sagte die Zeugin aber auch, dass sie Pettersson nach der Tat nur einige wenige Sekunden gesehen habe.

Nach ihren eigenen Angaben verfügt Lisbet Palme über ein gutes Gedächtnis für visuelle Eindrücke. Die Witwe von Olof Palme blieb in allen wesentlichen unkten bei der Aussage, die sie vor drei Monaten in der ersten Verhandlung vor dem Stockholmer Amtsgericht gemacht hatte. Sie erklärte heute in der Berufungsverhandlung, dass Pettersson der Mann gewesen sei, der direkt nach dem Mord am 28. Februar 1986 in der Stockholmer Innenstadt, wenige Meter entfernt von ihr gestanden hat.

Pettersson nicht im Saal
Auch bei der heutigen Verhandlung durfte der Angeklagte auf Wunsch von Lisbet Palme nicht im Gerichtssaal anwesend sein. Er verfolgte das geschehen über eine Lautsprecheranlage in einem Nebenraum. Als Christer Pettersson schließlich nach der Befragung in den Saal geführt und erneut von Lisbet Palme identifiziert wurde, gab er dem heutigen Verhandlungstag eine dramatische Note.

Pettersson erhielt die Genehmigung selbst eine Frage an die Zeugin zu stellen. Nach einer eher allgemeinen Bemerkung über die Erleichterung, die der Tag an dem die Wahrheit ans Licht kommt, bedeuten wird, fragte er sie direkt: „Warum sollte ich ihren Mann, der ein Freund der Schwachen und Unterdrückten war, erschossen haben?“

Nur kurz gesehen
Die Witwe des sozialdemokratischen Politikers gab herauf keine Antwort. Dann wies Pettersson darauf hin, dass 90 000 Stunden vergehen würden, bis er seinen ersten Freigang erhält, wenn das Gericht ihn zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er bat Lisbet Palme, der Gerichtspräsidentin Birgtta Blom fest in die Augen zu sehen und zu antworten. Auch hier schwieg die Angesprochene. Blom erklärte nach einer Weile: „Lisbet Palme nickt.“

Nach Abschluss der Verhandlungen am Vormittag bezweifelten Experten heute nochmals, ob Lisbet Palmes mehr als drei Jahre alte Beobachtungen für einen eindeutigen Schuldspruch ausreichend sein können. Besonders, nachdem sie heute zugestehen musste, dass sie den mutmaßlichen Täter nur einige wenige Sekunden gleich nach der Tat gesehen hatte.

Auf die Tatsache des langen Zeitraums zwischen der Tat und der Identifizierung von Christer Pettersson, haben sich auch Verteidigung und Anklage mit jeweils einem Sachverständigen eingestellt. Beide sind Psychologen und haben bisher noch nicht vor dem Gericht ausgesagt.

Sybille Neveling

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