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Palme-Prozess Oberlandesgericht

Pettersson bleibt in Haft

Publicerat måndag 9 oktober 1989 kl 15.05
Weg des Palmemörders

 

Christer Pettersson, angeklagt für den Mord an Ministerpräsident Olof Palme, bleibt vorläufig in Haft. Das Gericht gab nach dem Schlussplädoyer dem Antrag seines Verteidigers, ihn umgehend auf freien Fuß zu versetzen, nicht statt.

Nachdem Christer Pettersson heute noch einmal seine Unschuld beteuert hatte, hielt sein Verteidiger Arne Liljeros ungefähr eine Stunde lang das abschließende Plädoyer, in dem er Freispruch und die sofortige Freilassung seines Klienten verlangte. Wie schon in der ersten Instanz vor dem Stockholmer Amtsgericht im Juli, betonte Liljeros, dass die technische Beweisführung gegen seinen Klienten nicht verwendbar sei:Der schwedischen Polizei ist es bisher nicht gelungen, die Tatwaffe zu finden, es gibt keine Fingerabdrücke und in Petterssons Kleidung konnten keine Pulverspuren nachgewiesen werden, die darauf hindeuten, dass er eine Waffe abgefeuert hat. Die ganze Beweisführung ruhe also auf Zeugenaussagen.

Formfehler
Wie erwartet griff Liljeros insbesondere die Hauptzeugin Lisbet Palme, die Witwe Olof Palmes an. Sie habe erst sehr spät bei den Voruntersuchungen begonnen, über den starren Blick des Täters zu sprechen. Zudem sei bei den Polizeiverhören mit ihr  nicht alles ganz korrekt zugegangen. Verteidiger Liljeors selbst war beispielsweise nicht anwesend, als Lisbet Palme Christer Pettersson als Täter identifizierte.

Weiter führte Arne Liljeros an, Christer Pettersson habe sich nie für Schusswaffen interessiert oder sei für unerlaubten Waffenbesitz verurteilt worden. Eine Tat, wie der Mord an Olof Palme, stimme - so Liljeros - einfach nicht mit Petterssons Charakter und Lebensstil überein. Die Mordtheorie der Staatsanwaltschaft, dass Pettersson das Ehepaar Palme mehrere Stunden vor der Tat gesehen, den Mord geplant und dann ausgeführt habe, bezeichnete Verteidiger Liljeros als Phantasterei.

Organisierte Tat
Vielmehr sei das Attentat organisiert, vermutlich politisch organisiert. Damit verwies der Verteidiger auf mehrere, bisher ungeklärte Angaben über Personen, die in der Mordnacht mit Walki-Talkies gesehen worden sein sollen. Der Verteidiger plädierte also auf Freispruch und forderte die sofortige Freilassung seines Klienten.

Vemutlich uneiniges Gericht 
Nach einer kurzen Besprechung teilte das Gericht unter Vorsitz von Oberlandesgerichtspräsidentin Birgitta Blom mit, dass Pettersson vorläufig in Haft bleibt.

Falls jedoch beim Gericht, das aus vier Juristen und drei Schöffen besteht, Einigkeit über eine allzu schwache Beweislage gegen Christer Pettersson herrschen würde und somit ein Freispruch zu erwarten stünde, wäre Petersson sogleich auf freien Fuß versetzt worden. So wie die Dinge jetzt stehen, sind sowohl ein Freispruch als auch eine Verurteilung möglich.

Die Urteilsverkündung ist für Donnerstag den 2. November angesetzt.

Sybille Neveling

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