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Neues Buch über den Palme-Mord

„Das Jenseits kann warten"

Publicerat torsdag 25 oktober 2001 kl 10.53
Bild aus glücklichen Tagen: Lisbet Palme zieht ihren Mann Olof am Ärmel in eine andere Richtung. (Foto: Scanpix)

Die Spekulationen, wer Ministerpräsident Olof Palme 1986 erschossen hat, sind vielseitig. Erst waren es Anhänger der PKK, dann der Geheimdienst in Südafrika. 15 Jahre nach der Tat hat sich jetzt die Hauptzeugin, Lisbet Palme erstmals in einem Zeitungsinterview zu Wort gemeldet.

Neue Fakten kann Lisbet Palme nicht präsentieren. Doch nach 15 Jahren quälender Untersuchungen ohne den geringsten Fortschritt will die Witwe nicht länger schweigen. In ihrem ersten ausführlichen Zeitungs-Interview seit dem Mord am 28. Februar 1986 erhebt sie schwere Vorwürfe gegen das Berufungsgericht. Während das Amtsgericht Christer Pettersson in erster Instanz für den Mord an Palme zu lebenslanger Haft verurteilt hatte, sprach das Oberlandesgericht, die zweite Instanz, ihn drei Monate nach dem Urteilsspruch frei.

Voreingenommenes Gericht
Dass ihrem Urteil als Hauptzeugin nicht geglaubt wurde, so kritisiert Lisbet Palme, habe damit zu tun, dass die Richter parteiisch waren.

Eine Ansicht, die auch Palmes damals engster Mitarbeiter, der frühere Staatssekretär Ulf Dahlsten vertritt: „Man kann sich fragen, wie objektiv das war, was Lisbet Palme im Gericht gesagt hat. Ich weiss, dass sie sich daran gestört hat, dass die Vorsitzende des Gerichts, Birgitta Blom und Olof Palme zu Studentenzeiten politische Kontrahenten waren. Und das hat sich auch auf die Gefühle zwischen beiden Familien ausgewirkt. Und das ist natürlich ungünstig, wenn die Hauptzeugin erlebt, dass es die Richterin schwer hat, ihre Zeugenaussage zu beurteilen.“

Auch Lars-Göran Nilsson kritisiert das Verfahren. Der Psychologie-Professor war damals als Experte geladen, um das Gericht darüber zu informieren, was die Erinnerungsforschung zum Fall beitragen kann. Doch die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnis, dass Menschen sich unter Schockeinwirkung jede kleinste Information merken, sei nicht zur Anwendung gekommen. Stattdessen ging das Gericht davon aus, Lisbet Palme habe sich im Augenblick des Unglücks darauf konzentriert, Hilfe zu holen. Dies stützte die These, sie könne den Täter nicht mit hundertprozentiger Sicherheit identifizieren.

Olof Bremberg, der an dem Freispruch beteiligt war, steht jedoch zu dem Gerichtsbeschluss von damals: „Wir haben lange und ausführlich überlegt, bevor wir zu diesem Beschluss gekommen sind. Und wir haben so geurteilt, dass man sich nicht vollständig auf die Aussage von Lisbet Palme verlassen konnte.“

„Der Mörder ist Christer Pettersson"
Auch wenn ein Mörder ihres Mannes bisher nicht gefasst ist, ist Lisbet Palme sicher, dass sie weiß, wer es war. Und nur, weil er bisher nicht hinter schwedischen Gardinen sitzt, sollte man nicht glauben, dass es ihn nicht gebe, meint die studierte Psychologin. Der Antrag, das Verfahren gegen Christer Pettersson noch einmal aufzurollen, wurde jedoch 1998 vom Obersten Gericht abgelehnt.

Licht in das Dunkel der von vielen Fehlern und Pannen geprägten Untersuchung im Fall Palme will auch Ulf Dahlsten bringen. Zur Tatzeit war er Staatssekretär bei Olof Palme und dessen engster Mitarbeiter. „Nirvana kan vänta" – „Das Jenseits kann warten" heißt sein Buch, das nächste Woche erscheint und - wer hätte es gedacht - die Kritik von Lisbet Palme unterstützt. Der Zeitpunkt für ihren Gang an die Öffentlichkeit ist also gut gewählt.

Agnes Bührig

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