Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Wer wird Nachfolger?

Auch Baylan geht

Publicerat måndag 7 mars 2011 kl 08.25
Beide verlassen die Parteispitze - Mona Sahlin und Ibrahim Baylan

Nach der Vorsitzenden der schwedischen Sozialdemokraten, Mona Sahlin, hat jetzt auch Parteigeneralsekretär Ibrahim Baylan seinen Rücktritt angekündigt. In einem Offenen Brief auf der Webseite der Partei erklärte Baylan, mit seinem Schritt wolle er zur Neubildung einer gleichberechtigten Parteispitze beitragen.

Erst Anfang 2009 war Baylan auf Vorschlag Mona Sahlins zum Generalsekretär gewählt worden. Verlassen wird er sein Amt nun im Zusammenhang mit dem Parteisonderkongress in knapp drei Wochen, auf dem über beider Nachfolge entschieden werden soll.

Der Rücktritt des Generalsekretärs hat nicht zuletzt den Spekulationen über den künftigen Parteivorsitz neue Nahrung gegeben – denn das Führungsduo solle nicht gleichen Geschlechts sein, betont Baylan: „Ich finde es wichtig, dass man in einer feministischen Partei einen Mann und eine Frau an der Spitze hat. Wenn ich diesen Bescheid jetzt an das Wahlkomitee weitergebe, hat es die Möglichkeit, verschiedene Kombinationen zu finden und bald einen Vorschlag präsentieren zu können.“

Rücksicht auf mehrere Faktoren

Bei der mühsamen Suche nach einer Nachfolge für Sahlin muss die angeschlagene Partei auf eine Reihe verschiedener Faktoren Rücksicht nehmen.

Es geht nicht nur um die Geschlechtszugehörigkeit, sondern auch darum, ob die betreffende Person innerhalb der Partei eher dem rechten oder dem linken Spektrum angehört – und nicht zuletzt spielen auch geografische Erwägungen eine Rolle: Die Parteispitze sollte sich nicht nur in der Hauptstadt zu Hause fühlen, sondern auch Verbindungen zu anderen Regionen haben.

Baylans Bestehen auf einem gemischten Führungsdoppel legt nun nahe, dass ihm eine Frau nachfolgen wird; denn als die „heißen“ Namen als Sahlin-Nachfolger gelten mit Tomas Östros, Sven-Erik Österberg und Mikael Damberg bisher ausschließlich Männer.

„Ein Comeback ist möglich“

2009 zum Generalsekretär gewählt, hatte Baylan ursprünglich bis zum Jahr 2013 im Amt verbleiben sollen. Den vorzeitigen Absprung begründet der Vater zweier kleiner Kinder nun offiziell mit dem Wunsch, künftig mehr Zeit für die Familie zu haben.

In einem Interview im Schwedischen Fernsehen am Sonntag ließ er jedoch auch kaum Zweifel daran, dass die Situation innerhalb der Sozialdemokratischen Partei derzeit einem Tohuwabohu gleicht: ”Ich denke, die ist das Bild, das wir im Großen und Ganzen abgegeben haben – und das geht nicht“, so Baylan. Gleichzeitig gibt er sich optimistisch: „ Ich bin vollkommen überzeugt, dass uns ein Comeback gelingen kann. Bis zu den nächsten Wahlen sind es noch dreieinhalb Jahre.“

Die Luft ist rein

Christer Isaksson, Schriftsteller und aktiv in Schwedens gesellschaftlichen Debatten, hat einen guten Einblick in die Gegebenheiten der vormals größten Partei. Die Tatsache, dass sowohl Sahlin als auch Baylan ihre Posten zur Verfügung stehen, wertet er positiv: "Ich glaube, in der Partei wird man es so sehen: Jetzt verschwinden die beiden Personen, die letztlich für den Wahlverlust die Hauptverantwortung tragen, Parteichefin Sahlin und Generalsekretär Baylan. Nun ist die Luft gereinigt, und wir können von vorn beginnen.“

Freilich läuft die Arbeit der Wahlkommission bisher merkbar dröge. Offenbar, so Christer Isaksson, habe man bislang zwischen den verschiedenen Strömungen in der Partei noch keinen erfolgreichen Kuhhandel abschließen können: „Kuhhandel hat es innerhalb der Sozialdemokratie immer gegeben, gibt es in allen Parteien, wenn die Wahl eines neuen Parteichefs ansteht. Der Wahlkommission ist es bisher nicht gelungen, dafür zu sorgen, dass die verschiedenen Bereiche jeweils zufrieden gestellt werden und sich einigen können. Hier ist noch einiges zu tun.“

Anne Rentzsch/SR International

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".