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KRIMINALITÄT

Großeinsatz gegen organisiertes Verbrechen

Publicerat måndag 7 mars 2011 kl 12.45
Wappen der Stadt Södertälje (Foto: Roger Vikström/Scanpix)

In Södertälje läuft derzeit die größte konzertierte Aktion gegen das organisierte Verbrechen, die es in Schweden je gegeben hat. Polizei und übrige beteiligte Organe sind entschlossen, das organisierte Verbrechen in der Stadt gänzlich zu zerschlagen – insbesondere das kriminelle Geflecht, das als „Södertälje-Netzwerk“ weit über die Stadtgrenzen hinaus berüchtigt ist.

Das mittelschwedische Södertälje ist in den vergangenen Jahren weltweit als „Little Bagdad“ bekannt geworden: Während des Irak-Kriegs nahm die Stadt mehr irakische Flüchtlinge auf als die USA und Kanada zusammen. Mittlerweile verbindet man das Stichwort Södertälje aber nicht mehr nur mit der Tatsache, dass mehr als 40 Prozent der Einwohner ihre Wurzeln im Ausland haben. Södertälje – das steht auch für das immer skrupellosere, immer brutalere Wirken schwerstkrimineller Gangs. Einige ihrer mutmaßlichen Führer werden Hunderter Verbrechen verdächtigt, gehen der Polizei aber dennoch nicht ins Netz. Da werden Zeugen mit Drohungen und Misshandlungen zum Schweigen gebracht, werden missliebige Personen bei Bedarf schlicht „liquidiert“. Nun also will die Polizei kraftvoll zurückschlagen. „Bisher hat es soweit ich weiß keine derart umfassende Aktion gegeben“, so Gunnar Appelgren, Leiter des Dezernats für organisierte Kriminalität. „Zum einen steuert die Polizei in Stockholm Ressourcen bei. Zum anderen sind neben der Polizei eine Reihe anderer Organe eingeschaltet. Gemeinsam werden wir auf jeden Fall kräftige Schritte gegen die organisierte Kriminalität tun können, die von Södertälje ausgeht.“

Schutzgeld, Erpressung, Gewalt

Polizei und Politiker in Södertälje hatten seit mehreren Jahren versucht, bei der Polizeiführung in Stockholm Gehör für die wachsenden Probleme mit der Macht krimineller Gangs zu finden. Ganz oben auf der Liste stand und steht dabei das so genannte Södertälje-Netzwerk. Die Mitglieder erpressen Unternehmer und gewöhnliche Bürger, treiben Schutzgelder ein und begehen im Konflikt mit anderen Gangs schwere Gewaltverbrechen. Nach einer von zahlreichen Schüssen untermalten mutmaßlichen Banden-Auseinandersetzung auf offener Straße im vergangenen Frühjahr wachte man in Stockholm auf: Die Polizeiführung startete ihren Großeinsatz. „Von Seiten Södertäljes hat man jahrelang darauf aufmerksam gemacht, dass es große Probleme mit dem organisierten Verbrechen gibt. Viele schwere Taten sind zu verzeichnen. Auf der Ebene des Verwaltungsbezirks haben wir da wohl nicht gut genug zugehört, haben den Dingen nicht genügend Glauben geschenkt“, räumt Gunnar Appelgren ein. In den Großeinsatz sind nun außer den rund 60 Polizisten mehrere Behörden eingebunden, so das Finanzamt, die Versicherungskasse, die Geheimpolizei und das Amt für Wirtschaftsverbrechen.

Bereits erste Erfolge

Schon jetzt hat die Aktion erste Erfolge gezeitigt. Nach den Schüssen auf offener Straße vom vergangenen Frühjahr sind zwei Personen festgenommen und zu jeweils vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem sitzen zwölf Personen in Untersuchungshaft – sie sind verdächtig, dem Södertälje-Netzwerk anzugehören und in den Mord an zwei Brüdern im Juli 2010 verwickelt zu sein. Nun gelte es von Seiten der Polizei, den Einwohnern zu zeigen, dass man gute Arbeit leiste, so Gunnar Appelgren. Dann bestehe nicht zuletzt Hoffnung auf mehr Tipps von Seiten der Allgemeinheit – Tipps, die die Ermittlungen voranbringen können. „Wir bekommen unter der Hand viele Geheiminformationen von verschiedenen Seiten – aber so richtig traut man sich oftmals nicht. Wenn wir zeigen können, dass wir die Untersuchung erfolgreich führen, dann, so hoffe ich, können wir Voraussetzungen dafür schaffen, dass die guten Kräfte auf den Plan treten.“

Anne Rentzsch/SR

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