Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Der Film zum Buch

Uraufführung in Nordschweden: „Populärmusik aus Vittula"

Publicerat tisdag 21 september 2004 kl 11.20
1 av 3
2 av 3
Bengt Niska
3 av 3
Regisseur/Drehbuchautor Reza Bagher und Schauspieler Björn Kjellman wirken zufrieden mit ihrer Arbeit

„Populärmusik aus Vittula" hat sich als Buch in Schweden über 750.000mal verkauft, ist in 15 Sprachen übersetzt worden und in 23 Ländern erschienen. Das Geheimnis des Erfolgs mag die Exotik sein. Das Buch spielt in Nordschweden, an der Grenze zu Finnland und erzählt nicht nur die Geschichte zweier Jungen, die dort aufwachsen, sondern schildert auch die Besonderheiten des Völkchens hoch oben im Norden im Tornedal. Nun ist das Buch an den Originalschauplätzen verfilmt worden und hatte dort auch Premiere.

Mitte der sechziger Jahre, als Schweden aufblühte und es mit der Wirtschaft aufwärts ging, da kam der Fortschrittsrausch sogar nach Tornedalen. So berichtet es der Erzähler am Anfang des Filmes.

Abtauchen in die Geschichte

Der Fortschrittsrausch walzt sich förmlich durch die kleine Stadt: eine Raupe asphaltiert die allererste Straße, die Bauarbeiter werden empfangen wie der König. Doch die neue Asphaltstraße ist nur ein sichtbares Zeichen für den Fortschritt.

Einige haben sogar schon Fernseher, oder einen Plattenspieler. Andere nicht mal ein Radio. In Niilas Familie bedeutet Fortschritt, mal nicht verprügelt zu werden. Bei Matti zuhause sitzen drei Generationen neugierig vor dem ersten Fernseher. Wie die beiden Jungen Matti und Niila Freunde werden, bleiben und sich trennen, der Film erzählt es heiter und ironisch.

Kultur zwischen den Stühlen 

Sie gehen gemeinsam in die Schule, werden dort ermahnt, Schwedisch und nicht Finnisch zu sprechen. Und bald begreifen die Jungen: ihr Tornedal ist eine Gegend dazwischen: es gehört nicht zu Finnland und auch nicht zu Schweden. Buch und Film haben diesem Niemandsland nun neue Hoffnung auf einen Aufschwung gegeben. In den Sechzigern kam der Fortschritt mit der Asphaltraupe. Nun kommt der Aufschwung mit den Touristen. Fast drei Viertel mehr Besucher innerhalb eines Jahres hat die Touristeninformation gezählt.

Aber auch im Ort Pajala selbst, wo das Buch spielt, regt sich neues Treiben, wie Bengt Niska von der Kommunalverwaltung bemerkt: „Das vielfältige kulturelle Milieu hat bisher dazu geführt, dass sich viele auf ehrenamtlicher Basis in der Kulturarbeit engagiert haben. Und nun sehen wir, dass dies professioneller wird, dadurch entstehen neue Arbeitsgelegenheiten und Wachstum."

Männer müssen Machos sein

Das vielfältige kulturelle Milieu beschreibt auch der Film, allerdings auch in diesem Fall als eine Welt dazwischen: neben dem Fortschritt halten sich uralte Vorstellungen von der Verdammnis, werden Frauen und Kinder verprügelt, Feindschaften zwischen finnischen und schwedischen Sippen in archaischer Art und Weise gepflegt. So war das jedenfalls noch Mitte der Sechziger, als Autor Mikael Niemi in Pajala aufwuchs.

Heute sehen wir das anders

Zur Urpremiere des Filmes in einer Turnhalle in Pajala kamen 20.000 Zuschauer und den jungen unter ihnen ist diese Welt fremd: „Etwas schockierend war der Film. Überwältigend. Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll, er ist schon gut", sagt eine Zuschauerin und eine andere stimmt zu: „Ich war ziemlich schockiert. Aber es war gut."

Katja Güth

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".