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OSTSEE

Noch keine Entwarnung für Eislage in der Ostsee

Publicerat fredag 11 mars 2011 kl 13.49
Eisige Ostsee
(4:30 min)
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Steuermann Philip Nielsen vor dem nächsten Einsatz (Foto: Katja Güth)
Eisbrecher Atle (Foto: Katja Güth)
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Eisbrecher Atle (Foto: Katja Güth)

Die Eislage im Bottnischen Meerbusen verbessert sich langsam, doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Zuletzt vor 25 Jahren war die Ostsee zwischen Schweden und Finnland zugefroren. Nach wie vor stecken Fahrzeuge fest und warten, dass ihnen eine Fahrrinne geräumt wird. Insgesamt elf Eisbrecher sind im Bottnischen Meerbusen im Einsatz, einer ist gerade zum Tanken zurück in den Heimathafen Luleå gekommen.

Der Eisbrecher thront nahezu an der Kaje, das Schiff ist über hundert Meter lang und 40 Meter hoch. Die Matrosen gehen ihren Pflichtaufgaben nach, Proviant an Bord holen. Unablässig brummt die Pumpe, die den Schiffsdiesel in den Tank befördert. 150.000 Liter Diesel braucht der Eisbrecher für die nächste Tour. Verglichen mit dem Einsatz draußen auf der zugefrorenen See ist es ruhig im Hafen, was Erik Lovén kurz genießt: „So ein Eisbrecher kracht ja ständig. Manchmal schläft man schwer, dann hüpft man im Bett.“

In 30 Metern Höhe über Wasser oder vielmehr Eisoberfläche ist die Kommandobrücke, dort erzählt Steuermann Philip Nielsen von der letzten Tour: „Es war wirklich heftig, wir waren auf der finnischen Seite in Brahestad, um einen Erztransporter zu begleiten. Alle fünf Maschinen liefen auf vollen Touren, wir mussten sogar das Schiff krängen, also auf die Seite legen, um vorwärts zu kommen.“

Am Leitstand an den Monitoren ist die Seekarte vom Bottnischen Meerbusen zu sehen. Inzwischen sind weite Teile der Küste zwischen Gävle und Piteå wieder eisfrei. Mildere Winde aus Südwest haben das Eis tauen lassen. Nicht so Ende Februar, da war der gesamte Bottnische Meerbusen zugefroren, was höchst selten passiert. Kapitän Karl Herlin über die vergangenen zwei Wochen: „Also, ich habe das noch nicht erlebt. Vor 25 Jahren war zuletzt soviel Eis auf der Ostsee wie in diesem Winter. Die Maschinen liefen Tag und Nacht, wir haben ununterbrochen für die Schifffahrt geräumt.“

Akute Probleme für die Schifffahrt

Auf der Eiskarte sind kleine Schildchen zu sehen, die über den nördlichen Bottnischen Meerbusen verteilt sind. Allesamt Schiffe, die gerade fest stecken und auf den nächsten Eisbrecher warten. Die Kosten für das Freiräumen sind in den allgemeinen Hafenabgaben enthalten, erklärt Kapitän Herlin. Damit finanziert sich die  Flotte zu 70 Prozent selbst, den Rest schießt der Staat zu. In den 1970-er Jahren war die Eisbrecherflotte in Betrieb gegangen, um den Transport von Erz auch im Winter zu gewährleisten. „Die Schwer- und Papierindustrie im Norden ist ja auf unseren Service angewiesen. Bevor die Eisbrecher gebaut waren, wurden die nordschwedischen und -finnischen Häfen im Winter geschlossen und Beschäftige nach Hause geschickt. Die Erzgruben, Stahl- und Papierunternehmen sind auf freie Transportwege angewiesen, auch im Winter.“ Steuermann Philip Nielsen holt sich einen Kaffee, an der Treppe nach unten hängen Bilder aus vergangenen Zeiten.

Es kann schlimmer kommen

Ein Schwarz-Weiß Foto aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, ein Schiff sitzt im Eis fest. Auf dem Schnee steht, was die Gestrandeten brauchen: „Mehl, Hefe, Fleisch, Kartoffeln, Margarine, und da sieht man das Flugzeug, das die Sachen bringt.“

Eine Treppe weiter unten zeigt Steuermann Nielsen ein Foto von 1918, als das Handelsschiff Vineta Opfer des Eises wurde. „Die Besatzung konnte sich retten, aber das Schiff ist vom Eis regelrecht zerdrückt worden und gesunken.“

In der Kombüse schnauft die Mannschaft durch. Der neue Kapitän Anders Wikström meldet sich zum Dienst. Die Einsatzzeiten variieren, manche von den 25 Beatzungsmitgliedern arbeiten über einen Monat am Stück, andere arbeiten zwei Wochen und haben zwei Wochen frei. Schiffskoch Björn Söderholm von Gotland sieht etwas müde aus. Für ihn war es auch anstrengend, vor allem wenn das Wasser in den Tanks geschüttelt wird, um den Eisbrecher um 17 Grad zu krängen, also auf die Seite zu legen. „Ja, dann kann ich nur hoffen, dass die mir vorm Krängen Bescheid geben! Sonst fliegen die Töpfe durch die Kombüse.“

In ein paar Stunden läuft der Eisbrecher Atle aus zum nächsten Einsatz. Auf der finnischen Seite bei Brahestad wartet wieder ein Erztransport-Schiff auf Assistenz. Es wird hoffentlich nicht so heftig, dass die Töpfe in der Kabine fliegen. Doch sonst wird es lange Eisbrecher-Saison, meint Kapitän Karl Herlin: „Wenn es jetzt nicht sehr warm wird, dann bleibt das Eis bestimmt bis Mitte Mai liegen. Es gab schon Sommer, da hat man noch Anfang Juni bis in den Hafen von Luleå Eis gebrochen.“

Wer weiß, es könnte auch in diesem Jahr so werden.

Katja Güth

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