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SCHULE

Schule heuert private Coaches an

Publicerat torsdag 14 april 2011 kl 14.07
Steht auf private Coaches: Schulpolitiker Johan Hjelmstrand

Um der kritikwürdigen Situation der Schule Herr zu werden, greift die Kommune Upplands Väsby bei Stockholm jetzt zu neuen Maßnahmen. Als erste schwedische Kommune heuert sie private so genannte Studien-Coachs an. Die Trainer sollen erreichen, was den Lehrern offenkundig nicht gelingt: lernunwillige Grundschüler besser motivieren. Doch damit werde das Pferd am falschen Ende aufgezäumt, kritisieren die Lehrergewerkschaften. Sie fordern Veränderungen in der Schule selbst.

Dass die schwedische Schule alles andere als eine Erfolgsgeschichte ist, konnte in den vergangenen Jahren wohl kaum jemandem entgehen. Statt Disziplin Durcheinander, statt Leistungsvorgaben diffuse Schwammigkeit. Kein Wunder, dass der Lehrerberuf zu den am wenigsten geachteten gehört. Zu Beginn der 1990er-trat der Staat die Verantwortung für die Schule an die Kommunen ab – seither hat sich die Talfahrt beschleunigt: So stellen die sparfreudigen Kommunen bevorzugt unausgebildete Personen als Lehrer ein, während „teure“, ausgebildete Lehrer das Nachsehen haben. Das Ergebnis: Die Hälfte schwedischer Grundschullehrer ist praktisch ungelernt.

Schuften vor der Prüfung

„Ich bin hier, weil ich auf bessere Zensuren in den Abschlussprüfungen hoffe und weil ich es schaffen will, in die Gymnasialschule zu wechseln“, erklärt Melinda Dahlgren. Gemeinsam mit 18 weiteren Neuntklässlern ist sie in die Upplands Väsbyer Runby-Schule gekommen. Studenten, angestellt von der privaten Coaching-Firma „Up Grades Education“, helfen hier den Schülern in Sachen Lerntechnik und Motivation auf die Sprünge, außerdem steht die straff kontrollierte Erledigung der Hausaufgaben auf dem Programm. Alles Dinge, die den Schülern bisher wenig geläufig waren. Billige Lehrer – großer Nutzen, diese Gleichung geht also auch in Upplands Väsby nicht so recht  auf. Nun darf die Kommune für das knapp zwei Monate andauernde Projekt umgerechnet 10.000 Euro hinblättern.

Johan Hjelmstrand, Initiator und verantwortlich für die kommunalen Schulen in Upplands Väsby, findet dieses Geld aber gut angelegt. So komme es die Kommune immer noch billiger, als wenn die Schule selbst die Schüler „coachen“ müsse, meint der Konservative: „Das hätte ja bedeutet, wir hätten eigene Mitarbeiter bezahlen müssen, um ein Konzept auszuarbeiten, vielleicht das Rad noch mal neu zu erfinden.“ Die Möglichkeit, dass die Schule selbst Schüler zu guten Leistungen führt, scheint in der Vorstellungswelt des Schulpolitikers nicht vorgesehen.

Lehrergewerkschaften kritisch

Bei den Lehrergewerkschaften hat die Initiative Befremden ausgelöst. Statt einer zweimonatigen Hau-Ruck-Aktion zum Schuljahresende gehe es um langfristige Maßnahmen, sagt die Vorsitzende von Lärarförbundet, Eva-Lis Sirén: „Die Kommune sollte auf gut ausgebildete Lehrer fokussieren, sodass Kompetenz erhalten bleibt und den Schülern stets zur Verfügung steht.“ Auch Metta Fjelkner, Vorsitzende von Lärarnas riksförbund, zeigt sich von den kommunalen Visionen wenig beeindruckt: „Ich fände es besser, wenn man einen Lehrer zusätzlich einstellen und die Klassen kleiner machen würde und wenn man eine Lehrerfortbildung hätte, die diesen Namen verdient.“ Unterdessen gibt sich Schulpolitiker Johan Hjelmstrand wagemutig: „Wir probieren und werten aus. Es wäre schon möglich, dass wir in der Zukunft so etwas selbst machen können.“

 Anne Rentzsch

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