Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Untersuchung zur Wolf-Akzeptanz

Lizenzjagd ohne Effekt?

Publicerat fredag 15 april 2011 kl 13.01
"Als hätte die Lizenzjagd nicht stattgefunden"
(3:08 min)
Auch im Süden Schwedens muss sich die Bevölkerung auf den Wolf einstellen: Die Jagd auf den Wolf in Helsingborg wurde allerdings abgeblasen. Auch in Halland will die Polizei nichts gegen den Einzelgänger unternehmen "so lange, er nicht gefährlich wird" (Foto: Björn Lindgren/Scanpix)

Die Lizenzjagd auf den Wolf hat nicht den von der Regierung gewünschten Effekt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des SOM-Instituts für Gesellschafts-, Meinungs- und Medienfragen an der Universität Göteborg. Demnach ist die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem Wolf und dessen Bestandsgröße trotz der Lizenzjagd unverändert – obwohl die Regierung die Akzeptanz gegenüber dem Raubtier mit Hilfe der Jagd erhöhen wollte. An Umweltminister Andreas Carlgrens Meinung ändert die jüngste Untersuchung allerdings nichts.

Schwedens Wolfbestand leidet schwer unter Inzucht. Als die Regierung vor zwei Jahren nach Jahrzehnten wieder die Lizenzjagd zuließ, verband man damit zwei Ziele: den Bestand aufzufrischen und die Bevölkerung zumal in den Rentier-Gebieten milde zu stimmen. 

Solange in kontrolliertem Umfang Jagd auf den Wolf gemacht werden kann, stehen die Chancen gut, dass die Bevölkerung positiv gegenüber der Neuzuwanderung von genetisch frischem Blut ist, soll heißen: Den Wolf töten zur Erhaltung des Wolfes – so die Logik hinter der Wolfpolitik der bürgerlichen Regierung. Die Umfrage des SOM-Instituts unter 5.000 Schweden nun zeigt aber, dass sich die Lizenzjagd der vergangenen beiden Winter in keiner Weise auf die Einstellung der Bevölkerung in den Wolfregionen zur Wolfbestandsgröße ausgewirkt hat. 

„Das Erstaunlichste ist die Stabilität der Zahlen. Es ist, als hätte die Wolfsjagd nicht stattgefunden“, fasst Maria Solevid, Politologin an der Göteborger Universität die Untersuchungsergebnisse zusammen. 

Umweltminister Carlgren aber lässt sich davon nicht beirren: Welche Meinung die schwedische Bevölkerung ganz allgemein zum Wolf hat, spielt für Carlgren eine untergeordnete Rolle. Ebenso unwichtig ist, was ein Schwede, der im alltäglichen Leben keine Berührungspunkte mit Raubtieren hat, über die Größe des Wolfbestandes denkt. 

Im Schwedischen Rundfunk machte der Minister deutlich: „Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Einmal geht es um den Prozess der Teilhabe: dass meine Akzeptanz für die geführte Wolfpolitik steigt, weil ich mich aktiv an der Durchführung beteilige. Das andere ist die generelle Frage, ob man den Wolf in Schweden haben will oder nicht. Die breite Bevölkerung will dies und so wird es auch sein. In dieser eher langfristigen Frage ändern die Menschen nicht unmittelbar nach einer Jagd ihre Meinung.“

Meinung der direkt Betroffenen wichtiger 

In seiner Antwort auf die Kritik der EU-Kommission an der schwedischen Wolfpolitik hatte der Umweltminister eine andere Studie des renommierten SOM-Instituts geltend gemacht, wonach Jäger und andere unmittelbar von der Raubtierpolitik Betroffene positiv auf die Lizenzjagd der vergangenen zwei Winter reagiert haben. Die 58 Tiefeninterviews lassen Carlgren zufolge nur einen einzigen Rückschluss zu: „Die Menschen, die direkt an den Entscheidungen und an der Verwaltung des Wolfbestandes beteiligt sind, haben angegeben, dass sie eher das Gefühl haben, Einfluss nehmen zu können.“ 

Beim Nachbar Finnland hat die Einflussnahme der Wolffeinde inzwischen ganz andere Formen angenommen: Der Quotenjagd zum Trotz ist der finnische Wolfbestand in den vergangenen Jahren deutlich dezimiert worden – von Wilderern, sind sich die Experten einig. Zu einer positiven Einstellung gegenüber dem Wolf scheint die Lizenzjagd in Finnland also offenbar nicht geführt zu haben.

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".