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RECHT

Verleumdungskampagne gegen schwedische Frauen in Griechenland

Publicerat fredag 15 april 2011 kl 14.16
Verleumdungskampagne in Griechenland
(2:45 min)
Vorsicht in Griechenland...

Schwedische Frauen zeigen griechische Männer wegen Vergewaltigung an, um anschließend üppige Gelder aus so genannten „Vergewaltigungs-Versicherungen“ abzuschöpfen: Diese Behauptung kursiert nach Berichten mehrere schwedischer Medien seit geraumer Zeit in Griechenland und wird dort sowohl von der Presse als auch vom Rechtswesen verbreitet. Doch nach Aussage schwedischer Versicherungsgesellschaften entbehren diese Gerüchte jeglicher Grundlage.


Dass man in Schweden eine spezielle „Vergewaltigungs-Versicherung“ abschließen könne, sei Unsinn, betonen die vom Schwedischen Rundfunk befragten Versicherungsfachleute unisono. Niemand von ihnen hat jemals dergleichen gehört. „Eine besondere Versicherung gegen Vergewaltigung gibt es nicht“, bestätigt Caroline Johansson von Trygg Hansa. „Allerdings umfasst die Hausratversicherung einen Schutz auf der Reise“, ergänzt Marie Louise Sehlin von Folksam. „“Zum Beispiel, wenn eine Person im Ausland Schaden nimmt.“ Doch dass schwedische Frauen unter Verweis auf eine Vergewaltigung im Urlaub Gelder beantragten, sei äußerst ungewöhnlich, heißt es bei Trygg Hansa, Folksam und weiteren befragten Versicherungsgesellschaften. So spricht man bei der Versicherung „If“ von „ein oder zwei Fällen pro Jahr“.

Aus Opfern werden Täter

Gleichwohl scheint die öffentliche Meinung in Griechenland klar: Schwedinnen haben im Urlaub nichts anderes im Sinn als die Suche nach einträglichen potenziellen „Vergewaltigern“. In bizarrer Weise werden dabei gar aus Opfern Täter gemacht – so jedenfalls erging es jener Schwedin, deren Fall jetzt unter anderem die Tageszeitung Svenska Dagbladet unter dem Pseudonym „Anna“ schildert. Im Jahr 2008 zeigte Anna eine Vergewaltigung im Ferienparadies Samos an. Doch obgleich ärztliche Atteste ihr markante körperliche Verletzungen, vor allem im Unterleib, bestätigten, ließen die griechischen Behörden die Anzeige im Jahr 2009 fallen. Nun steht Anna selbst unter Anklage – man wirft ihr vor, die Vergewaltigung „erfunden“ zu haben, um Geld zu kassieren – wie skandinavische Frauen das in letzter Zeit ja häufig täten. So jedenfalls steht es laut Annas Anwältin in dem Schreiben, das von dem zuständigen schwedischen Gericht zugegangen ist. Im Mai soll die Verhandlung stattfinden – allerdings ohne Anna, die im schlimmsten Fall eine Auslieferung nach Griechenland befürchtet.

Keine Reaktion aus Athen

In der schwedischen Botschaft in Athen kennt man die Situation nur zu gut: Maßgeblich mit angeschoben hatte die Verleumdungskampagne demnach ein Gerichtsmediziner auf Kreta, der in einem Lokalblatt die Ausnutzung schwedischer „Vergewaltigungs-Versicherungen“ als eine Art weiblichen Massensports darstellte. Inzwischen hat der Mediziner seine Aussage zurücknehmen müssen und eingeräumt, sie habe sich einzig auf die „allgemeine Meinung“ gegründet. Stellungsnahmen griechischer Rechtsinstitutionen haben Schwedens Medien bisher nicht erhalten können. Auch bei Griechenlands Botschaft in Stockholm hüllt man zu dem Fall bisher in Schweigen.

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