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Aus dem Wald in den Tank

Forstwirtschaft soll alternativen Kraftstoff liefern

Publicerat fredag 15 april 2011 kl 14.59
Methanol - Kraftstoff aus dem Wald
(5:00 min)
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In Piteå wird seit über 20 Jahren an alternativen Kraftstoffen geforscht, rechts die neue Anlage für Methanolproduktion aus Holzresten (Foto: Katja Güth)
Rickard Gebart forscht an den Treibstoffen der Zukunft (Foto: Katja Güth)
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Rickard Gebart forscht an den Treibstoffen der Zukunft (Foto: Katja Güth)

Schweden will bis 2030 alle fossilen Kraftstoffe ersetzen. Eine große Rolle bei der Umstellung spielen alternative Kraftstoffe, die aus dem Wald kommen. Fast die Hälfte des gesamten Benzin- und Dieselverbrauchs in Schweden kann durch Kraftstoffe ersetzt werden, die aus Rest- oder Nebenprodukten der Forstwirtschaft gewonnen werden. Im nordschwedischen Piteå wird seit über zwanzig Jahren an alternativen Energien und Kraftstoffen geforscht, unter anderem an Techniken, wie man sowohl aus Schwarzlauge als auch direkt aus Holzresten Bio-Kraftstoffe herstellen kann.

Das Gebäude des Solanders Science Park in Piteå wirkt sehr bescheiden neben dem großen Nachbar Smurfit Kappa, der Papierfabrik mit ihren weiß-rauchenden Schloten. Die Papierfabrik liefert den begehrten Rohstoff Schwarzlauge, der bei der Papierproduktion übrig bleibt. Rechts neben dem Forschungsgebäude steht neuerdings eine neue Vergasungsanlage mit einer Vielzahl an blechern glänzenden Rohren. Drinnen berichtet Pressesprecherin Maria Näslund von der Vision, das führende Forschungsunternehmen für Bioraffinerien in Europa zu werden. Denn wie man fossile Energieträger ersetzen kann, daran forscht man in Piteå schon mehr als zwanzig Jahre.

Beste Reichweite mit mit Bio-DME

Maria Näslund deutet auf ihre Präsentation, über die Reichweite unterschiedlicher Biokraftstoffe. Womit kommt ein LKW am längsten, mit Raps-Biodiesel, mit Ethanol oder Methanol? „Auf dem Bild sieht man deutlich, dass man mit Bio-DME am weitesten kommt bei gleichzeitig geringster Umweltbelastung."

Mit DME, Dimethyl-Ether, aus Forstabfällen von einem Hektar Wald gewonnen, kommt ein LKW über 8.000 Kilometer, mit DME hergestellt aus Schwarzlauge der Papierproduktion sogar 10.000 Kilometer. Und hat gleichzeitig den Kohlendioxid-Ausstoß um 95 Prozent reduziert. Mit Ethanol, der aus einem hektargroßen Weizenfeld gewonnen wird, kommt ein LKW nur 4.000 Kilometer.

Aber Nahrungsmittel sollen erst gar nicht in den Tank kommen, daran arbeitet Rikard Gebart, Chef des Energietechnischen Zentrum. Er zeigt eine Sprayflasche mit Dimethyl-Ether, einer farblosen, ungiftigen Flüssigkeit. Sie ist das Treibgas in den Sprayflaschen. Und DME ist der Kraftstoff der Zukunft, hofft Forscher Gebart: „Sowohl Methanol als auch DME, Methanol gewinnt man ja als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Dimethyl-Ether, beide Kraftstoffe also können 45 Prozent der herkömmlichen Kraftstoffe ersetzen. Und sowohl Methanol als auch DME kann man einmal direkt aus Holzresten herstellen oder aus Schwarzlauge, die ein Nebenprodukt der Papierherstellung ist."

Ethanol contra Methanol

Bis 2050 kann man gar alle fossilen Kraftstoffe durch Bio-Methanol und DME ersetzen, meint Gebart weiter. Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren hat noch ehrgeizigere Ziele: Schon 2030 soll kein Auto mehr mit fossilen Brennstoffen fahren. Lange hat Schweden auf Ethanolautos gesetzt, seit 2001 ist deren Anteil kontinuierlich gestiegen, auf inzwischen immerhin fast fünf Prozent. Doch Ethanol wird überwiegend aus Nahrungsmitteln gewonnen und treibt die Preise für Getreide hoch. Nicht zuletzt hat es einen höheren Verbrauch als Benzin, weshalb man in Piteå auf die Rohstoffe aus dem Wald setzt.

Forscher Gebart erklärt in groben Zügen die Anlage in Piteå. Von der Papierfabrik gehen Rohre zur benachbarten Anlage des Unternehmens Chemrec, die bald Dimethyl-Ether aus Schwarzlauge in großen Umfang produziert. Bereits jetzt fahren Volvo-Lastwagen von der Post und DHL mit dem alternativen Kraftstoff aus Piteå.

„In einer der vielen Leitungen hier kommt das Synthesegas aus der Chemrec-Anlage sowie Dampf und Strom, was man bei der Reinigung des Gases braucht. Der nächste Schritt in der Kette ist dann die Herstellung von zunächst Methanol und dann DME. Dahinten endet die Leitung, dort holen die Tankwagen den DME-Kraftstoff ab, das meiste geht nach Stockholm und Göteborg, aber zwei Lastwagen werden auch hier in Piteå direkt mit DME betankt."

Biodiesel aus dem Norden

In Piteå wurde auch an Biodiesel geforscht. Nur ein paar Kilometer weiter steht die Anlage von Sunpine, deren Kiefernöl seit neuestem den Dieselkraftstoffen des Konzerns Preem beigemischt wird. Das geschieht in der Raffinerie in Göteborg. Der neue Bio-Diesel wurde gerade an den Tankstellen der Hauptstadt heftig beworben, in Nordschweden aber wird er nicht angeboten.

An einer Preem-Tankstelle in Piteå tankt Magnus Blohm gerade in Ermangelung der Öko-Variante den herkömmlichen Diesel. Bio-Diesel findet er gut, Ethanol nicht: „Das ist doch Bluff, es geht doch mehr Energie bei der Herstellung drauf als er einbringt. Das ist doch nur wieder so eine EU-Geschichte, um die Bauern zu kompensieren."

Auch Maria Näslund vom Solander Science Park bedauert, dass der Biodiesel mit Kiefernöl aus Piteå vor Ort nicht getankt werden kann. „Schade, dass dieser Diesel hauptsächlich in südlichen Teil des Landes getankt wird. Wir hoffen sehr, dass sich das ändert, vor allem, weil doch der Rohstoff hier in Piteå hergestellt wird."

Im Sommer vielleicht, so der Mineralölkonzern, gibt es den Biodiesel auch nördlich von Sundsvall.

Katja Güth

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