Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Nach der Wahl

"Zwangsschwedisch" in Finnland in Gefahr

Publicerat tisdag 19 april 2011 kl 11.07
Schwedisch in Finnland auf der Kippe
(2:39 min)
Liest am liebsten Finnisch - der Wahlsieger von der "Wahren Finnen" Timo Soini. (Foto: Scanpix)

Schwedische Politiker zeigen sich besorgt über den Status der schwedischen Sprache in Finnland. Denn die bei den Parlamentswahlen am Sonntag so erfolgreichen „Wahren Finnen“ haben unter anderem angekündigt, Schwedisch als Pflichtfach abschaffen zu wollen. Noch führt dieses Wahlversprechen in Schweden jedoch zu wenig Aufregung, in der Hoffnung auf eine vernünftige Lösung im nordischen Geist.

Finnland war bis vor gut 200 Jahren ein fester Bestandteil Schwedens. Es gibt eine schwedische Minderheit in Finnland, und Schwedisch ist immer noch Amtssprache. Deshalb ist der Schwedischunterricht in den Klassen 7 bis 9 Pflichtfach an finnischen Schulen – für jeden, egal ob mit schwedischem Hintergrund oder nicht. Eine Sprache pauken zu müssen, die gerade einmal zehn Millionen Menschen auf der Welt beherrschen, wird häufig als unnötige Last empfunden. Viele sprechen in diesem Zusammenhang von „Zwangsschwedisch“.

Die „Wahren Finnen“ unter Timo Soini haben den Schwedischunterricht in Frage gestellt und damit Stimmen gewonnen. Außenminister Carl Bildt sieht deshalb Anlass zur Sorge. Dem Schwedischen Rundfunk sagte er: „Es ist klar, dass die Hetze, die von den „Wahren Finnen“ gegen die schwedische Sprache betrieben wurde, Besorgnis erregt, wenn das so gut für sie läuft. Aber ich gehe davon aus, dass wir eine Regierung sehen werden, und dass diese den politischen Kurs fortgesetzt, auf dem Finnland in den letzten Jahren gewesen ist.“

Stimmung gegen schwedische Minderheit

Bildt vertraut also darauf, dass der designierte Ministerpräsident Jyrki Katainen von der konservativen Sammlungspartei die „Wahren Finnen“ im Zaum halten wird. Gleichzeitig ist der Außenminister beunruhigt über die Stimmung gegenüber der schwedischen Minderheit in Finnland: „Nach Jahrzehnten taucht die Sprachfrage auf einmal als Thema auf. Das ist doch eine Frage des Respekts gegenüber der Zweisprachigkeit Finnlands, die ein Teil dieses modernen Landes ist. Sie ist auch ein wichtiger Teil für Finnlands Tür zum Norden und zum übrigen Europa. Deshalb hoffe ich, dass sich der Ton, den wir aus gewissen Richtungen während der Wahl gehört haben,  nicht in der offiziellen finnischen Politik widerspiegelt.“

Bei den rechtspopulistischen Schwedendemokraten herrscht dagegen eitle Freude über den Erfolg der Schwesterpartei im Osten. Um das eigene Kulturgut der schwedischen Sprache macht sich der Generalsekretär der Schwedendemokraten, Björn Söder, dagegen weniger Sorgen:

„Wir Schweden meinen, dass die Mehrheit in Finnland entscheiden soll und da mischen wir uns nicht ein. Aber wir fordern, dass die schwedische Minderheit in Finnland den gleichen Schutz erhält wie andere Minderheiten, auf gleiche Weise, wie wir das in Schweden handhaben.“

In Schweden ist Finnisch offizielle Minderheitensprache. Der Unterricht der Minderheitensprachen in Schweden ist wegen gravierender Mängel bereits drei Mal vom Europarat gerügt worden.

Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".