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Parasit im Trinkwasser

Mehr Magen-Darm-Erkrankungen in Skellefteå

Publicerat onsdag 20 april 2011 kl 12.27
Skellefteå steht vor Cryptosporidium-Epidemie
(4:34 min)
Städtische Wasserwerke warten auf Ergebnisse der Wasserprobenanalyse.

Die kleine nordschwedische Stadt Skellefteå ist in Alarmbereitschaft. Seit immer mehr Menschen wegen Magenbeschwerden ärztlich behandelt werden müssen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das größte Wasserwerk der Stadt mit dem Parasiten Cryptosporidium kontaminiert ist. Damit wäre Skellefteå nach Östersund die zweite schwedische Stadt, die mit verseuchtem Trinkwasser zu kämpfen hat. Für Donnerstag werden die definitiven Ergebnisse des Seuchenschutzinstitutes erwartet. Schon jetzt haben die Einwohner begonnen, das Wasser abzukochen und Flaschenwasser zu bunkern.

Wasser direkt aus dem Kran trinken – damit ist in Skellefteå vorerst Schluss. Nach den ersten Meldungen vom parasitenverseuchten Wasser stürzte die Bevölkerung in die Lebensmittelgeschäfte. Verkäuferin Ingela Grönlund zeigt auf die leeren Wasserregale: „Alles weg. Ruckzuck über Mittag. Richtige Hamsterkäufe mit mehreren Flaschen pro Person.“ 

„Es ist unheimlich“, sagt eine Passantin im Lokalradio des Schwedischen Rundfunks. „Man merkt plötzlich, wie abhängig man vom Wasser ist.“ 

Auf der eilig einberufenen Pressekonferenz am Dienstag mahnte Stefan Stenmark, der beim örtlichen Gesundheitsamt für Seuchenschutz zuständige Arzt: „Alle sagen, dass sich die Magenerkrankung in Skellefteå in den vergangenen Wochen verändert hat. Es dominieren nicht länger Erbrechen und Übelkeit, sondern die Symptome sind inzwischen Magenschmerzen und Durchfall. Wir empfehlen daher dringend, alles Leitungswasser vor dem Verzehr abzukochen, dasselbe gilt für das Wasser zum Zähneputzen.“

Symptome: Magenschmerzen und Durchfall 

Bei bisher sieben Fällen handelt es sich definitiv um eine Erkrankung mit dem Parasiten Cryptosporidium – Mediziner und anderes Krankenhauspersonal stellen sich aber schon auf eine Epidemie ein wie zuletzt in Östersund. Monatelang mussten die Einwohner dort ihr Wasser abkochen, bis im Wasserwerk eine UV-Anlage installiert wurde, die den hartnäckigen Parasiten nach und nach unschädlich machte. Unterdessen waren 13.000 Menschen erkrankt. Ähnliches steht nun Skellefteå und seinen rund 35.000 Einwohnern bevor, wenn sich bestätigt, dass der Parasit das größte Wasserwerk der Stadt befallen hat. 

„Unsere Analysen allein des gestrigen Tages zeigen, dass mindestens zwei- bis dreihundert weitere Personen telefonisch um Diagnosen gebeten haben und als Symptome Magenschmerzen und Durchfall angaben“, so Arzt Stenmark. „Diese Zahl muss man möglicherweise mit zehn oder sogar 20 multiplizieren, dann nähert man sich der Anzahl an, die unter diesen Symptomen leidet. Das heißt, wir haben möglicherweise mehrere tausend Erkrankte hier in Skellefteå. Von der Umfrage in Östersund wissen wir, dass dies durchaus denkbar ist.“ 

Die Einwohner Skellefteås sollen nun ebenfalls eine Umfrage ausfüllen, ihre Symptome angeben und so den Behörden helfen, eine Übersicht über die Ausbreitung und vielleicht sogar die Quelle des Parasiten zu bekommen. Die Chefin der Stadtverwaltung, Kristina Sundin Jonsson, will keinen Zweifel aufkommen lassen, dass die Behörden alles tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. 

„Wir halten Kontakt mit der Lebensmittelbehörde und der Einheit für Wasserkatastrophen. Wir bereiten uns darauf vor, sauberes Wasser in großen Mengen zu den bevorzugten Gruppen zu transportieren, also Krankenhäuser und Altersheime beispielsweise. Außerdem untersuchen wir, wie schnell wir eine Filteranlage installieren können.“ 

Zwei Schwimmhallen sind bis auf weiteres geschlossen. Das städtische Krankenhaus bezieht sein Wasser bereits aus einer anderen Wasserquelle, die Leitungen wurden zuvor gespült. Die Polikliniken werden derzeit mit Wassertanks beliefert.

Expertin warnt vor weiteren Cryptosporidium-Ausbrüchen

Erst Östersund, nun Skellefteå - und damit ist noch längst kein Ende der Parasitenplage abzusehen, befürchtet Gullvy Hedenberg, Trinkwasserexpertin bei der Branchenorganisation Svenskt Vatten. Gegenüber der Nachrichtenagentur TT sagte Hedenberg, dass künftig mit weiteren Cryptosporidium-Ausbrüchen gerechnet werden müsse. Der Parasit sei gewöhnlicher geworden, nicht zuletzt durch die vermehrten Reisen der Schweden in ferne Länder. Die Wasserwerke müssten daher besser darin werden, die Seen und Flüsse zu kontrollieren, aus denen sie das Trinkwasser entnehmen – und entsprechend auch ihre Methoden zur Wasseraufbereitung einer genaueren Prüfung unterziehen, so die Expertin. Wie gut der Schutz schwedischer Wasserwerke gegen Parasiten generell ist, sei derzeit unklar.

Liv Heidbüchel/Agneta Johansson, SR Västerbotten

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