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Heuschnupfenzeit

Immer mehr Schweden leiden an Allergien

Publicerat torsdag 21 april 2011 kl 13.53
Pollen-Saison: ”Der moderne Schwede akzeptiert keine Symptome”
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Einer von fünf Schweden leidet an Pollenallergie (Foto: Anders Wiklund/Scanpix)
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Weidenkätzchen lieber draußen lassen

Die Zahl der Pollenallergiker in Schweden steigt kontinuierlich an. Das zeigt der gestiegene Verkauf von beispielsweise Heuschnupfen-Medikamenten. Allein im vergangenen Jahr kauften die pollenkranken Schweden Arzneien für umgerechnet gut 70 Millionen Euro – ein Anstieg um 12% innerhalb von nur drei Jahren. Experten vermuten, dass die Abwehrkräfte durch zuviel Sauberkeit gesunken sind.

Mit dem lang ersehnten Frühling beginnt auch die Pollensaison: juckende Augen, eine Triefnase und Kopfschmerzen werden für immer mehr Schweden zur Last. Für die Apotheken Grund zu Freude: „Als erstes merken wir, das mehr Rezepte eingereicht werden“, erzählt Nathalie Edstrand, Apothekenchefin im Stockholmer Innenstadtviertel Östermalm. „Dann kommen die Kunden, die sich mit Rezeptfreiem eindecken, und die machen inzwischen einen Großteil unserer Kundschaft aus.“ 

Schweden ist kein Einzelfall. Die Forschung zeigt, dass die Zahl der Pollenallergiker in den vergangenen zehn Jahren europaweit in die Höhe geschnellt ist. Magnus Wickman, Professor für Umweltmedizin am Karolinischen Institut in Stockholm, verweist gegenüber Radio Schweden auf die Hygiene-Hypothese. 

„Wir leben in einer saubereren Umwelt und nehmen nicht mehr in demselben Maß wie früher Krankheitserreger auf. Kaum jemand erkrankt mehr an Diphtherie, Typhus oder Gelbsucht. Wir nehmen sauberere Nahrung zu uns, wodurch sich unsere Darmflora verändert hat. Statt an Infektionskrankheiten leiden wir verstärkt an entzündlichen Erkrankungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Rheuma, Allergien, aber auch Diabetes.“

Beste Prophylaxe: Geburt auf dem Bauernhof

Einen einzelnen Faktor, der für die Ausbreitung der Pollenallergien verantwortlich gemacht werden könnte, gibt es also nicht. Fest steht nur, dass die Menschen empfindlicher geworden sind. So leiden zum Beispiel auch mehr Menschen an Ekzemen. Die Zahl der Asthma-Erkrankungen dagegen ist seit 50 Jahren unverändert, was die Forschung auf das weitverbreitete Rauchverbot zurückführt.

An der genetischen Voraussetzung für die Entwicklung einer Allergie hat sich Professor Wickman zufolge nichts geändert, die Menschen reagieren heute nur anders. 

Studien nicht zuletzt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, dass Kinder, die auf dem Bauerhof aufwachsen, später seltener an Allergien leiden als Kinder und Erwachsene aus dem Stadtmilieu. Insbesondere die eher altertümliche Landwirtschaft, bei der Mensch und Tier nah beieinander wohnen, ist demzufolge vorteilhaft. Von Ferien auf dem Bauerhof einmal pro Jahr, um das Immunsystem zu stärken, rät Professor Wickman allerdings ab. 

„Keiner weiß, was der Schmutz beinhalten soll, damit er eine Schutzwirkung hat. Wenn man das wüsste, wäre das hervorragend. Die Mutter sollte schon während der Schwangerschaft auf dem Bauernhof sein und das Kind bestenfalls dort gebären. Nur hin und wieder auf den Bauernhof zu fahren, kann sogar den gegenteiligen Effekt haben und richtig krank machen.“ 

Über vorbeugende Maßnahmen, wie sich eine Allergie erfolgreich verhindern lässt, tappt die Forschung noch im Dunkeln. 

„Die Menschen wollen eine Garantie auf Gesundheit“ 

Dass der Verkauf von Allergie-Medikamenten in Schweden um zwölf Prozent gestiegen ist, bedeutet nicht, dass sich auch der Anteil der Allergiker entsprechend vergrößert hat, betont Wickman. Dennoch haben heute mehr Menschen Symptome als noch vor wenigen Jahren: Laut Nachrichtenagentur TT ist jeder fünfte Schwede von der Pollensaison betroffen. 

„Es ist jedoch schon so, dass sich der moderne Schwede schwer damit tut, Symptome zu akzeptieren“, räumt Mediziner Wickman ein. „Man soll gesund sein, und am liebsten möchte man eine Garantie, dass man auch wieder gesund wird. Wenn die Schwelle für die Akzeptanz von Symptomen sinkt, geht man natürlich auch eher zur Apotheke.“ 

Vorsicht geboten ist dagegen bei Kindern. Gerade bei den dauerverschnieften Kleinkindern bleibt ein Heuschnupfen leicht unentdeckt, weiß der Arzt aus eigener Erfahrung. 

„Die Medikamente sind heute so viel besser und haben weniger Nebenwirkungen. Dadurch haben auch Kleinkindeltern viel weniger Bedenken, ihre Kinder zu behandeln. Bei Medikamenten, die Kinder sehr müde machen, sind Eltern logischerweise viel ablehnender. Hier können wir also auch eine Trendwende beobachten.“ 

Bleiben schließlich noch die einfachen Hausmittel nicht zu lüften und keine Wäsche draußen zum Trocknen aufzuhängen. Umweltmediziner Wickman zufolge sind gerade diese Tipps zu wenig erforscht, um mit Sicherheit sagen zu können, dass ein geschlossenes Fenster tatsächlich einen positiven Effekt hat. Sicher ist nur: An Tagen mit hohem Pollengehalt in der Luft sollte man als Allergiker Anstrengungen vermeiden, um nicht noch größere Pollenmengen ungefiltert durch den Mund einzuatmen. 

Und Achtung Osterstrauß: Weidenkätzchen sollten sich die Pollenallergiker lieber nur am Baum ansehen.

Liv Heidbüchel

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