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Neuer Investor

Saab greift nach chinesischem Strohhalm

Publicerat tisdag 3 maj 2011 kl 12.41
Chinesische Rettung für Saab
(3:29 min)
Zhang Xiugeng von der Hawtai Motor Group (rechts) hilft Victor Muller mit Saab aus der Patsche (Foto: Scanpix).

Der von Krisen geschüttelte Automobilbauer Saab hat sich mit Hilfe des chinesischen Unternehmens Hawtai etwas Luft verschafft. Wie Saab-Eigentümer Spyker Cars und der chinesische Autokonzern Hawtai am Dienstag in Peking mitteilten, werden die Chinesen für eine strategische Allianz Saab rund 120 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Abkommen beinhaltet auch eine Kooperation in den Bereichen Produktion, Technik und Vertrieb. Gleichzeitig erhält Saab vom Spyker-Cars-Teilhaber Gemini Investment Fund einen Kredit von 30 Millionen Euro. In Schweden wurden die Bekanntgaben mit Erleichterung entgegengenommen.

Seit drei Wochen steht die Produktion bei Saab im westschwedischen Trollhättan nun still. Der Grund sind Zahlungsschwierigkeiten. Weil die Zulieferer nicht bezahlt wurden, hatten sie ihre Lieferung eingestellt und damit die Produktion lahmgelegt. Seitdem ist Saab auf der dringenden Suche nach Geld. Ein Deal mit dem russischen Finanzier Antonow hatte sich lange hingezogen. Jetzt ist Saab mit seinem Mutterkonzern Spyker Cars in China fündig geworden, wie Spyker-Chef Victor Muller verkündet: „Nach einer Zeit mit schlechten Nachrichten, ist es das, worauf ich so hart hingearbeitet habe“, so Muller gegenüber dem Schwedischen Rundfunk.

Als Pate für den Deal stand wohl in gewisser Hinsicht der heimische Konkurrent Volvo, der sich mit der Übernahme durch die chinesische Geely einen starken Kapitalgeber und ein Standbein auf dem chinesischen Markt verschafft hat. Doch genauso wie Saab wesentlich kleiner als Volvo ist, so ist auch Hawtai längst nicht so groß wie Geely.

Liquiditätskrise behoben

Hawtai wird mit 120 Millionen Euro knapp 30 Prozent des Aktienkapitals von Spyker Cars übernehmen und pumpt damit Liquidität in das Unternehmen, das jetzt auch dank eines Kredits durch Spyker von 30 Millionen die fälligen Rechnungen der Zulieferer bezahlen kann. Die schlimmste Gefahr ist damit erst einmal abgewendet, wie der Autoanalytiker der Handelshochschule in Stockholm, Martin Sköld, erklärt:

„Die Kapitalkrise hat erst einmal eine Lösung gefunden. Wichtig ist es jedoch, wieder das Vertrauen in die Marke Saab aufzubauen. Es ist ja nicht normal, eine Fabrik einfach so stillzulegen und dann nach einem Monat wieder in Betrieb zu nehmen. Das hat noch kein anderer Autohersteller zuvor gemacht. Es geht darum, deutlich zu machen, dass es sich um eine stabile Lösung auf längere Sicht handelt und dass die Kunden dies auch so wahrnehmen.“

Absatzprobleme

Zuletzt waren die Kunden Saab davon gelaufen. Zwar wurden im März noch so viele Saab wie schon lange nicht mehr verkauft – doch bereits jetzt hat das Unternehmen das Produktionsziel für das gesamte Jahr deutlich nach unten korrigiert. Zudem hat Saab-Chef Jan Åke Jonsson seinen Rückzug angekündigt. Auch die Berufung eines Finanzvorstandes hat sich als schwierig erwiesen.

Hawtai ist einer von vielen neu gegründeten Automobilherstellern in China und wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Bisher hat das Unternehmen hauptsächlich Fahrzeuge in Kooperation mit dem koreanischen Hersteller Hyundai produziert. Eine Zusammenarbeit jetzt mit Saab macht auch für den Vorsitzenden des Verbandes der schwedischen Automobilzulieferer, Svenåke Berglie, Sinn: „Saab ist ja ein etabliertes Unternehmen mit sehr viel Erfahrung und muss für die Chinesen attraktiv sein. Das kann in dieser Beziehung von Vorteil sein. Der eine hat das Geld, der andere die Erfahrung. Das ist vielleicht gar nicht so dumm.“

Durch den Einstieg hat sich Saab erst einmal Luft verschafft. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen neue Modelle auf den Markt kommen. Erst wenn diese auch bei den Kunden Zuspruch finden, wird man wohl von einer Rettung des Unternehmens reden können.

Dieter Weiand

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