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Lars Wallin

Audienz beim Glamour-König

Publicerat lördag 7 maj 2011 kl 13.00
„Keine Kompromisse"
(6:04 min)
Foto: Anne Rentzsch
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Bühnenkleid für Peter Jöbacks Show 1997 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Swarowski-Ausstellung Kopenhagen 2006; NK-Schaufenster, Pride-Gala, 2008; Modenschau, Bangkok; Modenschau, Singapur 2007 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Schmuckkollektion ICE AGE, 2011 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Bühnenkostüme Peter Jöbacks Show, 1997 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Feier 15 Jahre Wallin, Stadshuset, 2005 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Fantastix show, Cirkus Cirkör, 2003 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Lars Wallin (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
Foto: Anne Rentzsch
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Hofft auf junge Besucher: Museums- chefin Elsebeth Welander-Berggren (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
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Wallin-Jubiläum, Stadshuset, 2005; Bühnenkleidung Anne-Lie Rydé, 1993 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)
Foto: Anne Rentzsch
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Kostüme für "Gustav III.", Oper Stockholm, 2008 (Foto: Anne Rentzsch/Radio Schweden)

„Ich hab nichts anzuziehen!“ Wenn man Prinzessin, Rockstar, potenzielle Miss World oder zum Nobel-Bankett geladen ist, dann kann dieser Mann helfen: Lars Wallin. Der 45-Jährige gilt als DER Couture-Designer Schwedens; zu seinem Kundenkreis gehört neben dem Königshaus und der schwedischen Promi-Elite auch ein zahlungskräftiges ausländisches Publikum. Das 20-jährige Jubiläum als Designer begeht Wallin jetzt mit einer Ausstellung seiner Lieblingsstücke. Ort des Geschehens: eins der beliebtesten Stockholmer Museen, Prins Eugens Waldemarsudde. Im einstigen Wohnsitz des Malerprinzen Eugen sind seit Samstag ausgewählte Kreationen des Glamour-Königs in Augenschein zu nehmen.
 

Den Besuchern von Waldemarsudde wird seit jeher ein Gesamtkunstwerk geboten: Die Bilder des 1856 geborenen Malerprinzen und seiner Zeitgenossen sind nur ein Teil der Anlage, die die Wohnräume mit ihren ausgesuchten Bild- und Blumenarrangements ebenso umfasst wie die sorgfältig bestückten Gartenanlagen. Eine Ausstellung hier ist für gewöhnlich synonym mit Bildkunst höchster Klasse. Nun also zeigt man Hochzeits- und Bühnenkleider – verlegt sich das Museum neuerdings aufs Triviale? Keineswegs, betont Chefin Elsebeth Welander-Berggren: „Man mag zunächst erstaunt darüber sein, dass Prins Eugens Waldemarsudde eine Mode-Ausstellung präsentiert. Aber im Grunde ist es nicht verwunderlich: Dem Prinzen lag Kunsthandwerk ja sehr am Herzen. Und Mode ist Kunsthandwerk – jedenfalls, wenn man Wallins Couture betrachtet. Das ist Kunsthandwerk im besten Sinne.“
 
„Ein Hohelied auf das Handwerk"

Die Ausstellung sei ein Hohelied auf das Handwerk, auf die Intelligenz der Hand, heißt es denn auch im Katalog. Für die Museumschefin ganz persönlich machte es „Klick" bei einem Besuch der Stockholmer Oper im Jahr 2008 – für das Ballett um Schwedens berühmten "Theaterkönig" Gustav III. hatte Wallin die Kostüme entworfen.
„Als ich die Vorstellung ‚Gustav III.`besuchte, interessierte mich zunächst vor allem das Ballett. Nach dem ersten Besuch bin ich dann aber ein zweites Mal hingegangen – und da ging es mir um die Kostüme, die wollte ich unbedingt noch mal betrachten.  Als man uns dann fragte, ob wir an einer Lars-Wallin-Ausstellung interessiert wären, haben wir sein Atelier besucht und schließlich gemeinsam entschieden: Ja – genau das hier wollen wir machen.“
 
Mit einem Sonderpreis für die Opernkostüme konnte Lars Wallin 2009 eine von inzwischen vielen hochkarätigen schwedischen Design-Auszeichnungen entgegennehmen. In der Ausstellung in Waldemarsudde sind die preisgekrönten Objekte ebenso zu sehen wie Bühnenkleider der Pop-Elite und die Kreationen, mit denen als Nationalschönheit gekürte Schwedinnen in den letzen Jahren zum Kampf um den Titel der Miss World antraten. Die Roben, die Wallin Prinzessin Madeleine und Kronprinzessin Victoria auf den Leib geschneidert hat, glänzen allerdings mit Abwesenheit. Das Königshaus hat die Mitwirkung an dem Projekt freundlich abgelehnt, was Spekulationen über eine möglicherweise bevorstehende Sonder-Ausstellung neue Nahrung gegeben hat.
 
Kein schwedischer Minimalismus

Dem Gesamtbild tut die Abwesenheit des Königshauses aber keinen Abbruch; Glanz, Glitter, Spaß und Farbe gibt’s zur Genüge, wie beispielsweise bei den Bühnenkleidern von National-Ikone Carola, die Schweden in Lars Wallins Kreationen beim European Song Contest vertrat. Typisch schwedischer Minimalismus ist Lars Wallins Sache nicht. Mehr als einmal sei er mit dem gängigen heimischen Design auf Kollisionskurs geraten, berichtet er: „Ja, das ist oft passiert! In der schwedischen Designer-Welt fühle ich mich doch ziemlich als Outsider. Aber meine Inspiration hole ich mir auch vor allem von der französischen Couture mit ihrem hervorragenden Handwerk, ihrer kompromisslosen Ganzheit. Aber obgleich ich in meinen Modellen ordentlich aushole, obgleich ich mit Material, mit Dekoration großzügig umgehe, versuche ich doch, in jedem Stück eine Harmonie herzustellen. Auch die ganz stark dekorierten Stücke haben ihre Balance, ihr Gleichgewicht, finde ich.“


Die Kreationen mögen spektakulär sein – als ihr Schöpfer gibt sich Lars Wallin umso mehr typisch schwedisch bescheiden und entspannt. Rot und Schwarz nennt er als Lieblingsfarben, Seide mit ihren ungezählten Facetten ist das bevorzugte Material. Ein Lieblingsexponat in der Ausstellung mag er nicht ausmachen; schließlich sind alle Stücke hier seine Lieblinge und überhaupt: Nichts, was sich unterhalb des Gütesiegels ‚Spitze’ bewegt, verlässt das Atelier Wallin. Keine Kompromisse, lautet sein Motto. „Ich hoffe und ich strebe danach, zeitlose Kleidungsstücke zu schaffen, die eine Haltung ausdrücken. Wenn man durch die Ausstellung geht, dann , glaube ich, ist es schwer zu sehen, aus welchen Jahren die Stücke stammen, welche älter und welche neuer sind. Das halte ich für wichtig: zeitlos, aber mit Haltung zu arbeiten.“

Traum-Frauen aus Hollywood

Für die Zukunft hat Lars Wallin viel vor. Traumkunden und -kundinnen hat er schon jetzt, Kronprinzessin Victoria gehört dazu. Aber in seinen kühnsten Phantasien nimmt er Kurs auf Hollywood: „Seit ich klein war, habe ich den Traum, ein Kleid für eine Oscar-Gala zu entwerfen, am liebsten natürlich für einen Preisträger… Ich würde gern mit Julia Roberts und mit Cate Blanchett arbeiten. Beide sehen enorm gut aus, sie mögen keine klassischen Schönheiten sein, aber ihre Persönlichkeiten finde ich einfach toll.“ 
 
Doch zunächst freut sich Lars Wallin, seine Lieblingsstücke in Waldemarsudde so wirkungsvoll vereint zu sehen – viele zum ersten Mal wieder nach langen Jahren. Museumschefin Elsebeth Welander-Berggren ist erwartungsvoll: „Ich hoffe, dass ein jüngeres Publikum zu uns findet – neben unserem traditionellen Besucherkreis. Wir stellen ja meist Bildkunst aus, und mit dieser Ausstellung wollen wir auch andere Menschen anlocken. So haben wir sämtliche Schulen in Schweden angeschrieben, die Ausbildung im Fach Textilkunst betreiben. Wir wünschen uns, dass die Ausstellung zu einer Quelle der Inspiration werden kann.“
Die Ausstellung ist bis zum 18. September zu sehen.

Anne Rentzsch

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