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Gesundheitswesen

Bei Schlaganfall-Behandlung nachbessern

Publicerat måndag 9 maj 2011 kl 13.51
Trotz Qualitätsregister: Schlaganfallbehandlung mangelhaft
(4:16 min)
Wie stellt man einen Schlaganfall fest? Die betroffene Person zum Lächeln, Armehochheben und Sprechen eines einfachen Satzes auffordern, anschließend umgehend die Ambulanz rufen (Foto: Sveriges Radio)

Die schwedische Gesundheitsversorgung unterscheidet sich landesweit erheblich. Dies zeigt nach den Berichten über gravierende Unterschiede bei Krebsbehandlungen auch die Statistik von der Behandlung nach einem Schlaganfall. In Schweden erleiden jährlich 30.000 Personen einen Schlaganfall, tausende von ihnen werden falsch behandelt. Besonders schlechte Karten haben Großstadtbewohner.

100 Schlaganfallpatienten sterben jedes Jahr aufgrund einer falschen Behandlung in schwedischen Krankenhäusern – und das, obwohl 85 Prozent der Betroffenen vom Spezialisten behandelt werden. Dem Neurologie-Professor an der Universität Lund, Bo Norrving, zufolge ist das weltweit Rekord. Vor 17 Jahren führte Schweden als erstes Land ein Qualitätsregister innerhalb der Schlaganfallmedizin ein. Darin wird nicht nur erfasst, wie viele Erkrankte und Todesfälle es gibt, sondern es ist gleichzeitig eine Krankenakte, die über den akuten Krankheitszustand hinausweist. Die Patienten werden einige Monate nach Abschluss der Behandlung befragt, so dass Informationen aus erster Hand in das Register einfließen. 

Trotzdem muss nachgebessert werden, fordern Experten seit langem. Insbesondere bei den großen und renommierten Krankenhäusern wie dem Karolinska mit seinen Kliniken in Solna und Huddinge bei Stockholm sieht es düster aus. Neurologie-Professor Norrving gehört zu den Mitbegründern des Qualitätsregisters für Schlaganfallpatienten. Er hält es für ein großes Scheitern seitens des Gesundheitssystems, dass die Behandlung eines Schlaganfalls gerade in den Großstadt-Krankenhäusern noch immer ernsthafte Mängel aufweist. 

„Die großen Krankenhäuser haben ein entsprechendes Patientenaufkommen, und das erfordert eine effektive Organisation. Die Patienten brauchen auch eine Reha und weitere Unterstützung. Sie können Depressionen entwickeln oder Bewegungsprobleme haben, und diese Dinge kann man mit einer wirksamen Nachkontrolle in den Griff bekommen.“ 

Lycksele führend bei Schlaganfall-Behandlung 

Am besten schneidet laut Qualitätsregister das Krankenhaus im nordschwedischen Lycksele ab. Im Schwedischen Rundfunk erklärt die Krankenschwester und Koordinatorin für Schlaganfallpatienten Susanne Lundmark, was ihr Krankenhaus richtig macht. 

„Das wichtigste Konzept ist, dass es keinen Bruch in der medizinischen Behandlung gibt. Der Patient wird durch die gesamte Behandlung von demselben Personal betreut. Weiter führt die Nähe zwischen den Kliniken dazu, dass es keine größere Zeitverzögerung zwischen den verschiedenen Instanzen gibt. Man wird in die Notaufnahme eingeliefert, es wird eine Computertomographie gemacht und dann wird der Patient in die Schlaganfall-Abteilung überwiesen – oder aber es geht direkt in die Intensivstation, wo der Patient eine Thrombolyse gegen die Blutgerinnung bekommt.“ 

Nun schneiden nicht alle Großstadt-Krankenhäuser bei der speziellen Behandlung von Schlaganfallpatienten grundsätzlich schlecht ab. So liegt das Stockholmer Krankenhaus Danderyd gleichauf mit Lycksele – auch dort werden sämtliche Betroffenen von Spezialisten behandelt. Diese Abteilungen sind gerade für Schlaganfälle wichtig, weil die Patienten nicht nur besonders schnelle und dabei spezifische medizinische Behandlung brauchen, sondern weil auch das anschließende Training wichtig ist, damit die Betroffenen eine Aussicht auf völlige Genesung haben. 

„Nur die Spezialisten suchen gezielt nach den typischen Komplikationen“, erklärt Per Wester, Chef des Schlaganfall-Centers an der Universität Umeå, im Schwedischen Rundfunk. „Es kann eine Lungenentzündung in Folge eines Schlaganfalls geben oder eine Thrombose. Manche Patienten erleiden zeitgleich einen Herzinfarkt. In den Schlaganfall-Spezial-Abteilungen werden die Patienten auch früh mobilisiert, wieder auf die Beine zu kommen.“ 

Patienten, die nicht beim Spezialisten landen, kommen bei der Behandlung folgerichtig deutlich schlechter weg. Während andere akute Fälle zumindest kurzfristig auch in der falschen Abteilung behandelt werden können, ohne dem Patienten zu schaden, ist die Falschbehandlung und vor allem die zu späte richtige Behandlung im Falle eines Schlaganfalls oft folgenschwer, betonen die Experten. 65 Minuten dauert es im Schnitt, bis ein Patient eingeliefert und mit Thrombolyse behandelt wird. Dass die Unterschiede bei der Behandlung landesweit so unterschiedlich sind, ließe sich beheben, betont Schlaganfall-Center-Chef Per Wester. 

„Die Unterschiede sind größer als sie sein sollten. Im internationalen Vergleich ist die Schlaganfall-Behandlung in Schweden generell sehr gut. Aber besonders bei den großen Krankenhäusern mit vielen Patienten ist das Potential zum Nachbessern weiterhin groß.“

Liv Heidbüchel

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