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1971

Der Kampf um die Stockholmer Ulmen

Publicerat onsdag 11 maj 2011 kl 13.42
Der Kampf um die Stockholmer Ulmen 1971
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Heute vor 40 Jahren erreichte der historische Kampf um die Stockholmer Ulmen seinen Gipfelpunkt. Ein gutes Dutzend großer Bäume im Citypark Kungsträdgården wurde zum Symbol des Widerstands gegen die einschneidenden baulichen Veränderungen in der gesamten Innenstadt.

Tumult in der Nacht zum 12. Mai 1971. Der Reporter des Schwedischen Rundfunks ist offenkundig bestürzt über die Kämpfe zwischen Polizei und Umweltschützern. Es gibt Verletzte unter den Demonstranten, ein Polizeipferd wird zu Fall gebracht, die Ordnungshüter schlagen auf die Demonstranten ein.

Anlass der Ausschreitungen waren 13 Ulmen im Innenstadtpark Kungsträdgården, die einem neuen U-Bahn-Eingang weichen sollten. Mit Motorsägen ausgerüstete Parkarbeiter wollten die Bäume im Schutz von rund 100 Polizisten fällen. 2000 Gegner dieser städteplanerischen Maßnahme hatten sich versammelt, um das zu verhindern.

Über ein Jahr lang hatte die Umweltgruppe „Alternative Stadt“ (Alternativ stad) sich für die Ulmen eingesetzt und dabei auch große Zustimmung in der Stockholmer Bevölkerung erfahren.

Nacht-und-Nebel-Aktion

Wann genau die Bäume gefällt werden sollten, war nicht bekannt. Erst der verschwörerische Anruf der Frau eines Polizisten bei „Alternative Stadt“ gab am 11. Mai das Startzeichen zur handgreiflichen Rettungsaktion. „Mein Mann ist für heute Nacht zu einem Einsatz beordert worden, er darf aber nicht sagen, wo“, flüsterte sie in den Telefonhörer. „Ich glaube es geht um die Ulmen!“

Mit einer Telefonkette mobilisierte „Alternative Stadt“ Mitglieder und Sympathisanten, die sich eilends im Park versammelten. Hinter einem Bretterzaun rund um die Ulmen dröhnten schon Motorsägen. Als der Zaun dem Angriff der Baumschützer krachend nachgab, standen Polizisten dahinter in Doppelreihe bereit.

Umweltjournalist Tommy Hammarström erklärt im Schwedischen Rundfunk, warum 13 Ulmen eine derartige Protestaktion auslösen konnten: „Vorher hatten die Stadtväter das gesamte Innenstadtviertel ‚Klara’ dem Erdboden gleich gemacht, und jetzt sollte es an die Ulmen im Kungsträdgården gehen!“

Die Bevölkerung hatte die Nase voll

Fast 20 Jahre lang war die Stockholmer Innenstadt im Rahmen eines durchgreifenden städtischen Sanierungsprojekts modernisiert worden. Oder „betonisiert“, wie die Kritiker es nannten.

„Jetzt war Schluss. Die Leute hatten genug und wurden rasend. Die Ulmen waren der berüchtigte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Sie waren ein Treffpunkt, gerade auch für junge Leute“, erinnert sich Hammarström. „Ich war damals ja auch jung und saß unter diesen Ulmen, sie hatten großen Symbolwert. Im Nachhinein fragt man sich, warum die Planer nicht gleich so pragmatisch waren, den U-Bahn-Zugang ein Stück zu verlegen. Es muss ein Mangel an Bereitschaft gewesen sein, der Bevölkerung das letzte Wort zu geben.“

Nach der Konfrontation besetzten die Demonstranten den Platz um die Ulmen noch fünf Tage lang. Sie schlugen Zelte auf und feierten. Zur Melodie von John Lennons neuem Song „Power to the People“ intonierte die Gruppe Envoys „Almarna åt Folket“ – die Ulmen für das Volk.

Demokratisierung der Stadtplanung

Am Ende wurden die Ulmen also nicht gefällt und der umstrittene Eingang führte 100 Meter weiter östlich in die Tiefe der neugebauten blauen U-Bahn-Strecke. Heute stehen aber trotzdem nur noch einige wenige der ursprünglichen Ulmen: Vor zehn Jahren wurden vom Ulmensplintkäfer bedroht und mussten aus Sicherheitsgründen schließlich doch abgeholzt und ersetzt werden.

Der Kampf der Baumbesetzer aber hatte weitreichende politische Auswirkungen: „Nach dem Kampf um die Ulmen sind Politiker und Planer bei großen Eingriffen in das Stadtbild vorsichtiger geworden“, sagt der Politologe und Umweltpolitiker Daniel Helldén. Er hat über den Ulmenkampf und seine Folgen promoviert. „Die Behörden gehen jetzt mehr darauf ein, was die Bevölkerung möchte.“

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