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Stromgewinnung aus geschütztem Fluss

Norwegen gräbt Schweden das Wasser ab

Publicerat torsdag 15 september 2011 kl 09.00
„Wichtig, dass die Sami es selbst in der Hand haben"
(3:20 min)
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Storforsen, die beeindruckenden Stromschnellen des Piteälv, sind eine beliebte Touristenattraktion. (Foto: Åke Erlandsson /svt)

Ein norwegisches Unternehmen möchte einen der geschützten schwedischen Flüsse zur Energiegewinnung nutzen. Mit Hilfe eines Tunnels soll Quellwasser des Piteflusses in ein großes norwegisches Wasserkraftwerk umgeleitet werden.

Das Wasser des Sees Pieskehaure, der zum System des Piteflusses gehört, soll in einem gut 60 Kilometer langen Tunnel zu dem geplanten Kraftwerk in der norwegischen Gemeinde Fauske geleitet werden.

 Fauskes Bürgermeister Kjell Sverre Jacobsen, betrachtet die Entwicklung positiv: „Für uns kann das Arbeitsplätze und mehr Geld in der Gemeindekasse bedeuten. Darauf freuen wir uns!“

Widerstand

Aber in Schweden sind die Betroffenen weniger begeistert. Bo Johansson leitet „Pite älv ekonomisk förening“, einen Zusammenschluss von ungefähr 20 Unternehmen in der Fischerei- und Fremdenverkehrsbranche am Pitefluss. Die Unternehmer haben sich mit einem Protestschreiben an die Regierung in Stockholm gewandt: „Der Pitefluss ist einer der schwedischen Nationalflüsse und steht somit unter besonderem Schutz. Außerdem gehört er zu den Natura 2000 Schutzgebieten. Wenn man etwas einmal zum Schutzgebiet erklärt hat, dann muss man auch konsequent sein. Schließlich gibt es nicht so viele Flüsse wie unseren Pitefluss“, sagt er in Rapport, einer Nachrichtensendung des Schwedischen Fernsehens.

Genauer gesagt vier: Der Pitefluss ist 1993 zusammen mit Vindelfluss, Tornefluss und Kalixfluss zu Schwedens Nationalflüssen erklärt worden. Damit sind sie zwar einerseits gesetzlich vor Stauseen und Wasserkraftwerken geschützt. Aber dasselbe schwedische Gesetz, lässt in einem anderen Paragraphen dennoch Energiegewinnung aus ihnen zu, wenn sie die Lokalbevölkerung begünstigt.

Unterstützung der Sami

Und das Projekt hat die volle Unterstützung der Sami in diesem norwegisch-schwedischen Grenzgebiet, versichert Simon Andersen, Projektleiter von „Lappland Kraftverk“ zur Energiegewinnung aus dem Pitefluss. Er macht geltend, dass zwei Drittel des Kraftwerks in samischem Besitz sein werden. Damit seien die Voraussetzungen für den Bau gegeben. „Es ist wichtig, dass die Sami selbst dieses Projekt in der Hand haben“, betont Andersen und spielt auf einen wunden Punkt im Verhältnis zwischen Stockholm und Nordschweden an.

Im Gegensatz zu früheren Bauvorhaben werde keine Öre des Gewinns den Bewohnern der Provinz weggenommen und in die Hauptstadt abgeführt, versichert er in der Lokalzeitung „Arjeplogsnytt.se“. Mit Ausnahme der unausweichlichen Steuern. Auf der schwedischen Seite sind vor allem die Gemeinden Arjeplog und Jokkmokk betroffen.

Andersen stellt sich als Same aus dem weitläufigen Gebiet um Luleå vor. Unter anderem engagiere er sich für „Lappland Kraftverk“, weil seine Familie in den Fünfziger- und Siebzigerjahren, beim Bau der Kraftwerke am Lulefluss übervorteilt worden sei. Bei der Nutzung der Flüsse zur Energiegewinnung müssten die Sami als Erste entschädigt werden, sagt er.

Die Finanzierung, umgerechnet rund 600 Millionen Euro, ist durch Nordiska Investeringsbanken, das gemeinsame Finanzinstitut der skandinavischen und baltischen Länder gesichert. Sie setzt allerdings voraus, dass die norwegischen und schwedischen Umweltschutzbehörden den Bau genehmigen.

Baubeginn 2013

Wie viel Wasser vom Pitefluss nach Norwegen abgeleitet wird, ist ungewiss, aber laut Andersen ist die Menge so gering, dass sie keinen größeren Einwirkungen auf Wasserstand und Verlauf des Flusses haben wird.

Bo Johansson jedoch fürchtet um seinen Lebensunterhalt: „Wir befürchten einen negativen Einfluss auf das Sportangeln. Wir haben seit Jahren viel Geld investiert, um den Flusslauf in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen und günstige Voraussetzungen für die Reproduktion der Fische zu schaffen. Diese Anstrengungen sind teilweise vergebens, wenn bedeutende Wassermengen abgeleitet werden.“

Simon Andersen hofft, dass der Bau des Wasserkraftwerks in Fauske und des Tunnels in zwei Jahren angelaufen ist und verspricht: „Wir werden beweisen, dass die Natur nicht geschädigt wird!“

Piteälven

Der Pitefluss, Piteälven, entspringt an der norwegisch-schwedischen Grenze und mündet 400 Kilometer weiter östlich im Bottnischen Meerbusen. In seinem Oberlauf speist er mehrere große und kleine Seen und bildet Stromschnellen. Piteälven wurde 1993 zusammen mit drei weiteren Flüssen zu Schwedens Nationalfluss erklärt.

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