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Schwedisch-Lutherische Kirche trotzt Mitgliederschwund

Mehr Konzerte – weniger Gottesdienste

Publicerat tisdag 18 oktober 2011 kl 11.05
Vertrauen auf den Heiligen Franziskus
(2:46 min)
Zum Heiligen Franziskus mit Pfarrer Stefan Widman.

Die Schwedisch-Lutherische Kirche greift zu ungewöhnlichen Mitteln, um die Menschen in ihren Reihen zu halten. Statt Gottesdiensten am Sonntagmorgen in kalten Kirchen werden Reisen in warme Länder und Konzerte angeboten. Nicht überall stoßen die neuen Maßnahmen jedoch auf Gegenliebe.

Die jugendlichen Konfirmanden der Domkirchengemeinde im nordschwedischen Luleå dürfen sich auf einen ganz besonderen Ausflug zur Vorbereitung ihrer Konfirmation freuen, wie Pfarrer Stefan Widman dem Schwedischen Rundfunk anvertraut: „Es ist eine Reise in ein ganz anderes Umfeld. Wir fahren nach Assisi in Italien. Wir haben die Hoffnung, dass wir dadurch mehr junge Leute für die Konfirmation interessieren können und dass mehr Menschen ihr Leben durch das Licht ihrer Taufe sehen. Das sollte anregen, in der Kirche zu bleiben.“

Eine Reise zu einer katholischen Pilgerstätte für den Heiligen Franziskus in Umbrien soll der Schwedisch-Lutherischen Kirche helfen, die Gläubigen bei der Stange zu halten. Das ist auch dringend nötig, denn die Zahl der Konfirmanden hat sich in den letzten 40 Jahren trotz wachsender Bevölkerung halbiert. Seit der Trennung vom Staat im Jahr 2000 verliert die Schwedische Kirche jährlich rund 60.000 Mitglieder. Und es wird damit gerechnet, dass in den nächsten Jahren gut eine weitere halbe Million Menschen austreten werden.

Weniger Messen

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, haben einige Gemeinden begonnen, in anderen Bahnen zu denken, wie Anneli Öljarstrand bestätigt. Die Forscherin von der Universität im nordschwedischen Östersund hat 100 Kirchenvertreter befragt. „Viele Vertreter aus den Kirchenbeiräten wollen, dass man sich weniger auf die Messe am Sonntag und mehr auf die Arbeit unter der Woche konzentriert. Man setzt andere Prioritäten und agiert auf einem Markt, der bisher nicht der traditionell kirchliche ist.“

Die Konfirmationsausbildung in Italien ist ein Beispiel dafür, weitere sind mehr Kindergruppen für Eltern von Kleinkindern oder auch mehr Kirchenkonzerte, dafür weniger Gottesdienste. Diese neuen Maßnahmen finden jedoch nicht nur Zustimmung, wie Anneli Öljarstrand in ihrer Studie herausgefunden hat. Die Sichtweisen, wozu das Geld der Kirche verwendet werden soll, unterscheiden sich demnach deutlich.

Große Kirche

Während Traditionalisten also die Stirn runzeln, plant Pfarrer Widman die Italienreise: „Klar gibt es unterschiedliche Auffassungen. Warum reisen wir nach Italien? Wir haben uns die verschiedenen Meinungen gut angehört. Wir sind eine große Kirche.“

Erfolg oder Misserfolg werden letztendlich darüber entscheiden, wie groß die Schwedische Kirche tatsächlich ist und ob sich die traditionellen Kirchenmitglieder mit den neuen Maßnahmen anfreunden können.

Nils Eklund / Dieter Weiand

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