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Stammzellenforschung

EU-Gerichtsurteil: Rückschlag für Schweden?

Publicerat onsdag 19 oktober 2011 kl 14.40
Blau-gelbe Forschung ohne ethische Bedenken
(3:19 min)
Streitobjekt: Menschlicher Embryo

Nach dem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs vom Dienstag, wonach Patente auf embryonale Stammzellen verboten sind, muss Schweden seine Gesetzeslage entsprechend anpassen. Nicht zuletzt aufgrund der bislang großzügigen Gesetze zählt das Land bisher zu den Spitzennationen im Bereich der Stammzellenforschung. Für die Pharmaindustrie werden infolge des Gerichtsurteils nun zum Teil Rückschläge erwartet.


Mit dem Spruch vom Dienstag hatte der Europäische Gerichtshof eine ethische Grundsatzerklärung abgegeben. Eine befruchtete Eizelle ist demnach eben nicht einfach eine Ansammlung von Zellen, sondern bereits ein Embryo und somit schutzwürdiges menschliches Leben – aus dem kein Gewinn geschlagen werden darf. Produkte menschlicher embryonaler Stammzellen dürfen deshalb nicht patentiert werden, wenn die Embryonen dafür geschädigt oder getötet werden müssen. In Schweden, wo von einem „Embryo“ erst 14 Tage nach Befruchtung der Eizelle gesprochen wird, ist genau dies seit Jahren problemlos möglich. Im Gegensatz zur restriktiven Praxis beispielsweise in Deutschland dürfen embryonale Stammzellen hierzulande sogar zu Forschungszwecken produziert werden. Jedenfalls bisher.

„Gottlos“ und pragmatisch

„Der Beschluss des Europäischen Gerichts bedeutet, dass Europa im Vergleich zur übrigen Welt konkurrenzmäßig ins Hintertreffen geraten wird, wenn es darum geht, die Ergebnisse der Stammzellenforschung praktisch umzusetzen“, urteilt Karin Forsberg Nilsson, Forscherin an der Universität Uppsala. Die Grundlagenforschung an den Universitäten werde das Urteil hingegen kaum beeinflussen, meint sie. Insgesamt dürfte der EU-Gerichtshof für seine Entscheidung in Schweden wenig Verständnis finden. Die ethische Sprengkraft, die man dem Thema Stammzellenforschung andernorts vielfach beimisst, ist für die hiesige Öffentlichkeit schwer nachvollziehbar. In Schweden, das weltweit als eines der Länder gilt, in dem die Säkularisierung am weitesten fortgeschritten ist, spielen die vielfach aus religiösen Erwägungen erwachsenden ethischen Bedenken kaum eine Rolle. Entsprechend der ebenfalls typisch schwedisch pragmatischen Sicht hat man vor allem den medizinischen Nutzen der Stammzellenforschung im Blick.

Coca-Cola-Prinzip?

Schwierig dürfte es laut Karin Forsberg Nilsson nun vor allem für neu gegründete Unternehmen werden, die in die Entwicklung von Methoden und Produkten mit embryonaler Stammzellenforschung als Grundlage investieren wollen. Da die Firmen ihre Ergebnisse nicht mehr schützen lassen könnten, sei praktisch jeder in der Lage, diese zu kopieren, betont auch Johan Hyllner, Konzernchef des schwedisch-britischen Biotechnik-Unternehmens Cellaris AB. Diese Entwicklung zwinge zu mehr „Heimlichtuerei“. Man müsse sich wohl der Policy von Coca Cola anpassen, Rezepturen intern geheim zu halten. Für viele etablierte Unternehmen in Europa bedeute das Urteil gleichwohl nicht sonderlich viel, betont Hyllner. Schließlich verbiete es nur die allerersten Prozesse in der Forschungs-Kette. „Wenn man diese Stammzellen aber schon weiterentwickelt hat, beispielsweise zu Herzmuskelzellen, und diese in großem Umfang herstellen will, dann sind ebenfalls Bio-Prozesse nötig, und diese Prozesse wird man in Europa weiterhin schützen können."

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