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Theodor Kallifatides

Ein Grieche, der Schweden mit der Seele suchte

Publicerat tisdag 7 augusti 2007 kl 13.55
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Theodor Kallifatides. Foto: Jurek Holzer/SvD/Scanpix
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Als Theodor Kallifatides 1964 aus Griechenland nach Schweden auswanderte, konnte er sich in der neuen Heimat kaum verständlich machen. Heute zählt der 69-Jährige zu den bekanntesten Schriftstellern im Norden. Seine gut drei Dutzend Romane und Erzählungen, Gedichte und Kinderbücher wurden mehrfach preisgekrönt und zum Teil auch ins Deutsche übersetzt. In seinen Werken kommt Kallifatides immer wieder auf die Erfahrungen des Emigranten zurück: Entfremdung, Sehnsucht und die Suche nach Heimat. Die karge Ostseeinsel Gotland ist so ein Ort zum Wurzelschlagen.

Theodor Kallifatides verbringt den Sommer am liebsten auf Gotland, diesem von Wind und Sonne umschmeichelten Felsen in der Ostsee.

„Ich habe mein Griechenland hier in Schweden gefunden: Da sind das Meer, die windgebeugten Büsche und Bäume, der karge Boden aus Kalkstein. Uraltes Kulturland mit Kirchen und Ruinen. Die Vergangenheit ist hier allgegenwärtig. Es ist, als wäre sie ein Teil der Natur geworden.”

Aus der spartanischen Dichterklause schaut man hinaus in den üppigen Garten. Gunilla, die Frau des Dichters,  hat den Tisch gedeckt. Es gibt Käse, Lammwurst und Knäckebrot. Kallifatides erzählt von der vergessenen Heimat, damals in den Sechzigern.

Eine Sprache für Märchen

Vor den Knüppelhieben der Polizei suchte der junge Hitzkopf Zuflucht in einem dunklen Kinosaal: „Ich schnappte nach Luft und dann sah ich diese unglaubliche Szene auf der Leinwand: ein Mann in mittleren Jahren versucht, eine Birke mit den Wurzeln auszureißen. Das war Max von Sydow. Der Film hieß Jungfrauenbrücke, ein Meisterwerk von Ingmar Bergman.  Und als dann die Schauspieler den Mund aufmachten, da vernahm ich diese Sprache, ganz neu für meine Ohren. Sie stieg auf und fiel hinab. Machte sich breit, zog sich zusammen.”

Eine Sprache, wie geschaffen für Sagen und Legenden.

1964 kommt Kallifatides nach Schweden, mit wenig mehr als großen Träumen und glühendem Ehrgeiz im Gepäck. Die kühlen Nordmenschen nehmen den Gastarbeiter mit freundlicher Gleichgültigkeit bei sich auf.  „Wie könnte ich das vergessen? Ich war Tellerwäscher, Kartoffelschäler, Zeitungsausträger, Hausmeister und Nachtportier. Und dann schenkte mir dieses wunderbare Land eine Ausbildung an der Universität.”

Erfolgsautor

Aus dem Philosophie-Studenten Kallifatides ist längst ein gefragter Dozent geworden. Seine rund 30 Romane, Erzählungen und Essays wurden mit Preisen überhäuft und zum Teil auch ins Deutsche übersetzt. Er schreibt in der Sprache Strindbergs doch aus der Perspektive des Fremden. Das Spiel mit den Identitäten ist ein wiederkehrendes Motiv in seinen Büchern. An den Schweden schätzt er die entspannte Souveränität, die höfliche Zurückhaltung, die Gabe, sich anderen nicht aufzudrängen, ihnen Raum zu lassen.

„Die Schweden haben ein Talent für Geheimnisse. Auch als Handwerker wollen sie am liebsten alles selbst machen. Und sie sind wahre Meister in der Kunst, eine Schlange zu bilden. Ich weiß nicht, wie sie es machen. Es geschieht blitzschnell. Sie lieben die Natur und sie können die Namen von sämtlichen Blumen herunterbeten. So etwas schafft selbst meine Mutter nicht.”

Mutter Griechenland

Kallifatides am Strand: Die Schirmmütze tief über die Ohren gezogen, die Sonnenbrille im faltigen Gesicht, ein flatterndes Hemd und eine Leinenhose am schlanken Leib, Turnschuhe an den Füßen. In Gedanken ist er in Griechenland, bei Achill und Helena, und bei der 1914 geborenen Mutter. Sie ist die Heldin seines neuen Buches, das im Herbst erscheinen soll.

„Ich liebe diese Insel und mein Haus, wo ich seit drei Jahrzehnten arbeite.

Ich habe auch eine Heimat in Griechenland und Todesangst, sie zu verlieren. Denn das ist meine Mutter, die Verbundenheit mit ihr, das Gefühl der Geborgenheit. Die griechischen Philosophen wissen von heiligen Orten, die uns zum Blühen bringen: In meinem Leben sind das der Balkon meiner Mutter und diese Insel hier.”

Alexander Budde

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