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Hackerangriff gegen Blogportal

Cyberattacke umfassender als befürchtet

Uppdaterat onsdag 26 oktober 2011 kl 14.00
Publicerat onsdag 26 oktober 2011 kl 10.59
180.000 Anwenderkonten betroffen
(2:07 min)
Der Hackerangriff fand schon im August statt

Die am Dienstag aufgedeckte Cyberattacke gegen das schwedische Blogportal bloggtoppen.se ist nur Teil eines umfassenderen Hackerangriffs auf verschiedene Webseiten. Nach Angaben der Zeitung Aftonbladet waren bereits Mitte August Angaben von bis zu 180.000 Userkonten von weiteren 57 Seiten durchgesickert.

Nicht nur Passwörter des Blogportals bloggtoppen.se wurden geknackt. Auch Angaben zum Einloggen auf weiteren 57 Seiten schwirren derzeit durchs Netz. Zu den rund 180.000 Betroffenen zählen Privatpersonen, Politiker und Journalisten. Der Chefredakteur des Boulevardblattes Aftonbladet, Jan Helin, räumte im Schwedischen Rundfunk ein, dass die Sicherheitsroutinen dringend verbessert werden müssen. Gleichzeitig unterstrich Helin, dass kein bisher unveröffentlichtes Material der Zeitung durchgesickert sei. Das Vertrauen der Allgemeinheit in die Journalisten von Aftonbladet sei durch den Hackerangriff nicht in Mitleidenschaft gezogen, so Helin. 

„Der Fall betrifft ja nicht nur uns, sondern eine Reihe Zeitungen und wohl auch Medienhäuser. Dagegen meine ich, dass man der Allgemeinheit deutlich vermitteln muss, dass Journalisten auf den Wunsch nach Anonymität Rücksicht nehmen. Dass jemand hintenherum an geschützte Daten gelangt, darf nicht sein.“ 

Sowohl Aftonbladet als auch Expressen haben bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Hacker sind Uralt-Sicherheitssystemen weit voraus 

Die Entwicklungen im Internet schreiten derart rasant voran, dass etliche Experten die heutigen Sicherheitssysteme schon als antik bezeichnen. So sagte die Sicherheitschefin der Stiftung für Internetinfrastruktur, Anne-Marie Eklund Löwinder, im Schwedischen Rundfunk, der Hackerangriff habe keine größeren Fertigkeiten erfordert. 

„In diesem Fall handelt es sich um eine sehr bekannte Achillesferse, die SQL Injection genannt wird. Dabei bombardiert man eine Website mit unerwarteten Informationen, und dann spuckt die Seite Infos aus, die eigentlich unter Verschluss sein sollten. Diese Attacke jetzt ist schon recht umfassend. Leider bin ich nicht sonderlich erstaunt. Das habe ich mir abgewöhnt.“

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