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Reaktionen auf Euro-Rettung

Schwedische Zustimmung zu griechischem Schuldenschnitt

Uppdaterat torsdag 27 oktober 2011 kl 14.20
Publicerat torsdag 27 oktober 2011 kl 11.57
„Schwedische Banken nicht gefährdet"
(2:21 min)
Vorsichtig optimistisch: Fredrik Reinfeldt

Das historische Brüsseler Rettungspaket für Griechenland ist von schwedischen Wirtschaftsfachleuten weitgehend positiv aufgenommen worden. Die konkreten Auswirkungen auf Schweden beschränken sich zunächst darauf, dass die hiesigen Großbanken ihr Eigenkapital um rund 1,2 Milliarden Euro aufstocken müssen. Dass die europäischen Banken Griechenland nun die Hälfte der Schulden erlassen, sorgt allerdings auch in schwedischen Bankenkreisen für gewissen Unmut.

Ein 50-prozentiger Schuldenschnitt der Banken, eine Stärkung des gemeinsamen Rettungsfonds EFSF und ein Mindestkapitalstock der großen Banken Europas von neun Prozent – mit dem in der Nacht zum Donnerstag gefassten historischen Beschluss scheint der Staatsbankrott Griechenlands zunächst abgewendet. In einem ersten Kommentar sagte Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, die Übereinkunft gebe Anlass zu „vorsichtigem Optimismus“. Doch auch wenn einige richtige Schritte unternommen worden seien, bleibe noch viel zu tun. So stehe außer Frage, dass sich Italien, Spanien und Portugal stärker um ein Drosseln ihrer Staatsverschuldung bemühen müssten. 

Schwedische Banken sind von dem Sparpaket nur am Rande betroffen. Insbesondere Handelsbanken und Swedbank sind aufgefordert, ihren Kapitalstock zu erhöhen. Insgesamt müssen die schwedischen Großbanken umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Euro aufbringen. Dies entspricht schwedischen Experten zufolge einem Quartalsgewinn von zwei Großbanken und sei somit leicht aufzubringen. 

„Keine Auswirkungen auf private Darlehenszinsen“ 

Dazu sagte Finanzminister Anders Borg auf einer Pressekonferenz am Vormittag: „Unserer Einschätzung nach lassen die Gewinne einen gewissen Spielraum, etwa indem sich die Banken bei Ausschüttungen zurückhalten. Dies dürfte sich dann auch nicht auf die Zinssätze bei Privatkrediten auswirken.“ 

Die Situation könne jedoch schnell kippen, falls die griechische Schuldenkrise beginne, sich wie ein Lauffeuer auszubreiten, warnt der Chefökonom bei SEB, Robert Bergqvist. 

„Beunruhigend wäre, wenn französische und deutsche Banken Probleme bekämen. Sollte dieser Fall eintreten, wird aber sofort eine Brandmauer in Deutschland und Frankreich errichtet, will sagen, der deutsche und der französische Staat werden mit Garantien für ihre Banken einspringen. Sollte sich die Krise wider Erwarten bis nach Schweden fortpflanzen, können schwedische Behörden auch eine Brandmauer aufziehen, so wie das bereits 2008/2009 erprobt wurde, als im Rahmen der staatlichen Bankengarantie den Finanzinstituten Liquidität zugesichert wurde.“ 

Um die schwedischen Banken macht sich der Chefökonom also keine großen Sorgen. Die deutsche und französische Brandmauer seien ein ausreichender Schutz, so Bergqvist. 

Einen warnenden Zeigefinger hebt der Finanzmann jedoch in Bezug auf den Beschluss, Griechenlands Schulden um die Hälfte abzuschreiben. Für Krisenländer wie Spanien und Portugal würde dies künftig größere Schwierigkeiten bei Darlehen bedeuten. Die Unsicherheit darüber, ob die Kredite jemals in voller Höhe zurückbezahlt werden können, ist nach Ansicht des Chefökonomen mit dem heutigen Bescheid von Brüssel gestiegen.

Liv Heidbüchel

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