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„Whiskey on the Rocks"

Desinformation durch Militär und Regierung

Publicerat torsdag 27 oktober 2011 kl 14.21
U-Boot-Geheimnis ungelüftet
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Die Besatzung von U 137 gibt sich auf dem Pressefoto wesentlich gelassener als die schwedischen Politiker. (Foto: Stefan Lindblom/Scanpix Schweden)
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Ungewohnte Kontakte zwischen schwedischer und sowjetischer Marine 1981 im Gåsefjärden (Foto: Stefan Lindblom/Scanpix Schweden)

Vor 30 Jahren, am 27. Oktober 1981, lief in den Schären vor Karlskrona ein sowjetisches Atom-U-Boot auf Grund. Eine Verletzung der schwedischen Hoheitsgewässer durch den großen Nachbarn war offenkundig. Die Sowjetunion hat stets an ihrer Darstellung festgehalten, der Vorfall sei ein Navigationsfehler gewesen. In Schweden jedoch geht das Rätselraten weiter.

Darüber, was die Besatzung des sowjetischen U-Boots weit drinnen in einem engen Fjord an der Ostseeküste wollte, haben sich schon viele Experten den Kopf zerbrochen. Heute noch fragen viele Besucher des Marinemuseums im 30 Kilometer entfernten Karlskrona: Hatte sich das U-Boot verfahren oder nicht?

Intendent Peter Rosengren gibt eine diplomatische Antwort: „Die Diskussion über die Gründe ist in den letzten Jahren etwas nuancierter geworden, seit mehr Informationen ans Licht gekommen sind. Zum Beispiel könnte es sich um einen Navigationstest für den relativ jungen U-Bootskapitän  Guschtschin gehandelt haben“, sagt er zu Radio Blekinge. Das Museum mit seiner Ausstellung über den kalten Krieg und die U-Boot-Zwischenfälle in Schweden zwischen 1981 und 1990 ist die meistbesuchte Attraktion der traditionellen Marinestadt.

Mikael Holmström, sicherheitspolitischer Reporter der Tageszeitung Svenska Dagbladet, vertritt in seinem Buch „Den dolda Alliansen – Sveriges hemliga Natoförbindelser“ (Die verborgene Allianz – Schwedens geheime Verbindungen mit der Nato) eine teilweise andere Lesart des Vorfalls.

Fast dreißig Jahre nach dem atemberaubenden Abenteuer ist er durch den Gåsefjärd bis zu der Stelle gefahren, an der U 137 auf Grund ging, und kam zu anderen Ergebnissen.

Geheime Fahrrinne

Auf seiner Erkundungsfahrt sieht Holmström Seezeichen, die darauf hindeuten, dass Gåsefjärden 1981 militärische Geheimnisse verbarg. Ein Seemann, der exakt so navigiert, wie die weißen Betonklötze auf den unzugänglichen Felsen es angeben, kann weit in den Fjord vordringen – dorthin, wo damals Ankerplätze verborgen waren. Im Kriegsfall hätten Zerstörer der schwedischen Marine von dort aus angreifen können.

Auf den handelsüblichen zivilen Seekarten sind die Seezeichen bis heute nicht eingezeichnet. Der Besatzung des sowjetischen U-Boots lagen offensichtlich geheime militärische Seekarten vor. Trotzdem hielt das U-Boot sich mindestens vier Meter zu weit rechts in der Fahrrinne und ging auf Grund, möglicherweise, weil die Besatzung eine der Markierungen zu spät entdeckte.

In den Papieren der zahlreichen schwedischen U-Boot-Untersuchungskommissionen wird die geheime Fahrrinne geflissentlich verschwiegen: Weder die Studie der Streitkräfte von 1981 noch die der U-Boot-Schutzkommission 1983 oder 1995 oder 2001 enthalten etwas dazu.

Holmströms Schlussfolgerung ist, dass Marine und Regierung dem schwedischen Volk Informationen vorenthalten haben - Schlüsselinformationen über die Havarie des russischen U-Boots und Informationen über die Stellung Schwedens im Kalten Krieg insgesamt.

Allianz mit der Nato

Der offizielle Grundsatz, dass Schweden im Frieden neutral und im Kriegsfall allianzfrei sein würde, sei nur Theater gewesen, sagt Holmström zum schwedischen Ausbildungsfunk: „Die Neutralitätspolitik wurde für das schwedische Volk zu Friedenszeiten geführt. Wenn es zu einem Krieg gekommen wäre, wäre dieser Grundsatz über Bord geworfen worden.“

Aus diesem Grund kam trotz vieler Untersuchungskommissionen auch nicht die ganze Wahrheit über die U-Bootshavarie im Gåsfjärden heraus.

Holmström hat für sein Buch ungefähr 140 Entscheidungsträger in fünf Ländern interviewt. Viele wichtige Militärs haben ihm erzählt, sie seien über Teile des Verteidigungsprogramms informiert gewesen, aber niemand scheint das volle Ausmaß gekannt zu haben: Nämlich dass Schweden sich im Falle eines Krieges sofort auf der Seite des Westens geschlagen hätte und Teile seiner Regierung in die USA evakuiert hätte. Manche Politiker seien in einzelne Aspekte dieser doppelbödigen Handlungsweise eingeweiht worden. Aber tunlichst wollte niemand die volle Tragweite erfahren.

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