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Die Zimtschnecke, die süchtig macht

Publicerat torsdag 3 november 2011 kl 10.10
Zimtschnecke als Droge
(3:39 min)
Zuckerfalle Kanelbulle

Geahnt hat man es schon, nun haben Forscher den Beweis geliefert: Schwedische Kanelbullar, die goldbraun gebackenen, mit Hagelzucker bestreuten Zimt-Hefeteig-Schnecken, machen süchtig. Um genau zu sein, ist es die fatale Kombination aus Zucker und Fett – die Hauptzutaten des süßen Nationalgebäcks – die abhängig machen kann. Laut einem Bericht der Tageszeitung Svenska Dagbladet ist das Suchtpotential ebenso hoch wie bei Alkohol oder sogar Kokain.

Stockholm um die Mittagszeit. Viele warten hungrig in der Schlange der Bäckerei in einem Östermalmer Einkaufszentrum. Während der Herr vor mir Pfannkuchen bestellt, gehe ich gleich zum Nachtisch über. Drei Kanelbullar reicht mir die Verkäuferin über die Theke, der Klassiker zum schwedischen Kaffekränzchen. Um die sättigende, mit Zimt und Kardamom gewürzte Köstlichkeit herzustellen, sind vor allem Butter und Zucker unerlässlich.

Amerikanische Suchtforscher an der Temple Universität in Philadelphia haben nun das Suchtpotential von Zucker und Fetthaltigem entdeckt. Wie Svenska Dagbladet berichtet, kamen die Forscher um Dr. Sara Ward jedoch nur durch Zufall auf die abhängig machende Wirkung. Eine Gruppe von Mäusen wurde auf harte Drogen losgelassen; die Kontrollgruppe sollte versuchen, Zucker, Fett oder eine Mischung aus beidem zu erreichen. Die Kontrollgruppe verhielt sich aber der Zucker-Fett-Mischung gegenüber genau so, wie die Versuchsgruppe zu Kokain oder Heroin. Beharrlich versuchten die Mäuse die Mischung zu erreichen. Dafür nahmen sie sogar Elektroschocks in Kauf. Für gewöhnliches Futter hätten sie das nicht getan heißt es in dem Artikel.

„Ja, ich bin abhängig.”

Alles für eine Zimtschnecke tun? Auch unter den Stockholmern erkennt manch einer das Suchtpotential der Kanelbullar. „Ja, ich bin abhängig”, gesteht ein junger Mann. „Da fragen Sie den Falschen – ich bin Norweger und lebe eigentlich in Istanbul. Ich esse keine Kanelbullar", sagt ein anderer. Auf die Frage, ob er denn noch nie Kanelbullar probiert habe, sagte er, dass habe er natürlich. Er möge sie einfach nicht. Ein Mädchen schwärmt, „Die sind gut, sehr gut. Ich esse die mit einem Glas Milch dazu“.

Das Hefegebäck ist bei Kindern ebenso beliebt wie bei den Erwachsenen. Doch auch wenn das schwedische Kaffekränzchen ohne Bulle nahezu undenkbar ist und jedes Jahr im Herbst sogar der Tag der Kanelbulle gefeiert wird: die Diagnose „Zuckersucht“ wird nicht gestellt. Die Abhängigkeit von Süßem sei keine offizielle Diagnose, so Medizin-Professorin Mai-Lis Hellenius vom Karolinska Institutet gegenüber der Zeitung. Das bedeute jedoch nicht, dass man nicht süchtig sein kann.

Die Forscher um Sara Ward von der Temple University wollen daher ans Suchtzentrum im Gehirn. Gegenüber der Zeitung sagte die Forscherin, das Suchtzentrum zu blockieren sei die viel versprechendste Strategie gegen Fettleibigkeit. Kanelbullar in Maßen und etwas mehr Bewegung könnten allerdings auch helfen.

Bettina Rehmann

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