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Krank und mittellos

Mehr Geld für Langzeitkrankgeschriebene gefordert

Publicerat fredag 4 november 2011 kl 13.03
Dauerkrankgeschriebene in der Sozialhilfefalle
(3:13 min)
Gutachterin Wennemo fordert mehr Hilfe für Dauerkrankgeschriebene

Bei den Regeln zur Krankenversicherung von Langzeitkrankgeschriebenen muss dringend nachgebessert werden. Das empfiehlt das lang erwartete Sozialversicherungsgutachten im Auftrag der Regierung. Demnach landen unzählige Langzeitkrankgeschriebene in der Sozialhilfefalle.

Seit die Regeln für die staatlichen Zuschüsse im Krankheitsfall vor drei Jahren verschärft wurden, hat sich die Situation für die schwedischen Langzeitkranken drastisch geändert. Wer länger als ein Jahr krank ist, muss sich entweder unabhängig vom Gesundheitszustand wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen oder mit Sozialhilfe begnügen. 

Die Regeln zur Bewilligung des Krankengeldes seien zu hart, meint nun Gutachterin Irene Wennemo, und könnten dramatische Folgen für den Einzelnen haben. Denn auch die Sozialhilfe werde oft erst bewilligt, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft seien, wie etwa ein Hausverkauf. 

„Die Betroffenen bekommen keinerlei Krankengeld, sondern ihnen bleibt nur die Unterhaltsstütze, also das, was früher Sozialhilfe hieß. Eine gewisse Grundsicherung auch beim Krankengeld wäre angemessen, so sehen das auch die verschiedenen Parteien.“ 

Jung und dauerkrankgeschrieben: Ein Fall für die Sozialhilfe 

Einer der Betroffenen ist Lennie von Hackwitz. Der 28-Jährige arbeitete bis vor drei Jahren für eine Umzugsfirma, bis er sich bei einem Arbeitsunfall die Schulter verletzte. Nicht nur, dass der junge Mann nach wochenlangem Zähnezusammenbeißen weitere acht Monate auf eine Operation warten musste – den Job war von Hackwitz auch los.

 Jahrelang nun schon verlängert sein Arzt die Krankschreibung. Krankengeld bekommt von Hackwitz trotzdem nicht – dafür müsste er sich arbeitslos melden. Dies wiederum setzt voraus, dass von Hackwitz arbeitsfähig ist. Doch selbst wenn er genesen sollte: von Hackwitz ist gesundheitlich vorbelastet. Wegen seiner  Legasthenie traut er sich nur einen praktischen Job zu, seine wenn auch seltenen epileptischen Anfälle verhindern, dass er einen Führerschein macht. Seine Voraussetzungen sind somit denkbar schlecht. 

„Wenn ich gesund bin, will ich mich nach einer Lehrstelle umsehen. Doch so wie der Arbeitsmarkt heute aussieht, ist es für mich nicht gerade leicht.“ 

Lennie von Hackwitz ist längst kein Einzelfall. Keiner hat derzeit einen Überblick über die genaue Anzahl der Betroffenen. Ein großes Problem des heutigen Prinzips, Langzeitkrankgeschriebene aus dem System zu werfen, kritisiert Gutachterin Irene Wennemo. 

Aus der Statistik gefallen

„Es sind wohl doch recht viele, denen das Krankengeld gestrichen wird und die kein Einkommen nachweisen können, das zu einer Mindestsicherung berechtigt. Legt man heute der staatlichen Krankenkasse sein Attest vor, wird zunächst geprüft, ob man überhaupt ein Anrecht auf Krankengeld hat. Kommen die Sachbearbeiter zu dem Schluss, dass man nicht ausreichend krank ist, hat sich der Fall für die Behörde erledigt, und die Betroffenen verschwinden aus der Statistik.“ 

Wennemo unterstrich am heutigen Tag der Übergabe des Gutachtens an die Regierung, dass diese bestehenden Systemmängel im Widerspruch zur schwedischen Wohlfahrtspolitik und dem allgemeinen Rechtsempfinden stünden. Ihr Vorschlag liegt nun dem zuständigen Komitee vor, das die Frage weiter behandeln wird. Mit einem ersten Zwischenergebnis wird für den kommenden Frühling gerechnet. Ein endgültiger Beschluss des Komitees kommt erst im Mai 2013.

Liv Heidbüchel

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