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Nils Landgren

Markenzeichen: die rote Posaune

Publicerat fredag 1 december 2006 kl 13.14
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Der Schwede Nils Landgren gilt als einer der renommiertesten schwedischen Jazz- und Funkmusiker. Der vielbeschäftigte Posaunist ist seit 30 Jahren im Geschäft und bewegt sich scheinbar mühelos über die Grenzen.

In seiner Heimat, der Region Värmland, hält sich Posaunist Nils Landgren nicht oft auf. Sein Hauptwohnsitz liegt in Hamburg, sein Ferienhaus im südschwedischen Skillinge und überhaupt ist er fast ständig auf Tournee.

An dieses Leben als Kosmopolit hat er sich gewöhnt, scheint es: „Wenn ich hier bin, bin ich Hamburger. Wenn ich in Skillinge bin, bin ich Skillinger. Ich bin immer Värmländer, darauf bin ich stolz. Alle Värmländer sind stolz."

Außerdem sind die Menschen aus Värmland für ihre Redegabe und Erzählfreude bekannt. Aus dieser Region kommen auch die Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf und der Dichter Gustaf Fröding.

Sohn der Region 

Die Landesregierung von Värmland hat ihrem Vorzeigeposaunisten übrigens im August das Frödingstipendium zuerkannt. „Für seine Leistungen als internationaler Jazzmusiker mit tiefen Wurzeln in der värmländischen Musiktradition", so die Begründung.

„Also ich spiel ja alles was in meinen Weg kommt fast“, erklärt Landgren seinen Geschmack. „Ich bin sehr interessiert in Musik zu spielen, nicht in irgendwelchen Genres. Ich finde es toll immer was Neues auszuprobieren. Barockmusik hat mich immer interessiert. Und diese Verbindung zu Jazz und Improvisation. Dann hab ich ja meine Funk Unit, die spielt steinharten Funk. Und dann spiel ich auch gern mit Streichern, wenn es geht, mehr leise Sachen so. Es interessiert mich eigentlich gute Musik zu spielen und immer in verschiedenen Ecken zu suchen."

Erprobt in vielen Genres 

Diese Vielseitigkeit ist es, die ihm besondere Freude macht. Und sie kommt nicht von ungefähr. Zwischen 1972 und 78 hat Landgren klassische Musik studiert. Im Laufe der Zeit hatte er Gelegenheit, die meisten Stilarten auszuprobieren.

 Diese gediegene Grundlage dürfte dem 50-Jährigen jetzt zugute kommen. Seit dem Wintersemester hat er eine Teilzeitprofessur für Jazzposaune an der Musikhochschule in Hamburg. Er erteilt Studenten Einzelunterricht, unterrichtet ein Ensemble und leitet bei Bedarf auch die Bigband der Hochschule.

Nebenbei ist Mr. Redhorn, wie Nils Landgren wegen seiner roten Posaune genannt wird, auch Schirmherr für zwei Stiftungen zur Förderung junger Musiker.

Wer jungen Menschen etwas beibringen will, braucht selber gute Vorbilder, sagt er: „Mein erstes Vorbild ist mein Vater. Und mein Vater hat sein ganzes Leben Musik gespielt, er spielt immer noch. Er wird 90. Er ist aber kein Profi er ist Stahlwerksarbeiter. Seit langem natürlich in Rente. Danach…Es gibt mehrere Vorbilder. Musikalisch ist das Miles Davis. Er war aber kein menschliches Vorbild. Meine Vorbilder sind mehr Menschen mit friedlichen Botschaften. Egal ob das Politiker sind oder Musiker. Leute, die sich um Weltfrieden kümmern. Leute mit humanistischen Interessen."

Musik für Verständigung 

Diese Einstellung lässt sich auch als Musiker aktiv leben und vermitteln, versichert Landgren: „Also erstmal ist Musik eine friedliche Sache. Man muss mit sich selbst anfangen. Man kann natürlich versuchen zu helfen. Ich bin auch jetzt angefangen mit einem Projekt in Südafrika in den Townships. Die wollen gerne Musik machen, die haben aber keine Instrumente. Und da bin ich jetzt dran neue Instrumente einzukaufen, weil ich glaube, da kann man viel mit Musik machen." 

Neben all diesen Tätigkeiten tourt Landgren auch noch fleißig mit seiner eigenen Band, der Funk Unit, ist Produzent von den Alben der Musikerkollegen und steht bei der NDR Big Band in Hamburg unter Vertrag. Er hat sichtlich Mühe seine verschiedenen Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren. Und dabei hilft nur eins: „Alles muss prioritiert werden. Man muss nur die Zeitpunkte wählen." 

Sybille Neveling

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