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Agenten mit Unrechtsbewusstsein?

Mutmaßliche Stasi-Spione fühlen sich ungerecht behandelt

Publicerat måndag 7 november 2011 kl 15.02

Die Turbulenzen um Birgitta Almgrens Stasi-Buch über ehemalige schwedische inoffizielle Mitarbeiter reißen nicht ab. Wie die Zeitung Svenska Dagbladet schreibt, haben sich mehrere Personen bei der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo darüber beklagt, sie würden ungerechtfertigterweise in dem Buch auftauchen. Die Forscherin reagiert gelassen.

Die Klagen bei der Säpo hatten in der vergangenen Woche dazu geführt, dass nun der Justizkanzler untersucht, ob Forscherin Almgren tatsächlich mehr preisgegeben hat, als ihr gestattet ist. Almgren selbst bestreitet die Vorwürfe ebenso wie namhafte Forscherkollegen. Gegenüber der Zeitung Dagens Nyheter machte die Historikerin erneut deutlich, dass sie nichts von dem Veröffentlichten bereut. Nicht ein einziges Mal habe sie geschrieben, jemand sei ein Agent. Stets habe sie auf die Formulierung „laut Protokoll“ oder „laut Kartothek“ geachtet, wonach die betreffende Person für die Stasi gearbeitet habe. 

Obwohl Almgren die ehemaligen Spione anonymisiert hat, meinen sich einige Personen erkannt zu haben und protestieren nun lautstark. Svenska Dagbladet zitiert aus einem der Briefe an die Säpo: „Ich bin am Telefon als ‚Agentenschwein’ beschimpft worden. Der entstandene Schaden ist für mich und meine Familie psychisch belastend.“ 

Auch ein weiterer Brief zeugt ob der nüchternen Darstellung eines in Forscherkreisen anerkannt sachlichen Berichts von einem plötzlich erwachten Unrechtsbewusstsein – sollte die Person denn tatsächlich eine unliebsame Agentenvergangenheit haben. Der Betroffene schreibt an die schwedische Sicherheitspolizei:

„Die Anonymisierung meiner Person hat nicht funktioniert. Almgren ist meines Erachtens in flagranter Weise von der Absprache abgewichen, keine Identitäten aufzudecken. Ich finde es nicht nur zutiefst kränkend, sondern auch unwürdig für einen Rechtsstaat, dass persönliche, nicht bestätigte Angaben auf diese Weise veröffentlicht werden dürfen – auch wenn es heißt, dies geschehe zu Forschungszwecken.“ 

„Ich kann mich nicht erinnern“ 

Inzwischen ist eine weitere Person an die Öffentlichkeit getreten und kämpft laut Svenska Dagbladet um ihren Ruf. Die heute 63-jährige Frau und ihr Ex-Mann hatten bereits kurz nach Erscheinen von Almgrens Buch beim Boulevardblatt Expressen als „Agenten-Pärchen“ für Schlagzeilen gesorgt. Spion „Nr. 6“ war Almgren zufolge „vermutlich eine der gerissensten schwedischen Stasi-Agentinnen“. In einem Brief an die Historikerin fordert die 63-Jährige aus dem nordschwedischen Hudiksvall mehr Belege. „Ihres Wissens“ habe sie nie eine Kollaboration mit der Stasi zugegeben – weil nichts zuzugeben gewesen sei. Genauso wenig könne sie sich daran erinnern, Berichte für die Staatssicherheit verfasst zu haben. 

Der Justizkanzler überprüft die Angelegenheit derzeit. Birgitta Almgren selbst ist sich sicher, alles richtig gemacht zu haben. Es sei absurd, dass sie nun diejenige sei, die kriminalisiert werde. Abschrecken lassen werde sie sich jedoch nicht, so die Wissenschaftlerin gegenüber Svenska Dagbladet. Es sei Teil ihres Forscherauftrags, zu zeigen, wie Diktaturen arbeiten.

Liv Heidbüchel

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