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Kein Eis in der Arktis

Publicerat torsdag 10 november 2011 kl 08.21
So wenig Schnee wie seit 100 Jahren nicht mehr
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Der schwedische Forschungseisbrecher Oden. Foto: Katja Güth
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Der Arktis-Rat bei seiner Tagung in Luleå. Foto: Katja Güth

Bei der Tagung des Arktischen Rates in Luleå sind unter schwedischer Leitung erste wichtige Beschlüsse gefasst worden. 150 Vertreter unterschiedlicher Organisationen waren nach Luleå gekommen, unter anderem um ein Rettungskonzept für den Fall eines Schiffsunglücks in der Arktis zu entwickeln. Gleichzeitig wurden fünf Forschungsprojekte gestartet.

Der Eisbrecher Oden hat den letzten Kajenplatz erwischt, vor ihm liegen die vier anderen Schiffe der schwedischen Eisbrecherflotte. Der Himmel leuchtet rot-violett, ist sind fünf Grad plus. Keine Spur von Eis auf dem Wasser. Die Crew des Eisbrechers Oden begrüßt die Gäste des Arktischen Rates, sie sehen sich voller Interesse die Kommandobrücke, Kabinen und Labors an. Steuermann Kristian Nordström erklärt das technisch avancierte System zur Messung der Eistiefe bis in 11.000 Meter, doch das wird in diesem Winter nicht wie geplant Eisberge in der Antarktis ausloten.

Die schwedische Regierung hat beschlossen, den Eisbrecher Oden in diesem Winter nicht zu Forschungszwecken zu verchartern. Stattdessen wird er die Ostsee mit freihalten, nachdem im letzten eiskalten Winter die anderen Eisbrecher an ihre Grenze kamen. Bisher aber ist weit und breit weder Eis noch Schnee zu sehen. Genau das ist das größte Problem, wie Lars Nila Lasko vom Rat der samischen Urbevölkerung bemerkt.

„Das habe ich noch nie erlebt, das es zu dieser Jahreszeit keinen Schnee gibt, nicht mal hoch im Norden der samischen Gebiete, das gab es seit 130 Jahren nicht. Der Wald wächst immer höher im Gebirge hinauf, die globale Aufwärmung hat bedeutende Auswirkungen in den arktischen Gebieten.“

Auch andere Bewohner der Arktis, wie die Inuit in Grönland leiden unter dem Klimawandel. Im Nordwesten Grönlands zum Beispiel geht das Packeis kontinuierlich zurück. Einst war das Gebiet ab September unerreichbar, nun ist es sogar bis Weihnachten schiffbar, erzählt der Präsident des Arktischen Rates der Inuit, Carl Christian Olsen und mahnt gleichzeitig: „Wir müssen in der Arktisdebatte vor allem die menschliche Dimension beachten: Es geht nicht nur um die Eisbären. Wir müssen daran denken, dass es um die Inuit geht, um menschliche Wesen. Es betrifft Menschen, wenn der Dauerfrostboden auftaut und das Eis zurückgeht.“

Die Arktisdebatte wird nicht nur auf dem Eisbrecher geführt, sondern vor allem zur Konferenz.

Ölbohrungen im Eis

Die 150 Teilnehmer sitzen im Viereck, am Podium die Vertreter Schwedens, das den Vorsitz des Arktisches Rates innehat. Die Öffentlichkeit ist von den Beratungen ausgeschlossen. Beschlossen wurden in Luleå insgesamt fünf Forschungsprojekte, die zum Beispiel untersuchen sollen, wie eine nachhaltige Entwicklung in der Arktis aussehen kann, welche Widerstände es gibt. Es geht aber auch um die bedrohte Artenvielfalt, die Versauerung des Nordpolarmeeres sowie die zunehmende Verschmutzung der Arktis mit Ruß, hervorgerufen durch das weitverbreitete Heizen mit Holz in Skandinavien und Sibirien. Schweden will unter anderem erreichen, dass ein ständiges Sekretariat für arktische Fragen im norwegischen Tromsø eingerichtet wird. Der schwedische Botschafter für die Arktis, Gustaf Lind, macht auf zwei sehr drängende Probleme aufmerksam:

„Wir wollen vor allem die Ölausbeutung regeln, also eine generelle Nutzung der Ölvorkommen und die Zusammenarbeit im Falle eines Unglücks. Das wird nicht nur hier in Luleå, sondern auch auf weiteren Treffen debattiert. Ich hoffe, dass wir das Rettungskonzept bis zu unserem abschließendem Treffen im Mai 2013 geregelt haben.“

Die Absichtserklärung, in der Arktis bei der Rettung im Falle von Schiffsunglücken zusammenzuarbeiten, hat zuletzt Schweden ratifiziert, Kanada hat jüngst eine Rettungsübung absolviert. Doch viele Details sind noch zu klären.

Mitbestimmung der Urvölker

Mit der Klimaerwärmung werden gigantische Rohstoffvorkommen in der Arktis vom Eis befreit. Ein Drittel der weltweiten Gasvorkommen werden in der Arktis vermutet, das weckt auf der ganzen Welt Begehrlichkeiten. Der Arktische Rat versammelt die Vertreter der Arktis-Anrainerstaaten von Kanada über Norwegen bis Russland sowie die Urvölker dieser Länder. Der Rat versucht, Empfehlungen zu geben, die die Staaten dann vertraglich regeln. Seit 1996 gibt es das Gremium, seitdem ist auch der samische Vertreter Lars-Nila Lasko dabei. Seit der Entdeckung der Bodenschätze sei das Interesse der Staaten am Arktischen Rat größer geworden, hat der Jurist festgestellt. Ihm gehe es darum, die Urbevölkerungen bei der Ausbeutung der Rohstoffe einzubeziehen:

„Es ist eine Utopie, aus der Arktis einen Nationalpark zu machen. Aber es ist wichtig, dass die Ausbeutung der Vorkommen in geordneten Bahnen läuft.“

„Ich glaube nicht, dass wir die Arktis schützen können, auch wenn wir das wollten. Es ist dort zu viel Geld holen, es gibt einfach zu viele Vorkommen. Es ist eine Utopie, aus der Arktis einen Nationalpark zu machen. Aber es ist wichtig, dass die Ausbeutung der Vorkommen in geordneten Bahnen läuft, und dass auch wir Urbevölkerungen einbezogen werden und mitbestimmen können.“

Neben den Anrainerstaaten sind unter anderem auch Italien, China, Japan und Deutschland im Arktischen Rat als Beobachter vertreten. Und selbst wenn Deutschland, wie Dr. Frank Rückert vom Auswärtigen Amt versichert, sich nicht am Abbau von Gas beteiligen will, so wecken die Vorkommen doch auch deutsche Begehrlichkeiten:

„Wirtschaftlich sind wir natürlich wie alle anderen Staaten auch, an Rohstoffsicherung interessiert, wir haben ja keine eigenen. Aber das ist, bezogen auf die Arktis, noch Zukunftsmusik.“

Katja Güth

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