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Kein Platz für ADHS in der Schule

Zuwenig schulische Unterstützung für verhaltensauffällige Kinder

Publicerat torsdag 10 november 2011 kl 12.05
„Die Kinder haben ein Recht auf Hilfe"
(2:54 min)
Der Schwedische Rundfunk deckt auf: Verhaltensauffällige Schüler haben schlechte Karten (Foto: Scanpix)

Immer mehr schwedische Schulen verstoßen gegen das Gesetz zur Unterstützung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, hat sich die Zahl der Beschwerden bei der Schulaufsichtsbehörde im vergangenen Jahr verdoppelt – die ihrerseits öfter die Schulen abmahnt.

Für die neunjährige Ingrid waren die beiden Jahre in der Vorschule und der ersten Klasse ein einziger Alptraum. So beschreibt Ingrids Mutter Cecilia Brusewitz diese so wichtige Zeit zu Beginn der Schullaufbahn. Ingrid hat die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung ADHS und braucht besondere Unterstützung beim Lernen. Die kommunale Schule lehnte Ingrid von vornherein ab. Dort habe man keine Ressourcen, hieß es. Die Privatschule im Stockholmer Vorort Skarpnäck dagegen nahm Inrid gern auf und versprach vollmundig umfassende Betreuung. Doch nichts dergleichen geschah, erzählt Mutter Cecilia Brusewitz im Schwedischen Rundfunk. 

„Seine Tochter jeden Tag in eine Schule zu schicken, von der man weiß, dass sie dort gemobbt wird und dann noch nicht einmal Hilfe bei ihrer Entwicklung bekommt, ist grauenvoll.“

221 Schulen abgemahnt - bisher

Die Schule konnte das Mobbing nicht unterbinden. Auch Lesen und Schreiben lernte Ingrid nicht. Für diese Mängel kassierte die Schule scharfe Kritik von der Schulaufsicht – und gesellt sich damit zu 220 weiteren Schulen, die bis September dieses Jahres abgemahnt wurden. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 175. 

„Diese Verstöße sind sehr ernst“, betont Schulaufsichtsdirektorin Marie-Hélèn. „Bei diesen Kindern und Jugendlichen dreht es sich um eine besonders ausgesetzte Gruppe, die jede erdenkliche Hilfe braucht. Mit der richtigen Unterstützung bekommen diese Schüler die Möglichkeit, Anschluss an ihre Klassenkameraden zu bekommen. Darauf haben sie ein Recht.“ 

Ahnborg zufolge müssen die Schulen dringend nachbessern. Zum einen sollten sie von vornherein feststellen, welche Bedürfnisse gewisse Schüler überhaupt haben. Zum anderen mangelt es an der Auswertung ergriffener Maßnahmen, meint die Schulaufsichtsdirektorin. Dabei behilflich sein könnte das verschärfte Schulgesetz, wonach Schulen sich nicht mehr mit klammen Kassen entschuldigen dürfen, sondern jedem Schüler die Unterstützung zukommen lassen müssen, die er braucht.

Neue Schule, neues Glück

Für Ingrids Mutter Cecilia Brusewitz war die Bestätigung ihrer Kritik durch die Schulaufsichtsbehörde eine Erleichterung. Viel wichtiger ist für sie jedoch, dass ihre Tochter seit dem Wechsel in eine neue Schule enorme Fortschritte macht und inzwischen schreiben und rechnen kann. 

„Die Kritik der Schulaufsicht war gut, aber auch traurig. Es war schmerzhaft, schwarz auf weiß zu lesen, wie schlimm unsere Situation über zwei Jahre hinweg gewesen ist. In ihrer neuen Klasse hat Ingrid ein ganz neues Selbstbewusstsein bekommen. Am Anfang kam es mir fast so vor, als hätte sie sich selbst gewundert, was sie alles kann. Das ist toll.“

Liv Heidbüchel/Bengt Hansell

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