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Minderheiten am Rande der Gesellschaft

Hassverbrechen gegen Sami nehmen zu

Publicerat torsdag 1 december 2011 kl 11.32
„Wir brauchen eine Debatte“
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Laut Anti-Rassismus-Zentrum trauen sich viele Sami nicht in ihrer Tracht vor die Tür.
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Helena Nejne in Åsele

Schwedens samische Urbevölkerung sieht sich im wachsenden Maß Diskriminierung und sogar Hassverbrechen ausgesetzt. Das bestätigt neben dem Samischen Anti-Rassismus-Zentrum nun auch eine Studie des Diskriminierungsombudsmanns.

Für Nicht-Betroffene sind es vielleicht Harmlosigkeiten – für Helena Nejne aus dem nordschwedischen Åsele ist es ein Schock: Jemand hatte den samischen Namen auf dem Ortseingangsschild überklebt. „Das war wie ein Schlag ins Gesicht“, erzählt Helena Nejne im Schwedischen Rundfunk. „Ich bekam richtig Angst und habe mir Gedanken gemacht, was mich wohl zu Hause auf dem Hof erwartet.“ 

Nejne entdeckte das überklebte Schild am Abend vor dem ersten Schultag ihrer Kinder. Ihr kam es wie ein schlechtes Omen vor, berichtet die besorgte Mutter. Die Angst vor Mobbing schien nicht abwegig. Sich lauthals aufzuregen kam dennoch nicht in Frage. 

„Wenn wir anfangen, einen Streit vom Zaun zu brechen und richtig unbequem zu werden, bekommen wir vielleicht noch mehr Probleme. Ich will nicht, dass die Kinder leiden. Ich kann eine Menge aushalten, aber die Kinder sollen nicht die Leidtragenden sein, nur weil andere Erwachsene sich nicht benehmen können – denn es sind ja Erwachsene, die so etwas machen. Es handelt sich hier nicht um einen Kinderstreich.“ 

Berechtigte Angst vor tätlichen und verbalen Übergriffe  

Dass samische Schilder sabotiert werden, ist auch aus den Regionen Norrbotten, Jämtland und Härjedalen bekannt sowie aus Norwegen. „Die Zerstörung unserer Schilder nimmt stetig zu“, stellt Lars-Nila Lasko vom Samischen Zentrum gegen Rassismus und Diskriminierung nüchtern fest. „Ich weiß auch von Sami, die sich abends nicht in ihrer traditionellen Bekleidung vor die Tür trauen.“ 

Weit schlimmer als beschädigte Schilder sind Brandüberfälle auf die traditionellen Sami-Zelte. Ein Anschlag wurde von der Polizei als Hassverbrechen in die Akten aufgenommen. Wie der Diskriminierungsombudsmann feststellt, sind Beschimpfungen wie „Lappen-Sau“ nicht unüblich. Auch haben es Sami schwerer, Arbeit zu finden, so die Behörde. Zugenommen haben aber auch hasserfüllte und rassistische Einträge auf Internetseiten, betont Lars-Nila Lasko. Eine Facebook-Seite, die zur Ausrottung aller Sami aufrief, wurde nach Klagen von Seiten des Anti-Rassismus-Zentrums geschlossen. 

Rentierzüchterin Sophia Renfjäll ist froh, dass nicht länger zu den Hassverbrechen geschwiegen wird. Während der Schulzeit lebte sie ein Doppelleben: Weil sie bei den Klassenkameraden dazu gehören wollte, verneinte sie ihre samische Herkunft – aus Angst vor Ausgrenzung. Erst nach dem Abitur bekannte sie sich zu ihren Wurzeln. 

„Wie kann es sein, dass Menschen so hasserfüllte Dinge tun? So etwas macht man doch nicht. Man kann das nicht nachvollziehen und deshalb verschließt man wohl die Augen vor solchen Sachen. Damit müssen wir aber aufhören. Diskriminierung und Rassismus müssen ans Licht der Öffentlichkeit. Wir brauchen eine Debatte.“

Liv Heidbüchel/ Eva Brännman

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