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Reaktion auf Raubtiergutachten

Zufriedener WWF: „Endlich deutliche Gesetze"

Publicerat onsdag 4 april 2012 kl 15.40
WWF: Der Wolf kann aufatmen
(3:34 min)
Bei Wolfsjagd ist künftig Zurückhaltung angesagt

Das am Dienstag vorgelegte Raubtiergutachten ist beim WWF auf ein positives Echo gestoßen. Die Naturschutzorganisation zeigte sich gegenüber Radio Schweden erfreut über die vorgeschlagene Aufstockung des Wolfbestandes auf 450 Tiere. Weiter begrüßte der WWF, dass die bestehende, teilweise unverständliche Gesetzeslage verdeutlicht wird. Dies werde nicht zuletzt den Jägern klare Richtlinien geben.

Die Begrenzung des schwedischen Wolfbestands auf 210 Tiere geht noch auf den ehemaligen Umweltminister Andreas Carlgren zurück. Den Jägern war selbst diese Zahl noch zu hoch gewesen, Tierschützer sahen die Zahl als willkürlich und wissenschaftlich nicht belegt. Das lang erwartete Raubtiergutachten nun schlägt eine erhebliche Vergrößerung des Bestandes innerhalb der kommenden zehn Jahre vor. Eine richtige Entscheidung, betont Tom Arnbom, Raubtierexperte beim WWF, gegenüber Radio Schweden.

„Bis 2024 soll man laut EU-Verordnung das erreicht haben, was als ‚nachhaltiger Bestand' bezeichnet werden kann, sowohl in genetischer und zahlenmäßiger Hinsicht als auch bezüglich der Verbreitung. Ist dies erreicht, kann der Jägerverband nicht mehr einfach das Abschießen von Wölfen fordern. Ich gehe davon aus, dass wir uns für einen gesunden Wolfbestand auf 600 bis 700 Tiere einstellen können."

Biologie statt Politik

Froh ist Experte Arnbom vor allem darüber, dass künftig nicht mehr Politiker über die Größe des Bestandes bestimmen. Diese Aufgabe soll, so schlägt es Gutachter Lars-Erik Liljelund vor, die Naturschutzbehörde übernehmen. Damit hält dem WWF zufolge wieder mehr Biologie bei der Lagebeurteilung Einzug. Außerdem werden die heute unübersichtlichen Gesetze, die viel Deutungsspielraum lassen, vereinheitlicht.

„Selbst Staatsanwälte, die sich mit illegaler Jagd beschäftigen, wissen nicht immer, wie sie die Gesetze auslegen sollen", so Arnbom. „Das Gutachten sieht vor, alles ins Umweltgesetz zu schreiben, das nämlich schon jetzt sehr viel härter und modern ist. Auch die Gesetze, die Elche und anderes Wild betreffen, gehören demnach dann dazu. Außerdem wird die Gesetzgebung an die EU angepasst. Es wird also künftig Recht und Ordnung auf diesem Gebiet herrschen, was derzeit in Schweden nicht der Fall ist."

EU bleibt kritisch

Der Experte betont, dass der EU-Umweltkommissar Schweden unter genauer Beobachtung hat. Sollte Schweden seine Raubtierpolitik nicht einschneidend verändern, droht nach wie vor ein Prozess vor dem EU-Gerichtshof. Ein exakter Verwaltungsplan des Wolfbestandes, der von der EU-Kommission angemahnt worden ist, soll im Juni vorgelegt werden. Zuvor soll ein weiteres Gutachten vorschlagen, welche Toleranzgrenzen den Rentierzüchtern zuzumuten sind. Bislang haben es zum Beispiel aus Russland zugewanderte Wölfe schwer, unbeschadet durch dieses Gebiet zu ziehen, von einer Ansiedlung ganz zu schweigen. Künftig könnte es möglich sein, Wolfreviere auch in diesen Regionen zuzulassen und die Sami entsprechend zu entschädigen.

Die EU-Kommission hat Raubtierexperte Arnbom zufolge keinen Grund zur Beanstandung. „So lange Schweden einen Plan vorlegt, wie genau mit dem Wolfbestand fortgefahren werden soll, wird die Kommission zufrieden sein. Dagegen wird man sehr deutlich mit der Vorgabe sein, dass es auf absehbare Zeit keine Lizenzjagd für Jäger geben wird. Stattdessen sind die Provinzialverwaltungen für den Abschuss einer von der Behörde genau vorgegebenen Anzahl Tiere verantwortlich."

Entsprechend in Grenzen hält sich die Begeisterung beim Schwedischen Jägerverband mit seinen 200.000 Mitgliedern. Von einer Vergrößerung des Wolfbestandes will man dort nichts hören. Die Jäger befürworten im Gegenteil einen Bestand, der die Marke 150 Tiere nicht überschreitet.

Liv Heidbüchel

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