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Abfall aus Italien

Einstieg ins neapolitanische Müllgeschäft

Publicerat torsdag 5 april 2012 kl 13.01
„Müllimport ist Win-Win-Situation“
(3:05 min)
Soll nach Stockholm verschifft werden

Stockholm will sich der italienischen Müllberge annehmen. Wie das Schwedische Fernsehen berichtet, plant das Energieunternehmen Fortum Värme den Import von 6.000 Tonnen Haushaltsmüll aus Neapel. Erstmals würde damit italienischer Müll in Schweden verbrannt. Bedenken wegen möglicher Verbindungen zur Camorra weist das Stockholmer Unternehmen weit von sich.

Die Stockholmer sind tüchtig im Mülltrennen, zu wenig Abfall zum Verbrennen fällt an, um Häuser und Wohnungen zu beheizen. Mehr Müll für die Hauptstadt ist also gefragt. Und wo, wenn nicht in Neapel, stinkt der Abfall seit Jahren zum Himmel? Ulf Wikström, Pressesprecher bei Fortum Värme, ist begeistert vom geplanten Deal mit einem nicht näher genannten neapolitanischen Müllunternehmen.

„Unserer Meinung nach verdienen alle daran. 150 Millionen Tonnen Abfall werden jährlich auf Europas Müllkippen deponiert. Können wir uns um einen Bruchteil dessen kümmern und diesen Müll in nützliche Energie umwandeln, dann ist das fürs Klima und die Umwelt gut.“ 

„Gute Kontrollen“ 

Wie das Schwedische Fernsehen berichtet, wird Fortum die Abnahme des Mülls sogar bezahlt. Die bearbeiteten Haushaltsabfälle sollen über Kiel nach Schweden gelangen, Anlaufhafen ist Nynäshamn bei Stockholm. Um nicht in Machenschaften mit der Camorra verwickelt zu werden, hat Fortum bei der Wahl des Müllunternehmens auch die italienische Polizei sowie andere Kontrolleure zu Rate gezogen. Zudem habe man sich mit eigenen Augen von der Seriosität des Unternehmens überzeugt, unterstreicht Pressechef Wikström. 

„Wir schauen uns ein bestimmtes Unternehmen näher an und überprüfen derzeit dessen Geschäfte. Wenn alles gut aussieht, können wir den Vertrag abschließen. Unsere Repräsentanten konnten sich vor Ort davon überzeugen, dass Aufsicht und Kontrollen von hohem Niveau sind, was die lokalen Behörden inklusive der Polizei angeht. Das sind für uns äußerst wichtige Aspekte, wenn man bedenkt, welche Verhältnisse in dieser Region mitunter herrschen.“ 

„Gomorrha“ vermittelt anderes Bild 

Auf besagte Verhältnisse hat nicht zuletzt der italienische Journalist und Autor Roberto Saviano schon vor Jahren hingewiesen. Sein Bestseller „Gomorrha –Reise in das Reich der Camorra“ ist auch ins Schwedische übersetzt. Etliche von Saviano recherchierte Fakten dürften ein lupenreines Geschäft mit Müll-Dealern aus Neapel erheblich erschweren. Da ist zum einen die Forderung nach „sortiertem“ Hausmüll. Generell trennt Neapel kaum Müll, gerade einmal an die 15 Prozent, wenn man Saviano Glauben schenken möchte – der für sein Gestocher in den Verstrickungen der Mafia immerhin unter Personenschutz gestellt werden musste und seitdem täglich um sein Leben fürchtet. Zum anderen bleibt die Frage nach der Zuverlässigkeit der ansässigen Behörden, nicht zuletzt der Polizei. Die Korruption zieht, daran dürfte kaum noch Zweifel herrschen, in Neapel und Umgebung weite Kreise. 

Fortum Värmes Pressesprecher Wikström hat denn auch keine befriedigende Antwort auf die durchaus berechtigte Frage, wie das Unternehmen, das zur Hälfte der Stadt Stockholm gehört, Verbindungen zur professionell arbeitenden Mafia ausschließen möchte: „Wir können versichern, dass wir die Einkaufsrichtlinien befolgen. Sollten wir auf Ungereimtheiten stoßen, werden wir die Zusammenarbeit mit den Zulieferern abbrechen.“

Liv Heidbüchel

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