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Wohneigentum

Bankkunden im „Zinsaufruhr"

Publicerat torsdag 5 april 2012 kl 13.18
"Die Leute verstehen die Zinspolitik nicht mehr"
(2:51 min)
Wird das traute Heim zu teuer?

Schwedens Banken spüren dieser Tage den Zorn der Kunden. „Zinsaufruhr“ heißt eine neue Volksbewegung, ausdrücklich unterstützt von niemand Geringerem als Finanzminister Anders Borg. Stein des Anstoßes sind die Hypothekenzinsen. Nach der Finanzkrise von 2009 haben die Banken aus den Krediten für Wohneigentum wachsende Gewinne geschlagen. Die Kunden lassen sie an ihrer erfreulichen Bilanz allerdings nicht teilhaben.

Wohnungskredite sind in Schweden ein Thema von hohem Allgemeininteresse – zur Miete wohnt nur rund ein Drittel der Bevölkerung. Die allermeisten leben entweder im eigenen Häuschen oder haben ein so genanntes Wohnrecht, bei dem man sich in eine Wohnungsgenossenschaft einkauft. Die Entwicklung der Hypothekenzinsen wird also aufmerksam verfolgt.

In jüngster Zeit haben sich nun Unsicherheit und Ärger breit gemacht. „Für viele Schweden ist es in den letzten anderthalb Jahren immer schwerer geworden zu verstehen, welchem Prinzip Zinssenkungen folgen“, sagt Olle Zachrisson, Chef der Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung Svenska Dagbladet. „Die Reichsbank senkt den Leitzins ein ums andere Mal – die Hypothekenzinsen bleiben davon aber unberührt, sie gehen nicht mit nach unten. Wir finden, hier ist mehr Information vonnöten, und die wollen wir liefern.“

Zins-Datenbank für alle

Mit einer besonderen Initiative hat die Zeitung in kurzer Zeit so viel Widerhall gefunden wie schon lange nicht mehr. Mehr als 18.000 Menschen sind innerhalb der vergangenen fünf Tage dem Aufruf von Svenska Dagbladet gefolgt, auf einem interaktiven Formular jeweils ihren Wohnort und die Höhe ihrer Hypothekenzinsen zu vermerken. Gemeinsam haben Leser und Bankkunden so eine große, allgemein zugängliche Datenbank geschaffen. Ersichtlich ist daraus unter anderem, dass die Zinsen zumeist zwischen drei und fünf Prozent pendeln. Offenbar bestehen also durchaus Möglichkeiten, bei Verhandlungen mit der Bank zu feilschen, genau wie es Finanzminister Borg kürzlich empfohlen hatte. Die Kunden, so der Rat des Ministers, sollten sich von den Banken nicht übervorteilen lassen und wenn nötig eben das Finanzinstitut wechseln.

„Ich denke, die Leute haben seit Langem nach einem Instrument gesucht, das sie bei den Verhandlungen mit der Bank nutzen können“, so Wirtschaftsredakteur Zachrisson. „Viele haben inzwischen begriffen, dass es immer wichtiger geworden ist, selbst zu verhandeln und die Zinsen herunterzudrücken.“

Mit Hilfe der interaktiven Zinsen-Karte von Svenska Dagbladet kann der vergrätzte Kunde nun nachschauen, welche Kreditbedingungen der Nachbar hat, und seiner Bank entsprechend Beine machen. Falls sich die Banken nicht erweichen lassen, dürfte dies das Gros der schwedischen Wohnungseigentümer dennoch kaum in die Knie zwingen. Fallen doch über die Zinskosten hinaus so gut wie keine andere Ausgaben an. Die Zinsen kann man von der Steuer absetzen, und die Rückzahlungsraten sind mit unter einem Prozent pro Jahr mikroskopisch. Die geknechteten Bankkunden jammern insofern auf vergleichsweise hohem Niveau.

Anne Rentzsch

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