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Terrorprozess

Mutmaßliche Attentäter in Dänemark vor Gericht

Publicerat fredag 13 april 2012 kl 11.59
"Ich wurde ausgenutzt!"
(4:14 min)
Das Redaktionsgebäude von Jyllands Posten in Kopenhagen. (Foto: Scanpix)

Seit Freitagvormittag müssen sich vier in Schweden wohnhafte Terrorverdächtige vor einem Gericht im dänischen Glostrup verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, einen Anschlag auf die dänische Tageszeitung Jyllands Posten in Kopenhagen geplant zu haben. Außerdem sind sie wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt. Drei der vier Männer waren Ende Dezember 2010 in einer Kopenhagener Wohnung festgenommen worden, der vierte wenige Stunden später in Stockholm. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätten sie nur wenige Tage später den Anschlag durchführen wollen. Die Angeklagten bestreiten dies.

„Ich wurde ausgenutzt.“ Das sagte der erste der vier Angeklagten, der am ersten Prozesstag verhört wurde. Er war derjenige, der in Stockholm gefasst wurde. Auf der Fahrt nach Kopenhagen war er ausgestiegen und zurückgefahren. Er habe jedoch nicht gewusst, dass sich Waffen im Auto befanden. Den Auftakt in dem Prozess, der bis zum 15. Juni ansgesetzt ist, machte jedoch die Anklage, wie Jenny Sanner Roosqvist, Korrespondentin des Schwedischen Rundfunks, berichtet.

- „Die Anklage hat sämtliche Beweise, die sie bisher gesammelt hat, aufgerollt. Unter anderem zeigte sie Bilder von Überwachungskameras. Davon, wie einer der Männer die Kabelbinder kauft, die bei der Festnahme gefunden wurden. Davon, wie das Auto die Öresundbrücke überquert und wie die drei Männer an der Wohnung in Kopenhagen ankommen.“

Drei der Männer sind schwedische Staatsbürger, einer kommt aus Tunesien. Laut Staatsanwältin Gyrithe Ulrich sollen sie auch über Verbindungen nach Pakistan verfügen – eine der Fragen, die sie durch den Prozess geklärt haben will.

Staatsanwaltschaft: Festnahme kurz vor dem Anschlag

So viel ist bekannt: Am 29. Dezember 2010 nehmen Polizisten die drei Männer in einer Wohnung nahe Kopenhagen fest, nachdem sie sie monatelang observiert haben. Sie stellen Waffen sicher, ebenso eine Geldmenge von 20.000 Dollar. Zudem finden sie jene Kabelbinder, was die Ermittler zu dem Schluss kommen lässt, dass die Verdächtigen auch eine Geiselnahme geplant hätten. In dem Mietwagen der Männer werden weitere Waffen gefunden. Der vierte Angeklagte wird wenige Stunden darauf in Stockholm festgenommen. Die Funde vom Ort der Festnahme sind im Prozess die wichtigsten Beweismittel, wie Gyrithe Ulrich im Dänischen Rundfunk sagt. Außerdem würden die abgehörten Gespräche der Männer in den Tagen vor der Festnahme ihre Absichten offenlegen.

Die Angeklagten sind zwischen 30 und 55 Jahren alt. Drei von ihnen sind in Stockholm registriert, einer im nordwestlichen Vorort Järfälla. Einer von ihnen ist tunesischer Staatsbürger, ein weiterer wurde im Libanon geboren. Die anderen haben Eltern aus Tunesien und Ägypten. Einer der Angeklagten wurde zudem bereits zweimal zuvor im Ausland im Zusammenhang mit Terrorverdächtigungen festgenommen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 16 Jahre Gefängnis. Die Anklage will zudem die Abschiebung nach abgesessener Strafe fordern. In den bisherigen Untersuchungen haben die Angeklagten zu den Vorwürfen nicht Stellung genommen. Die Verteidigung beklagte, dass es bis zum Prozessbeginn länger als ein Jahr gedauert habe. Allerdings haben die Mandanten unterschiedliche Verteidiger. Henrik Stagetorn ist einer von ihnen. Er sagte, sein Mandant wisse nicht, was er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben solle.

Jyllands Posten seit Mohammed-Karikaturen Ziel von Terror

Die Zeitung Jyllands Posten ist mehrfach Ziel von Anschlagsversuchen gewesen, seitdem sie 2005 zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte. Auch der Zeichner Kurt Westergaard sah sich Morddrohungen ausgesetzt und wurde am Neujahrstag 2010 in seinem Haus gewaltsam angegriffen. Der Täter, ein Mann aus Somalia, wurde im vergangenen Jahr zu neun Jahren Haft verurteilt. Für Staatsanwältin Ulrich ist dieser Prozess jedoch der mit der höchsten Tragweite bislang, da die Attentäter kurz vor der Vollendung ihres Plans gestanden hätten.

Für Zufall hält die Anklage jedoch, dass auch ein besonders prominenter Gast von dem mutmaßlichen Anschlag hätte betroffen sein können. Am Abend der Festnahme sollte im Redaktionsgebäude von Jyllands Posten eine Preisverleihung stattfinden, an der auch Dänemarks Kronprinz Frederik teilnehmen sollte.

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